Bevor ihr hier die Fragen stellt, wie weit eure sachen sich übertakten lassen, lest euch einmal kurz
[Zur Link-Ansicht bitte registrieren.] durch und dann ran an den Speck
Man nehme ein gescheites Board und eine tolle CPU und auch noch guten Ram und der Spass kann los gehen: geht u. U. aber auch mit weniger guten Komponenten die Resultate sind nur ensprechend weniger gut... Wichtige Vorraussetzungen:
Ihr solltet immer das neueste BIOS auf euer Board gespielt haben und euch Zeit nehmen.
Vernünftiges overclocGast läuft nicht so rucki-zucki, da die Gefahr etwas kaputt zu machen bei überstürztem Handeln einfach nicht lohnt eingegangen zu werden.
Des weiteren solltet ihr euren Rechner gut zugänglich machen, da ihr oftmals nicht über ein CMOS-Clear hinwegkommt.
Systeme, bei denen man den Multiplikator der CPU ändern kann (Athlon XP (Thoroughbread, bzw unlocked Palominos/Bartons) 1. Das Maximum an Fronsidebus -kurz FSB- ausloten
Im Bios wählen wir einen niedrigen Multiplikator, sodass die CPU auch bei hohem FSB nicht übertaket läuft und als stabilitätshemmend aussscheidet.
Jetzt erhöhen wir den FSB... Bei
NForce2-Boards können wir uns bei der Wahl des "Start-FSB" an der Spezifizierung des Rams orientieren. Wenn wir PC333 haben starten wir bei unserem OC-Exkurs bei 166MHz, bei PC400 können wir bei 200MHz beginnen, jedoch ist meiner Meinung nach hiermit die oberste Startgrenze erreicht, da viele NF2 Boards nicht weit über 200MHz FSB kommen.
Bei einem
KT333-Board müssen wir immer bedenken, dass sich PCI und AGP-Takt mit dem FSB miterhöhen, sodass wir hier unseren Start-FSB bei 166MHz lassen, da hier diese Komponenten noch innerhalb der Spezifikationen laufen. (wenn man höhere FSB erreicht und z.B. noch einen Soundkarte in einem PCI-Slot hat kann man diese mit einem passiven Kühlkörper ausstatten, was einem i.d.R. noch ein wenig mehr OC-Potential verschafft)
Wie haben jetzt also einen niedrigen Multi und einen hohen FSB, die miteinander multipliziert aber noch geringer sind als der ursprüngliche Takt des Prozessors. Spannungen und Ram-Timings bleiben erst einmal auf default, CPU-Interface auf enabled.
Jetzt starten wir unser Betriebssystem und lassen einen kleinen Fitnesstest laufen, wie z.B.
Prime95, mit dem wir testen können ob der Rechner mit den gewählten einstellungen auch laufen will... wir lassen 5-10 Minuten laufen und wenn es keinen Fehler gibt sind wir auf dem richtigen Weg. Dann starten wir neu, erhöhen den FSB um 5 MHz und wiederholen die Stabilitätsprüfung.
Wenn Prime dann irgendwann eine Fehlermeldung ausgibt starten wir neu und erhöhen die Ram-Spannung um eine Einheit (abhängig vom Mainboard) und wiederholen die Stabilitätsprüfung. Wenn wir ~3V auf den Rams haben ist langsam genug und wir schauen, woran es noch liegen könnte... die Chipsatzspannung können wir ggf auch noch erhöhen, sofern die Wärmeableitung ausreichend ist.
2. Die Ram-Timings optimieren
Wenn wir jetzt die Spannung soweit erhöht haben, dass uns unser gesunder Menschenverstand sagt, dass es reicht und der FSB nicht mehr höher will versuchen wir noch die Ram-Timings zu verbessern... wir starten neu und stellen die Timings von SPD auf Expert oder User oder wie auch immer die Einstellung heißt, bei der wir sie manuell ändern können.
