Chip.de hat - wie jedes Jahr- die Innovationen des Jahres gewählt: Green Award: Fujitsu-Siemens Erstmals vergibt die Redaktion einen GREEN AWARD. Die Trophäe geht an den Green PC von Fujitsu Siemens Computers (FSC). Der Hersteller bietet schon seit 14 Jahren maßgeschneiderte Green-PCs für den Business-Bereich an. [Zur Link-Ansicht bitte registrieren.]
Es gibt erste Anzeichen, dass sich in der Digital-Branche ein ökologisches Bewusstsein entwickelt. Dieser Trend zur „Green IT“ wird von CHIP nachhaltig unterstützt und schlägt sich auch bei den CHIP AWARDS 08 nieder: Jetzt gibt es auch für den Massenmarkt den ersten PC, der die Bezeichnung „grün“ verdient und wirklich alltagstauglich ist. Die Ausstattung des Scaleo-Rechners ist mit Dual-Core-Prozessor, 1 Gigabyte Arbeitsspeicher und 160 Gigabyte Festplatte auf der Höhe der Zeit.
Trotzdem entspricht der PC Öko-Standards – schon bei der Produktion und auch im Betrieb. So hält sich FSC als einziger Hersteller bei den Motherboards an die strengen europäischen Umwelt-Auflagen für Produktion und Recycling. Und im Standby fährt der Green PC bis auf 0 Watt herunter. Wer ihn kauft, bekommt darüber hinaus einen Ökostrom-Gutschein von LichtBlick, der für den Durchschnitts-User ein Jahr lang reicht - das optimale Angebot für umweltbewusste Anwender.
Asus Eee-PC & Apple Time Machine Erst ein stimmiges Design und intuitive Bedienung macht aus einem guten Produkt ein wirklich herausragendes. Mit dem Volks-Notebook Eee PC und der Backup-Lösung Time Machine haben Asus und Apple es geschafft, eine Technik-Pflicht in eine Design-Kür zu verwandeln. Asus Eee PC [Zur Link-Ansicht bitte registrieren.]
Asus Eee PC füllt die Lücke zwischen Telefon und „richtigem” Notebook auf elegante Art: Das schicke Gerät wiegt 920 Gramm und passt in jede Handtasche. Statt einer Festplatte gibt es vier Gigabyte Flashspeicher, der per Speicherkarte erweitert werden kann. Die Tastatur ist kleiner als Normmaß, aber vollständig, so dass Schnelltipper leicht damit zurecht kommen. Windows funktioniert auf dem Gerät, aber Asus bestückt es ab Werk mit einer optimierten Version von Linux, mit Open Office sowie vielen weiteren sinnvollen Programmen. Obwohl Asus das Mini-Notebook ab 300 Euro anbietet, wirkt es in keiner Weise billig: Es ist ordentlich verarbeitet und sieht richtig schick aus. Ganz nebenbei ist es ein Stromsparkünstler: Es braucht halb so viel Energie wie ein gewöhnlicher Laptop und weniger als ein Fünftel im Vergleich zu PCs. Mit dem innovativen Eee PC könnte es Asus gelingen, eine neue Computerklasse zu begründen.
Apple Time Machine [Zur Link-Ansicht bitte registrieren.]
Jeder Computernutzer muss seine Daten regelmäßig sichern. Das ist die Theorie. Die Praxis sieht anders aus; sie dürfte vielen Anwendern ein schlechtes Gewissen und manchen ein böses Erwachen bescheren. Für diese Menschen ist die Backup-Software Apple Time Machine wie geschaffen: Sie überzeugt, weil sie tatsächlich genutzt wird. Sie ist mit einem Mausklick einsatzbereit ist und ganz automatisch stündliche Backups anlegt. Und dazu sieht ihre raffinierte dreidimensionale Benutzeroberfläche verdammt gut aus. Mit der neuesten Hardware-Ergänzung geschieht die Sicherung sogar drahtlos: „Time Capsule“ ist ein WLAN-Router inklusive großer Festplatte, der von allen Funknetz-Teilnehmern als Backup-Plattform genutzt wird.
