Antworten ohne Registrierung

[Tutorial] PC-Zusammenbau




Sir Gundolf
01.07.2010, 20:25 Uhr
Tutorial: Was beim Zusammenbau eines PCs wichtig ist

Hey Leute,
Da mein erstes Tutorial (

[Zur Link-Ansicht bitte registrieren.]

) anscheinend relativ gut angekommen ist, habe ich mich entschlossen, ein zweites zu veröffentlichen. Es wird wohl etwas allgemeiner, beschäftigt sich aber mit vielen Fragen zum Bau eines eigenen Rechners und mit der Vorbereitung dazu. Ich hoffe, auch mit diesem Tutorial kann ich einigen Leuten zeigen, dass es gar nicht so schwer ist, einen PC zusammenzubauen. Es gibt zwar viel zu beachten, allerdings erklärt sich das meiste von selbst oder ist doch immerhin auf Anhieb logisch nachvollziehbar.

Nun denn, schreiten wir zur Tat:


- Vorüberlegung -

Als allererstes ist es wichtig, sich genau zu überlegen, was der Computer leisten soll. Außerdem sollte man sich eine feste finanzielle Grenze setzen, damit der Preis nicht ins unermessliche steigt.
Mögliche Überlegungen sind zum Beispiel:

a) Ich brauche nur einen einfachen Computer, mit dem ich meinen Bürokram machen und im Internet surfen kann. Er sollte nicht zu teuer sein, mein maximales Budget sind 400€. Für mein Geld hätte ich gerne Computer UND Monitor. Tastatur, Maus, Lautsprecher, etc. habe ich alles schon.

b) Ich brauche einen Gaming-PC für günstiges Geld. Er soll tauglich sein, um auf LANs zu spielen, aber auch daheim. Ich will auf jeden Fall neue spiele spielen und nach Möglichkeit auf einer der "besseren" Einstellungen. DirectX11 ist Pflicht. Insgesamt habe ich 1000€ zur Verfügung. Eigentlich habe ich einen Monitor, wäre aber nicht abgeneigt, mir einen größeren zusätzlich zu kaufen. Meine Grafikkarte müsste dann auch das Anschließen von mehreren Monitoren unterstützen.

c) Geld spielt keine Rolle. Ich brauche die pure Leistung, viel Festplattenspeicher und der Computer muss extrem leise sein. Ich will auf jeden Fall einen Intel-Prozessor, am liebsten einen i7 oder vielleicht sogar einen Hexacore (Sechskernprozessor). Außerdem hätte ich gerne zwei Grafikkarten, natürlich zweimal das neuste nVidia-Modell.

Wenn ihr eine ähnliche Vorüberlegung gemacht habt, überdenkt ihr am besten noch mal, ob das auch wirklich alles sinnvoll ist:
- Brauche ich wirklich auch einen Bildschirm?
- Muss es wirklich unbedingt eine bestimmte Marke sein
- Will ich möglichst wenig ausgeben oder ist Geld nicht so wichtig?
- ...


- Informationen sammeln -

Bitte, bitte, bitte geht auf gar keinen Fall mit eurer Vorstellung los und kauft ein (bzw. bestellt im Internet)!! Wenn ihr euch nicht gut informiert, kann es schnell passieren, dass ihr zwei Wochen später merkt, dass ihr einen besseren PC für weniger Geld hättet haben können.
Beim Informieren sind vor allem zwei Dinge wichtig: Leistung und Preis, bzw. das Verhältnis von beidem, also das Preis-Leistungs-Verhältnis. Dass man natürlich gerne möglichst viel für möglichst wenig Geld haben will, ist wohl selbstklärend. Deswegen bin ich selbst auch AMD/ATi-Fan. In den meisten Fällen sind die Geräte bei gleicher Leistung günstiger als von Intel bzw. nVidia.

Ein guter Ansatz, um beispielsweise eine gute Grafikkarte zu finden, ist, auf einer Website wie Idealo (

[Zur Link-Ansicht bitte registrieren.]

) in der Kategorie Grafikkarten verschiedene Filter einzuschalten. Wenn man z.B. von der Anschlussart (z.B. PCIe 2.0) und dem Preis (z.B. 0-100€) ausgeht, kann man seine Auswahl schonmal eingrenzen (z.B. ATI 3000er & 4000er Reihe / GeForce 8000 & 9000er Reihe).
Hat man sich ein paar Geräte (z.B Grafikkarten) rausgesucht, dann sollte man diese auf ihre Leistung überprüfen. Dazu gibt es einerseits die gerätespezifischen Werte (CPU-Takt, Speichertakt, Anbindung, ...) und andererseits die sogenannten Benchmark-Werte, also Werte, die durch Ausprobieren der Geräte zustande gekommen sind.
Eine praktische Website dafür ist z.B.

