T-Mobile muss iPhone ohne Vertrag verkaufen!
quelle: msn.de
Die Telekom verkauft das Apple-Handy ab sofort ohne Vertragsbindung. Konkurrent Vodafone hatte dies mit einer Einstweiligen Verfügung erzwungen.
Das Apple-Handy gibt es nun für
999 Euro bei T-Mobile, bereits verkaufte iPhones werden kostenlos entsperrt.
Auf Grund einer gerichtlichen Entscheidung sei T-Mobile derzeit verpflichtet, dass Apple iPhone auch ohne gleichzeitigen Abschluss eines T-Mobile Mobilfunkvertrages anzubieten, sagte ein Sprecher der Mobilfunksparte T-Mobile.
Ohne Vertragsbindung und elektronische Sperre sei das Gerät zum Preis von 999 Euro in den Geschäften der Telekom erhältlich.
Mit Vertragsbindung kostet das iPhone 399 Euro.
Zudem würden die seit dieser Woche verkauften Geräte kostenlos entsperrt und funktionierten dann auch in anderen Mobilfunknetzen.
Allerdings: Es ist unwahrscheinlich, dass sich dadurch viel ändern wird.
Telekom-Konkurrent Vodafone hatte den Stein ins Rollen gebracht. Vodafone hatte beim Landgericht Hamburg eine Einstweilige Verfügung erwirkt.
Der Telekom-Konkurrent argumentierte dabei mit dem Wettbewerbsrecht: Weil T-Mobile einen Marktanteil von mehr als 30 Prozent hat, gelten bestimmte Regeln für die die Telekom-Mobilfunktochter, wenn sie Verträge mit Handy-Herstellern abschließt.
Der Mobilfunkdienstleister Debitel hatte sich in Sachen iPhone schon im Oktober die Bundesnetzagentur eingeschaltet.
Argument: Verstoß gegen die Mobilfunklizenz. Nach Ansicht von Debitel verlangen die Lizenzbestimmungen, dass Teilnehmern der Wechsel zu Mobilfunknetzen anderer Betreiber und zu Dienste-Anbietern ermöglicht werden muss.
Mit dem Apple-Handy aber funktioniert das nicht.
Denn das iPhone ist anders als andere Handys. Obwohl man 399 Euro für ein iPhone bezahlt (plus Vertragsgebühren), gehört es einem nicht so richtig – Apple und T-Mobile haben Zugriff auf das Gerät.
Nachdem in den USA immer mehr technisch versierte Nutzer herausgefunden hatten, wie man die das iPhone so austrickst, das es auch mit SIM-Karten anderer Netzbieter funktioniert, wurde per Mobilfunk ein Software-Update aller Geräte vorgenommen.
Dadurch wurden auf die Handys aufgespielte, nicht von Apple lizenzierte Programme außer Funktion gesetzt und die Entsperrung aufgehoben.
Zudem soll die Beziehung zischen Kunde und T-Mobile keineswegs enden, wenn die Vertragslaufzeit von zwei Jahren beendet ist.
Normalerweise wird der so genannte SIM-Lock – die technische Bindung eines Handys an einen Mobilfunkanbieter – nach zwei Jahren aufgehoben.
Dann kann der Kunde gemeinhin einen Vertrag bei einem anderen Anbieter abschließen, dessen SIM-Karte ins Handy einlegen und damit telefonieren.
Die Telekom allerdings machte schon vor dem Verkaufsstart des iPhones in Deutschland am 9. November klar, dass die Sperre auch nach der Mindestvertragslaufzeit nicht aufgehoben wird.
Hintergrund sind die ungewöhnlichen Zugeständnisse, die die Telekom Apple gemacht hat.
Erstmals wird ein Handy-Hersteller an den Gesprächsumsätzen beteiligt – nach Information aus Konzernkreisen liegt der Apple-Anteil bei rund zehn Prozent.
Wenn die Telekom nun gezwungen wird, die Vertriebsstrategie zu ändern und die Vertragsbindung aufzuheben, dann stimmt die Rechnung nicht mehr:
Dann ist die Kalkulation hinfällig, auf deren Basis die Telekom Apple Konditionen eingeräumt hat, wie sie im deutschen Mobilfunk-Geschäft bislang einzigartig sind.
Nur: Dass viele Kunden sich ein iPhone für
999 Euro zulegen werden, scheint unwahrscheinlich. Der hohe Preis ist auch als Schutz gedacht, damit das bisherige Angebot - iPhone für 399 Euro plus Vertragsgebühren - weiter bestehen kann. Dass Wettbewerber wie Debitel oder Vodafone nun in großem Stil iPhones anbieten werden, damit ist auch nicht zu rechnen.
Denn die Telekom hat nach wie vor die Exklusivrechte, auch wenn sie ihre Vetriebspolitik ändern muss - die Wettbewerber könnten in Deutschland also Geräte nur am Markt kaufen, und die kosten nun 999 Euro.
Schwer vorstellbar, dass sich damit ein für Kunden attraktives Paket schnüren lässt.Eine richterliche Entscheidung in dem Streit soll in zwei Wochen gefällt werden.
In Frankreich kommt das Multimedia-Handy auch ohne exklusive Bindung an den Apple-Partner Orange auf den Markt - dort ist das deutsche Vertriebsmodell gesetzlich untersagt.
mfg
hecker