Last.fm & Wikia Search Web 2.0: Sowohl bei Last.fm als auch bei Wikia Search sind die User ein wichtiger Grundstein, auf dem der Funktionsumfang der Plattformen basiert. Last.fm [Zur Link-Ansicht bitte registrieren.]
Bei Last.fm kostet Musik nichts mehr: Nutzer können einfach nach ihren Lieblingssongs suchen, sie anklicken und per Audio-Stream anhören. Einzelne Titel oder ganze Alben, Musik von Weltstars oder von unentdeckten Talenten – bis zu dreimal Anhören gibt es gratis. Bisher konnte man in kostenfreien Streaming-Diensten allenfalls eine musikalische Richtung vorgeben – was man dann tatsächlich hörte, war dem Zufallsgenerator überlassen. Als die Last.fm-Macher ihren On-Demand-Service vorstellten, sagten sie: „Wir designen das Musik-Business neu.“ Die CHIP-Redaktion fügt hinzu: im Sinne der Musikhörer. Dafür erhält Last.fm einen CHIP AWARD 08.
Wikia Search [Zur Link-Ansicht bitte registrieren.]
Google ist das Synonym für Internetsuche.
Der Begriff „googeln“ steht bereits im Duden. An dieser Firma kommt im Internet niemand vorbei. CHIP findet: Es wird Zeit für eine Konkurrenz. Wikia Search hat das Zeug zum Gegenpart, weil das Team um Wikipedia-Gründer Jimmy Wales auf das erfolgreiche Prinzip des Internet-Nachschlagewerks setzt: Die Nutzer dürfen mitmachen, allein sie entscheiden, was wichtig ist und was nicht; jede Entscheidung ist transparent. Noch leidet Wikia Search wie jede Web-Community unter Startschwierigkeiten – doch das Konzept ist so vielversprechend, dass es das Internet verändern könnte.
TomTom HD Traffic & Casio Exilim Pro Ex-Fx1 Eins zeichnet die mobilen Geräte von heute aus: Technische Überlegenheit. Bei Navigationssystem punktet TomTom mit einem ausgeklügelten System zur Früherkennung von Verkehrstaus. Bei Digicams gewinnt Casio dank eines schnellen und hochauflösenden Bildsensors. TomTom HD Traffic [Zur Link-Ansicht bitte registrieren.]
Bei Stauwarnungen sind Navigationsgeräte etwas träge: Oft zeigen sie Staus an, die nicht existieren. Oder sie warnen den Autofahrer erst, wenn es zu spät ist. HD Traffic versorgt TomTom-Navis mit zuverlässigen und schnellen Informationen zur Verkehrslage.
Die Methode ist so simpel wie genial: Der Hersteller zieht als Datenquelle die Position von Mobiltelefonen heran. Ballen sich viele Handys in der Nähe einer Straße und bewegen sich kaum, ist ein Stau wahrscheinlich. Die Daten erhält TomTom durch eine Kooperation mit dem Mobilfunk-Provider Vodafone. Mitte 2008 kommt HD Traffic nach Deutschland; in den Niederlanden und in England läuft die mit einem CHIP AWARD 08 ausgezeichnete Technologie bereits erfolgreich.
Casio Exilim Pro EX-F1 [Zur Link-Ansicht bitte registrieren.]
Mit der Casio Exilim Pro EX-F1 verpassen Digitalfotografen nie mehr den optimalen Auslösemoment: Die Hochgeschwindigkeitskamera schafft bis zu 60 Bilder in der Sekunde - mit sechs Megapixel Auflösung. Damit nicht genug: Bereits bei halb gedrücktem Auslöser füllt die Exilim Pro EX-F1 ihren Zwischenspeicher, der im Hintergrund ständig aktualisiert wird. Drückt man den Auslöser nun ganz durch, so wird diese Bilderserie „rückwirkend“ gespeichert – selbst wenn der Fotograf etwas zu spät reagiert haben sollte, ist das entscheidende Foto im Kasten. Casio will die Megazoom-Kamera für deutlich weniger als 1.000 Euro verkaufen – ein fairer Preis, zumal selbst Profikameras keine vergleichbare Technik bieten.
