Hallo ihr Lieben,
ich habe soweit erstmal eine Lösung gefunden. Ich nutze momentan groupoffice, das ich bei mir selbst gehostet habe. Das erfüllt alle meine Wünsche. Zwar können momentan keine unterschiedlichen Signaturen bei HTML-Mails verwendet werden, aber sobald man auf Plain-Mails schaltet, klappt's.
Damit ihr etwas davon habt, dass ich euch hier genervt habe, gibt's hier mal einen kleinen Erfahrungsbericht.
Webmail mit bestimmten Anforderungen 1. Was soll drin sein - mind 4GB Speicher, am liebsten mehr
(Mein Postfach ist momentan schon 3,5GB groß.)
- Verwaltung vieler (externer) Emailkonten, möglichst kein Maximum
(Ich nutze nicht nur meine Emailadresse mail-at-jonny-k.info, sondern eben auch viele geschäftliche Emailadressen von unterschiedlichen Domains.)
- individuelle Signaturen für die jeweiligen Emailkonten
(Jedes Projekt, jede Redaktion hat ihre eigenen Signatur-Konventionen. Dementsprechend sollte sich die Signatur einer neu erstellen Email dem jeweiligen Absenderkonto anpassen)
- Email-Header "Sender" darf nicht mit "
[Zur Link-Ansicht bitte registrieren.]
" versehen werden, sondern muss das jeweilige Emailkonto enthalten, genannt "Sender-Mapping"
(Wird eine Email abgeschickt, steht im sogenannten Header der Email der Versandweg protokolliert. Unter anderem gibt es zwei Zeilen, die bestimmen, wer als Absender angezeigt wird:
1. "From: "
2. "Sender: "
Die Zeile "From: " wird üblicherweise so gefüllt "<Jonny Krüger>
[Zur Link-Ansicht bitte registrieren.]
". Die Zeile "Sender: " enthält die tatsächliche Emailadresse mit der Domain des Providers, den man zum Absenden beauftragt hat. Also beispielsweise "
[Zur Link-Ansicht bitte registrieren.]
".
Bei den meisten Freemail-Anbietern wie gmx, yahoo, web.de usw. wird als Absender immer die From-Zeile angezeigt auf Seiten des Empfängers. Aber viele der Empfänger meiner Emails sind eben Unternehmen, die auf professionelle Emailsoftware zurückgreifen. Bei dieser Software wird dann der "Sender" als Absenderadresse angezeigt. Es ist wohl verständlich, dass ein Geschäftspartner meine private Emailadresse
[Zur Link-Ansicht bitte registrieren.]
nicht sehen soll, da die erstens nur für Freunde bestimmt ist und zweitens nicht sehr vertrauenserweckend klingt."
Ein Unternehmen würde also keine Email von
[Zur Link-Ansicht bitte registrieren.]
bekommen, sondern von
[Zur Link-Ansicht bitte registrieren.]
. Das will ich nicht. Und dafür gibt es eine Lösung: Das sogenannte "Sender-Mapping". Dabei wird statt dem tatsächlichen Absender (nämlich dem Mailanbieter gmx, web.de, was auch immer) die gewünschte Emailadresse in die Header-Zeile "Sender" der Email eingefügt. Es wird quasi ein bisschen geschummelt. Aber das ist okay, denn kein Geschäftspartner ist normalerweise an einer privaten Emailadresse interessiert.
- Anlegen vieler Ordner und Nutzung von Filtern zur automatischen Einordnung von in die jeweiligen Ordner
Wie ihr seht, sind das unübliche Anforderungen. SPAM-Filter, Virenschutz. Das ist mir weitestgehend egal. Die meisten Mail-Anbieter haben solche Features eh schon integriert.
2. Die Freemail-Anbieter
Ich habe zuerst alle Freemail-Anbieter getestet und geschaut, welche Anforderungen sie jeweils erfüllen.
Der Übersichtlichkeit halber zähle ich hier nur auf, welche Freemail-Provider kein Sendermapping unterstützen und deswegen wegfallen. Dabei habe ich alle Anbieter angeschrieben, ob deren kostenpflichtigen Premium-Dienste Sendermapping mitbringen. Ich habe nur Absagen diesbezüglich bekommen.
Kein Sendermapping: gmx, web.de, freenet.de, live.com / hotmail, lycos
yahoo-Mail benutzt Sendermapping, allerdings gibt es dort nur eine Einheitssignatur für alle Emailkonten. googlemail bietet mittlerweile die Möglichkeit an, externe SMTP-Server zum Versenden zu nutzen. Damit wird kein Sendermapping benötigt, da der Sender natürlich in jedem Falle stimmt und nicht "erschummelt" werden muss. Allerdings fehlen auch hier für die unterschiedlichen Absenderadressen individualisierbare Signaturen.
Damit fallen die Platzhirsche im Webmail weg.