Dann schauen wir uns die Timings an und verändern die Cas Latency (CL) um eine Einheit (wünschenswert ist eine CL von 2,0) und starten neu... wenn der Rechner dann stabil läuft wiederholen wir das, bis wir beim best-möglichen Wert (2,0) angelangt sind und verfahren so auch mit den weiteren Timings...
Wenn wir Glück und guten Ram haben sehen die Timings dann so aus 2-2-2-2, wobei man bei NForce2 Boards 2-2-2-11 ansteben sollte, da bei dieser Einstellung die größten Bandbreiten erzielt werden können.
Abschließend lassen wir Prime95 für einige Stunden (10 oder so) laufen und hoffen, dass wir keine Fehlermeldung bekommen. Sollten wir doch eine bekommen senken wir den FSB um 5 MHz und testen wieder... sollte sich doch eine hartnäckige Instabilität antreffen muss man auch nochmal die Ram-Timings überprüfen, da diese dann möglicherweise auch als Fehlerquelle in Frage kommen.
3. Den Prozessor zum rennen bringen
Jetzt zum Prozessor ansich: Hier ist das Verfahren etwas simpler... wir haben mittlerweile einen hohen FSB und müssen jetzt nur noch über den Multiplikator den bestmöglichen Takt herrausfinden.
Wir erhöhen also den Multi soweit, dass wir den Standardtakt des Prozessors erreichen (ein obligatorischer Stabilitätstest) und erhöhen dann den Multi um 0,5 --> richtig geraten... Stabilitätstest ... dann wieder von vorn... wenn wir einen Fehler ausgespuckt bekommen müssen wir die Spannung (VCore) erhöhen... also eine Einheit hoch und wieder Testen... bei Luftkühlung am besten nicht unbedingt über 1,7V gehen, bei WaKü kann man wohl 1,8V riskieren, jedoch sollte die angelegte Spannung auch immer im Verhältnis zum Ergebniss stehen... also nicht für 50 MHz mehr Takt 0,2V mehr auf den Prozessor geben, da eine oberhalb der Spezifikationen liegende Spannung die Verlustleistung exponentiell in die Höhe treibt und auch die Lebensdauer der CPU verringert.
Wenn wir meinen, dass es reicht machen wir über Nacht mal Prime an und testen. Wenn fehler kommen (wir haben ja einen stabilen FSB ausgelotet) den Multi (man wird es verschmerzen können) um 0,5 senken und fertig ist das Paket
Systeme mit gelocktem Multi (P4, neuere Bartons, Palominos)
Hier verfahren wir ähnlich, jedoch haben wir immer 2 mögliche Fehlerquellen... CPU und Ram, da diese gleichermaßen übertaktet werden.
Also... FSB hoch... Prime laufen lassen... wenn Fehler auftreten VDim (Ram) VCore (CPU) oder ggf VDD (Chipset) erhöhen (seinen Verstand anwenden, was als Fehlerquelle in Frage kommt... also nicht bei nem FSB von 180 schon die VDimm auf 3V stellen obwohl man PC500 Speicher hat)
Bei Bords die keinen PCI/AGP-Fix, also keinen Festen Takt auf diesen Bus'en haben muss man sich ausrechnen, wie hoch der Takt bei erhöhen des FSB wird und schauen, dass die Stabilität nicht durch evtl PCI-Karten o.ä. gestört wird, die außerhalb ihrer Spezifikationen laufen.
Bei P4 sollte man die VCore nicht über 1,7V treiben, da diese Recht anfällig sind auf das SNDS (Sudden Northwood Death Syndrom) bei welchem einem ganz plötzlich die CPU verreckt, da durch die Leckströme einfach die Transistoren gekillt werden.