Bremse des Jahres: Brigitte Zypries Jedes Jahr vergibt CHIP auf der CeBIT die „Bremse des Jahres“ – als Denkzettel an Unternehmen, Behörden oder Institutionen, die den Fortschritt in der digitalen Welt blockieren. 2008 geht die Negativ-Auszeichnung an Brigitte Zypries, die als Bundesministerin der Justiz die Einführung der Vorratsdatenspeicherung (VDS) in Deutschland politisch verantwortet. [Zur Link-Ansicht bitte registrieren.]
Mit dieser gesetzlich verordneten Erfassung aller Telekommunikationsdaten zerstört Zypries nach Ansicht der CHIP-Redaktion das Vertrauen in die digitale Kommunikation. Als „Protagonistin der VDS“ zwinge sie die Internet-Wirtschaft zu einer verfassungsrechtlich fragwürdigen Schnüffelattacke auf die gesamte Bevölkerung. Sogar die Kosten für die Umsetzung des Gesetzes bürde sie den Telcoms und damit letztlich deren Kunden auf.
Am 1. Januar trat in Deutschland das Gesetz zur Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung in Kraft. Es verpflichtet Telekommunikations-Unternehmen, alle Telefon- und Internetverbindungsdaten ihrer Kunden ein halbes Jahr lang zu speichern. Ohne Verdacht, ohne konkrete Hinweise auf eine Gefahr, einfach auf Vorrat. Im Verdachtsfall bekommen staatliche Ermittler Zugriff auf diese Datensammlungen. So sollen beispielsweise Terroranschläge verhindert werden.
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Brigitte Zypries: Bremse des Jahres 2008
Die CHIP-Redaktion sieht in der VDS „die Vorstufe zur totalen Telekommunikationsüberwachung. Mit der geplanten Speicherung werden Datenschutz und rechtsstaatliche Unschuldsvermutung de facto abgeschafft. Denn verdächtig sind erst Mal alle 80 Millionen Bundesbürger.“ Zudem verstoße die VDS gegen das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung: „Das Bundesverfassungsgericht billigte schon vor 25 Jahren jedem Bürger das Recht zu, über die Preisgabe und die Verwendung seiner Daten selbst zu bestimmen. Brigitte Zypries hat mit ihrem Gesetz dieses Recht kurzerhand kassiert.“
Die Arbeit lasse die Justizministerin andere machen: Die Telekommunikations-Unternehmen müssen nun speichern, wer, wann, mit wem, auf welchem Weg, wie lange kommuniziert hat. Sie müssen speichern, wer, wie lange, mit welcher IP-Adresse im Internet surfte. Sie müssen speichern, wer, wie lange und an welchem Ort mit seinem Handy telefonierte. Allein die Anlaufkosten für diese staatlich angeordnete Überwachung belaufen sich laut Branchenverband Bitkom auf 50 bis 75 Millionen Euro.
In der Begründung heißt es weiter, Brigitte Zypries rechtfertige ihr Gesetz gerne mit der Verpflichtung, eine entsprechende EU-Richtlinie umzusetzen. Dabei sei noch nicht einmal klar, ob das Gesetz überhaupt rechtskräftig ist, da beim Europäischen Gerichtshof eine Nichtigkeitsklage gegen die Richtlinie vorliege. Der Kommentar der CHIP-Redaktion: „Statt die Richtlinie in der EU konsequent zu bekämpfen, erlässt die Justizministerin lieber auf einer wackeligen Rechtsgrundlage ein Gesetz, das persönliche Grundrechte empfindlich verletzt und Unternehmen stark belastet. Damit hat sie sich die ‚Bremse des Jahres 2008’ redlich verdient.“