[Zur Link-Ansicht bitte registrieren.]

. Dort kann man Grafikkarten und Prozessoren untereinander vergleichen. Das stärkste Gerät wird immer mit 100% angegeben, alle anderen Geräte haben eine Prozentzahl, die ihrer Leistung im Vergleich zu dem 100%-Gerät entspricht.

Auf diese Weise kann man relativ schnell und zuverlässig ermitteln, welche Hardware das beste Preis-Leistungsverhältnis hat. Außerdem kann man z.B. überlegen, ob es einem Wert ist, für 20€ mehr 8% Leistung mehr zu haben.


- Was passt zusammen? -

Dass man nicht jede Komponente an jeden Computer stecken kann, dürfte wohl jedem klar sein. Wir müssen uns also Komponenten suchen, die zueinander passen. Die wichtigste Stelle hierbei ist wohl der Prozessor. Der Prozessor sitzt bekanntlich auf dem Mainboard. Allerdings ist er dort nicht verschweißt, sondern wird einfach eingesteckt. Den enstprechenden "Steckplatz" nennt man Prozessorsockel. Beim Prozessor- und Mainboardkauf ist also darauf zu achten, dass der Prozessor auf den Sockel passt.
Die gängisten Sockel zur Zeit sind die Sockel 776, 1156 und 1366 (Intel), sowie die Sockel AM2+, AM3 und Sockel F (AMD).
Welches Mainboard man kauft, ist also abhängig vom gekauften Prozessor. Selbstverständlich steht in der Produktbeschreibung immer drin, welchen Sockel ein Prozessor benötigt - also Augen auf ;-)

Ein AMD Phenom II zum Beispiel passt auf einen AM3-Sockel, bzw. auch auf einen AM2+ - Sockel, wobei dabei der Prozessor nicht unbedingt voll ausgelastet werden kann.

Weiterhin muss man beachten, dass der RAM passt. Generell sollte man beim Kauf des RAMs diesen auf das Mainboard abstimmen. Wenn ein Mainboard also nur DDR2-RAM unterstützt, kann man keinen DDR3-RAM installieren.
Bisher gibt es SDRAM, DDR1, DDR2 und DDR3-RAM. Die Unterschiede liegen natürlich in der Leistung, aber eben auch in der Preisklasse. Die Frage, die sich hier stellt, ist eigentlich nur, ob es der teurere DDR3-RAM sein muss (für Gamer, starke Multimedianer etc. zu empfehlen), oder ob es auch DDR2 tut (für Büro- und Internet-PCs).

Bei den Grafikkarten ist das ganze ähnlich einfach: Die wichtigsten Anschlussarten sind PCI, AGP, PCI Express 1.0 und PCI Express 2.0. Ich würde in jedem Fall dazu raten, ein Mainboard mit PCIe 2.0-Bus (Anschluss) zu kaufen, sofern überhaupt eine Grafikkarte verbaut werden soll und das Bild nicht vom Grafikkartenchip auf dem Mainboard (in den meisten Fällen vorhanden) erstellt werden soll.

Bei Festplatten und Laufwerken gibt es eigentlich keine Probleme mehr diesbezüglich, da die meisten Geräte mittlerweile über SATA laufen. Außerdem haben auch neuere Mainboards in der Regel noch mindestens einen IDE-Bus für ältere Festplatten und Laufwerke.

Auch bei Lüftern gibt es kein Problem, diese werden für gewöhnlich mit einem 3Pin-Stecker mit dem Mainboard verbunden oder direkt vom Netzteil gespeist (s. hierzu auch mein anderes Tutorial:

[Zur Link-Ansicht bitte registrieren.]

)


- Komponenten-Checklist -

Denkt daran, alles zu kaufen, was ihr zum Betrieb braucht. Dazu habe ich hier eine kleine Checkliste:

//Unbedingt benötigt:
- Mainboard
- Prozessor, Prozessorlüfter, Wärmeleitpaste/-pad [in einer "Boxed" Version eines Prozessors alles enthalten]
- Arbeitsspeicher (RAM)
- Netzteil mit genügend hoher Leistung
//Meistens benötigt bzw. sinnvoll
- Laufwerk (DVD, evtl. BluRay)
- Festplatte(n)
- Grafikkarte [beim Kauf eines Mainboards ohne Grafikchip zwingend erforderlich]
- Gehäuselüfter (s.

[Zur Link-Ansicht bitte registrieren.]