3. OpenSource-Webmail
Mein nächster Lösungsansatz war das Web nach Opensource-Mail-Software abzusuchen, die ich auf meinem eigenen Webspace installieren kann. Hier bin ich schließlich auch fündig geworden. Alle Lösungen benötigen PHP und MySQL. Einige zur Installation auch SSH-Zugriff auf den Server.
Ein kurzer Überblick über einige Lösungen:
SquirrelMail
altes Design, aber dafür recht schnell. Es fehlen Filtermöglichkeiten in der Standardausstattung. Ob Plugins abhilfe schaffen, habe ich nicht getestet. Ich habe mich bald verabschiedet, da mir das Design zu bauernhaft war.
PhlyMail
Nett, aber es fehlten in der Version ebenfalls individuelle Signaturen. Außerdem hatte ich Probleme Alias-Emailkonten einzurichten. Das Design fand ich auch recht fragwürdig, weil es nicht wirklich übersichtlich wirkte.
Roundcube
Guter Ansatz, mir gefällt das schlichte und sehr übersichtliche Design. Leider speichert roundcube die Mails nicht ordentlich in den MySQL-Datenbanken. Ein performantes Caching gibt es bisher auch nicht. Das Abfragen meines IMAP-Kontos und das Wechseln der Ordner hat Ewigkeiten gedauert. Zwischendurch wurden Filter und eine Plugin-API eingeführt. Ich werde mir dieses Projekt nochmal anschauen, wenn es den 1.0-Status erreicht hat. Aber die Entwickler selbst sagen, dass das noch viele viele Monate dauern wird.
Zimbra
Dazu gibt es wenig zu sagen: Perfekt. Aber es benötigt Unmengen an Ressourcen. Außerdem ist Zimbra kein reines PHP-Projekt, sonder ein eigener Mail-Server. Deshalb wird ein guter dedizierter Server benötigt mit mehr als 1GB RAM und ausreichend Festplattenkapazität. Hätte ich die Ahnung von Serveradministration würde ich mich daran versuchen. Auf der anderen Seite ist ein richtiger dedizierter Server natürlich teurer, als mein SharedHosting.
Group Office
Das verwende ich nun und stelle es etwas umfangreicher vor.
4. Des Rätsels Lösung?
Group Office ist die momentan performanteste Lösung. In Sachen Funktionalität, Bedienung und Möglichkeiten ist group office meiner Meinung nach auch Spitzenreiter. Und die Community Version ist sogar OpenSource.
Ich nutze ein IMAP/SMTP-Konto meines Hosters. Dorthin lasse ich all meine unterschiedlichen geschäftlichen und privaten Emailadressen weiterleiten. Ich habe verschiedene Imap-Ordner dort angelegt und lasse über Filter die eingehenden Emails automatisch einordnen. In group office gibt es kein Limit an Filtern.
Das Sender-Mapping-Problem habe ich nicht bei meinem Hoster, da er es standardmäßig aktiviert hat. Das heißt also: Sende ich als
[Zur Link-Ansicht bitte registrieren.] , steht diese Emailadresse nicht nur im "Von: ", sondern auch im "Sender: " des Emailheaders, obwohl ich eben nicht die Webmail-Software von "www.geschäftlich.de" verwende, sondern eben meine Webmail-Software.
Darauf lege ich wert, da viele Emailsoftware-Lösungen, insbesondere bei Unternehmen, nicht die Von-Zeile, sondern die Sender-Zeile auslesen. Und da sollte dann eben nicht "
[Zur Link-Ansicht bitte registrieren.] " oder ähnliches stehen.
Weiterer Pluspunkt: Group Office ist leicht zu installieren. Dateien auf den Host gepackt, Installer gestartet. Server- und Datenbank-Daten eingegeben und schon läuft die Kiste. Der Upload des immerhin entpackt 15MB großen Pakets hat bei mir länger gedauert als die Einrichtung.
Group Office, nicht eben nur als Emaillösung gedacht, kommt auch mit kleinen Officelösungen daher: Kalender, Aufgaben, Adressbuch, Dateiverzeichnis, Notizen. In der Pro-Version gibt es erweiterte Funktionen, wie Emailtemplates für bestimmte Empfängergruppen oder sogar inviduell zugeschnitten. Das ganze ist natürlich nicht für eine Person konzipiert. Group Office soll in erster Linie bei kleinen Unternehmen, Projektgruppen usw. benutzt werden.
Es können gemeinsame Dateien ausgetauscht, Aufgaben verteilt, Termine abgesprochen und Notizen genutzt werden.
Zugegeben: Es gibt weitaus "more sophisticated" Lösungen im Groupware-Bereich. Aber dafür zahlt man meist eben gleich mehrere Hundert oder Tausend Euro für die Lizenz.
Ein Manko hat Group Office bei mir noch: Die Synchronisation mit Mobilen Geräten ist so für mich nicht möglich, da mein Hoster bei Apache einige dafür benötigte Module installieren müsste. (Und da ich schon genug Extrawünsche an meinen Hoster gerichtet habe, wollte ich ihn damit nicht auch noch nerven.) Technisch möglich ist es jedoch mit Group Office alle mal.