Athlon64 Systeme
Beim Athlon64 setzt sich der Takt folgendermaßen zusammen: Man hat den Grundtakt (per default 200MHz) und einen Multiplikator --> die multipliziert ergeben den Prozessortakt (z.B. 200MHz x 10 = 2GHz --> 3200+ (Sockel 939)) Dann haben wir noch den Ram-Takt. Der Ergibt sich aus dem Prozessortakt und einem Multiplikator:
Das erläutern wir mal am Beispiel des 3200+
2GHz / 10 --> 200MHz (DDR 400)
2GHz / 12 --> 166MHz (DDR 333)
2GHz / 15 --> 133MHz (DDR 266)
Wir haben also diese dem Prozessor zugeordneten Teiler, die den Ramtakt bedingen. Eine übertaktung des Prozessors ergibt also eine übertaktung des Rams (je nach gewählter Einstellung im BIOS)
Wenn man also den prozessor übertaktet (240MHz x 10 = 2,4GHz) ergeben sich folgende Ram-Taktungen:
2,4Ghz / 10 --> 240MHz (DDR 480) (bei Einstellung DDR400 im BIOS)
2,4GHz / 12 --> 200MHz (DDR 400) (bei Einstellung DDR333 im BIOS)
2,4GHz / 15 --> 160MHz (DDR 320) (bei Einstellung DDR266 im BIOS)
Das muss man also beim Übertakten immer mit beachten und im Auge behalten.
Beim A64 gibt es das nette Feature Cool&Quite, welches eine Dynamische Runtertaktung inkl VCore verminderung erlaubt. Dadurch wird nicht nur Energie gespart, sondern auch noch die Wärmeabgabe reduziert, was man in Geräuschminderung umsetzen kann. Sollte man allerdings übertakten muss man überlegen bzw. beobachten ob der Rechner dann noch C&Q mitmacht.
Grundsätzliches zu C&Q: Der Prozessortakt (berechnet aus Multiplikator und Grundtakt) wird mittels des Multiplikators vermindert, um Betrieb mit niedrigerer Spannung zu ermöglichen.
der MinP-State also 800MHz @ 1,1V kann nicht unbedingt stabil laufen, wenn man den Grundtakt erhöht, denn die 800Mhz ergeben sich aus 200MHz Grundtakt und einem Multiplikator von 4. Wenn man also den Grundtakt auf 240MHz erhöht, erhöht man auch den Takt im MinP-State auf 880MHz... das ist prinzipiell nur eine übertaktung um 10%, da man aber bei den PStates nicht die Spannungen beeinflussen kann, kann es da u.U. zu Stabilitätsproblemen kommen. Dies sollte man also als mögliche Fehlerquelle nicht ausschließen.
Das weitere übertakten läuft wie gehabt: Multi runter stellen, maximalen Ramtakt ausloten und dann Multi hochstellen und Maximalen CPU-Takt herrausfinden. Bei kleinen Prozessoren (z.b. 3000+) muss man unter Umständen einen kleineren Ram-Teiler vorwählen, weil normaler Ram in der Regel keine Taktraten von 260 MHz oder mehr mitmacht. Da der Multi beim 3000+ maximal auf 9 gestellt werden kann, taktraten um 2,5 GHz aber keine seltenheit sind hätten wir in diesem Fall schon einen Grundtakt von fast 280Mhz... hier muss man also etwas mit dem Ram-Teiler tricksen.
Beim Übertakten IMMER die Temperaturen im Auge behalten!!!
Dies könnt ihr mit Hilfe des Motherboard Monitor 5.x machen
Bei P4-Boards wird die kerninterne Tempdiode abgegriffen, jedoch ist die dort angezeigte Temperatur nicht immer die richtige, da die Hersteller die Temperatur über einen Widerstand berechnen und die "Gleichungen" dieser Berechnung sind von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich.
Bei Athlon-Boards wird (außer Asus) ein externer Temperaturfühler die Arbeit verrichten... die euch angezeigten Temperaturen sollten nicht über 50° steigen, da die tatsächliche Temperatur noch mal ~10-15° höher liegt
Danke für die Zeit, die ihr euch für's Lesen genommen habt... seht über meinen schlechten Ausdruck hinweg... den haben schon immer meine Lehrer bemängelt...