)
//Zusätzlich möglich
- LAN-Karte (meist auf Mainboard integriert)
- Sound-Karte (ebenfalls meist integriert, für sehr anspruchsvolle Anwender u.U. sinnvoll)
- TV-Karte
- Sonstige Erweiterungskarten (z.B. USB 3.0 oder weitere Anschlüsse)
- evtl. Lüftersteuerung (s. mein anderes Tutorial)


- Kauf -

Wie man etwas kauft, muss ich wohl kaum jemandem erklären. Ich wollte nur aufmerksam machen, welche Möglichkeiten es gibt:
Man kann natürlich in einem lokalen Elektromarkt Komponenten kaufen. Das kann sehr sinnvoll sein, da man dann den Service direkt vor Ort hat und im Ernstfall jemanden anbrüllen kann, wenn er die Garantie nicht einlösen möchte
In seltenen Fällen gibt es auch in solchen Märkten besonders gute Angebote, z.B. anlässlich eines Ausverkaufs o.ä. - Habe auf die Weise für 40€ eine Grafikkarte erstanden, die im Internet 80€ gekostet hat.
Generell ist allerdings der Kauf im Internet günstiger. Doch wie schon erwähnt, hat man keinen direkten Ansprechpartner, mal abgesehen vom eher lästigen und langsamen Kundensupport per E-Mail.
Außerdem sollte man sich einen seriösen Anbieter suchen, den ihr oder bekannte von euch am besten schonmal benutzt haben solltet. Falls euch da nichts vorschwebt, sucht einen Shop, der gute Bewertungen im Internet hat. Hierbei ist unbedingt darauf zu achten, dass Bewertungen auch Fakes sein können. Besonders auffällig ist es, wenn ein Shop 40.000 Bewertungen mit 5 Sternen hat. Die 4-Sterne-Bewertungen sind meist seriöser (nicht zwingend, um Gottes willen!!!), sehr interessant und aufschlussreich sind aber besonders die schlechteren Bewertungen, auch wenn sie stark in der Unterzahl sind.

Die sinnvollste Variante ist es meiner Meinung also, über einen altbekannten Shop wie amazon.de, Alternate, etc. zu bestellen. Da kann man sich sicher sein, dass auch alles ankommt. Aber halt, ich will hier nicht werben, zumal andere Shops auch genauso gut aber günstiger sein können!


- Auspacken & Zusammenbau -

Generell ist der Zusammenbau eigentlich relativ einfach:
Alles, was eindeutig nur in eine Mögliche stelle passt, gehört dort auch hin.
Nun aber zu einem sinnvollen Ablauf:

1. Beim Auspacken natürlich überprüfen, ob alles geliefert wurde und (wichtig!), ob der Lieferkarton und/oder die Geräteverpackungen beschädigt sind. Falls das der Fall ist, unbedingt Fotos machen! Die können später bei eventuellen Reklamationen hilfreich sein.
Allgemein würde ich empfehlen, zwischen wichtigen Arbeitsschritten zu fotografieren, da man nicht nur anderen zeigen kann, wie man etwas gemacht hat (z.B. um Probleme zu lösen), sondern auch, damit u.U. aus eigenen Fehlern lernen kann.

2. Platz machen! Am besten einen ganzen Tisch frei machen, einen Stuhl dazu und auf dem Boden/einem Stuhl/... zusätzlichen Platz für Komponenten und Verpackungen machen

3. Geräte erst auspacken, wenn sie benötigt werden. Am besten nicht alles auspacken und auf dem Tisch ausbreiten, das führt nur zu Übersichtsverlust und evtl. Beschädigung (je nachdem wie unvorsichtig ihr mit euren Sachen umgeht )

4. Gehäuse aufschrauben: Die linke seitliche Wand eures Gehäuses lässt sich nach Entfernung von zwei Schrauben an der Rückseite meist ohne Probleme nach hinten rausschieben. Falls nicht schon von Werk aus geschehen, bitte die Platzhalter für das Mainboard (kleine längliche Muttern mit Gewinde nach innen und außen) in die dafür vorgesehenen Löcher schrauben. Gehäuse bitte wieder beiseite stellen

5. Mainboard ausgepackt auf einer antistatischen Unterlage platzieren (z.B. die Tüte, in der das Mainboard geliefert wurde)

6. Den Prozessor dünn aber deckend und sorgfältig mit Wärmeleitpaste einschmieren, sofern noch kein Wärmeleitpad darauf ist (Boxed Version). Prozessor dazu in die Hand nehmen, auf keinen Fall die Pins der CPU auf eine harte oder leitende Unterlage drücken!

7. Den kleinen Hebel am Prozessorsockel öffnen, CPU einsetzen, Hebel schließen. Dabei die Wäleipa nicht verschmieren!

8. Kühlkörper entsprechend der Anleitung vorsichtig aufsetzen und befestigen. Dazu kann relativ viel Kraft vonnöten sein, trotzdem immer vorsichtig sein. Das Kabel des Prozessorlüfters auf den dafür vorgesehen Steckplatz auf dem Mainboard stecken (markiert mit "CPU_FAN")

9. RAM-Riegel einsetzen. Dabei auf die Beschriftung achten (ziemlich klein, ist aber meist auch im Handbuch verzeichnet), immer zuerst Slot 1 besetzen, dann Slot 2 etc.

10. Das Netzteil am vorgesehenen Platz (meist hinten oben, manchmal hinten unten) fest verschrauben

11. Mainboard auf die vorbereiteten Abstandshalter schrauben und mit dem Netzteil verkabeln: der 20(+4)-Pin-Anschluss dürfte eindeutig zu finden sein. Er versorgt das Mainboard mit Strom. Wie rum der Stecker eingesteckt werden muss, erkennt man am Clip und an der Ausrichtung der Plastikverkleidung der einzelnen Pins. Genauso verhält es sich beim 4Pin-Prozessorstromstecker, der ebenfalls auf dem Mainboard ist.

Folgende Schritte können je nach Gehäusetyp in unterschiedlichen Reihenfolgen durchgeführt werden. Überlegt euch aber vorher eine passende Reihenfolge:

* Lüfter einbauen (s.

[Zur Link-Ansicht bitte registrieren.]

)

* Grafikkarte anstecken, verschrauben (bzw. den vorgesehen Mechanismus nutzen) und evtl. 6-Pin-Stromanschluss/-anschlüsse einstecken. Weitere Karten ebenso einstecken und befestigen.

* Laufwerksblenden am Gehäuse entfernen, Laufwerke von vorne einschieben, verschrauben (bzw. befestigen). SATA-Kabel (dünn, rot bzw. orange) an Laufwerk und Mainboard anschließen (egal welcher Steckplatz). SATA-Stromkabel (flach, schwarzer Stecker) verbinden.

* Festplatte(n) in den unteren "Käfig" im Gehäuse (unter den Laufwerken) einbauen und ebenso wie die Laufwerke verbinden.

* Frontpanel anschließen: Für USB und Sound ist je ein Anschluss auf dem Mainboard vorhanden, der auch hinreichend markiert ist. Für An- und Resetschalter, sowie für LEDs etc. ist eine Leiste aus zwei Pinreihen auf dem Mainboard zuständig. Bei neueren Mainboards ist eigentlich immer eine kleine Legende der Pins direkt unter der Doppelleiste. Der kleine Pfeil an den Steckern muss immer auf den Minuspol auf der Leiste. Für genauere Infos lest bitte die Bedienungsanleitung ;-)

Dann: anschließen, testen, fertig.


Ich hoffe mal, ich habe nichts vergessen und konnte allen helfen, die noch nie (erfolgreich bzw. alleine) einen PC zusammengebaut haben. Traut euch einfach ;-)
#1




C3PO
01.07.2010, 20:50 Uhr
Sehr interessante Idee, auf jeden Fall mal. Habe allerdings im Moment gerade keine Zeit, mir alles genau durchzulesen. Ist ja doch schon ziemlich viel Text. Aber ich kann schonmal von vorneherein sagen, dass ich es immer für eine gute Idee halte, Tutorials mit bildern zu ergänzen. Das hast du leider nicht gemacht. Aber trotzdem alles sehr detailliert wie mir scheint. Weiter so!
Falls mir noch irgendwas auffallen sollte, das fehlt, schreib ich dir auf jeden Fall bescheid. Wäre ja kein Wunder, wenn bei einem so weiten Thema mal was unter den Tisch fällt
#2

Gast
20.10.2010, 17:07 Uhr
ist bei kauf eines zusammen bau "sets" eine aufbau anleitung dabei
#3

Gast
26.01.2011, 22:44 Uhr
PC Komplettsysteme bei uns günstig

[Zur Link-Ansicht bitte registrieren.]



Pc Komplettsystem enthält:

-22"zoll TFT HDMI Monitor

-ATX MIDI Tower Silence

-AMD Athlon ll Am3 x2

-2GB DDRII

-250GB SATA ll

-DVD RW

-Maus+Tastatur

-Betriebssystem WindowsXP/Windows7

Dieses Komplettsystem ist für NUR 699 Euro erhältlich!!!!
#4




gondo-pc
10.02.2011, 10:09 Uhr
Sehr schönes Tutorial. Auf dem Elektronik-Blog unter

[Zur Link-Ansicht bitte registrieren.]

sollte es auch mal so ein Computer Eigenbau Tutorial geben. Klasse und weiter so!
#5

www-kbcomputer-at
11.05.2011, 10:58 Uhr
Also das oben genannte Produkt find ich nicht sonderlich optimal bzw. günstig - es ist überteuert und veraltet (DDR 2, 250GB, ...).

[Zur Link-Ansicht bitte registrieren.]

#6


Facebook

Jahresarchive