CPU und Ram OC Übertakten per FSB
Vorwort: Übertakten ist eine möglichkeit, die Leistung der CPU und des Speichers zu erhöhen. Bei dieser Art des Übertaktens steigt gleichzeitig die Speicherbandbreite, was zusätzliche Leistung neben der reinen Geschwindigkeitssteigerung der CPU bringt.
1: Ermitteln des maximalen CPU-Taktes
Als erstes setzt man einen Teiler für den Ram, um diesen als limitierenden Faktor bei der Ermittlung des maximalen CPU-Taktes ausschließen zu können, da der Ram durch die Erhöhung des FSB mit übertaktet wird.
Den Teiler findet man im Bios, entweder in Gestalt einer FSB:Ram-Verhältnisangabe, z.b. 4:3 (oder ähnlich) oder verschiedener einstellbarer Speichergeschwindigkeiten, z.b. DDR200/266/300/333/400 (Wichtig: Die Speichergeschwindigkeit für den Test unterhalb des FSB-Taktes festlegen!!!).
Danach kann das OC beginnen: man benötigt prime95 oder ein anderes CPU-Testprogramm. Dann fängt man an, im Bios den FSB in kleinen Schritten à 3-5 Mhz zu erhöhen. Nach jeder Erhöhung des FSB wird prime95 gestartet und ein CPU-Test gestartet (z.b. prime95 -> Optionen -> Torture Test -> In-place large FFT s). Wenn der Test dann einige Minuten ohne Fehler läuft kann man den FSB weiter übertakten. Dies wiederholt man, bis Fehler auftauchen. Wenn Fehler auftauchen kann man versuchen diese durch ein Erhöhen der VCore zu eliminieren.
Diese Schritte (FSB erhöhen und VCore erhöhen) wiederholt man, bis man keinen stabilen Takt mehr hinbekommt oder die CPU zu warm wird (>60°C ist für die meisten CPU’s auf Dauer ungesund).
Wenn man glaubt ein Maximum an Takt gefunden zu haben lässt man prime95 wieder laufen. Dieses Mal jedoch mindestens 6 Stunden. Sollten Fehler auftauchen (und sie werden es ) setzt man den FSB um 1 Mhz zurück und testet wieder mit prime95 auf Stabilität. Dies wiederholt man, bis man den maximalen Takt gefunden hat. Da der, durch Kurztests während des OC gefundene „maximale“ Takt über dem wirklich stabilen Maximaltakt liegen wird muss dieser Vorgang des langsamen Heruntertaktens eigentlich immer durchgeführt werden. So, jetzt ist der maximale CPU-Takt gefunden
2: Ermitteln des maximalen Ram-Taktes und der Kleinstmöglichen Latenzen
So, jetzt kommt der aufwendigere Teil des ganzen. Zuerst wird der zuvor gesetzte Teiler wieder Synchron gesetzt. Bewegt man sich im bereich unter DDR400 sollte das kein größeres Problem darstellen, da fast jeder Ram DDR400 verkraftet.
Als Testprogramm hierfür benutzt man memtest oder ein ähnliches Programm (prime95 kann auch verwendet werden, ist jedoch nicht so genau wie memtest).
Nachdem man den Teiler wieder entfernt hat und die Latenzen auf 3-4-4-8 gelockert hat lässt man memtest einige Minuten laufen. Schafft der Ram den erhöhten Takt nicht Fehlerfrei muss man ihn asynchron laufen lassen (also Teiler wieder setzen) oder eine Erhöhung der VDimm testen. Wenn der Ram den erhöhten Takt schafft kann man anfangen, die Latenzen Stück für Stück zu senken (z.b. von 3-4-4-8 auf 3-3-3-8 ). Das wiederholt man bis Fehler bei memtest auftreten. Wenn erste Fehler auftreten ist es an der Zeit für eine schrittweise Erhöhung der VDimm (Vorsicht: Den Ram nicht toasten, über 3 VDimm schafft es kaum ein Ram auf Dauer (liegt am PCB), allenfalls teure "High Voltage" Serien wie OCZ VX. Als Gegenprobe sollte man einen stabilen Takt mit Erhöhter VDimm testen, da nicht jeder Ram eine Erhöhung der VDimm verkraftet.
Sollte man den Ram, trotz Erhöhung der VDimm nicht stabil bekommen stellt man die zuletzt als stabil erkannten Latenzen wieder ein und lässt memtest mindestens 6 Stunden laufen. Sollten hier Fehler auftreten muss man die Latenzen wieder ein klein wenig lockern, allerdings nicht viel, da das ungefähre Maximum durch die memtest Kurztests während des OC ja schon festgestellt wurden. Das wiederholt man, bis der Ram so eingestellt ist, dass er 6 Stunden memtest fehlerfrei übersteht.
Wenn ihr noch ein paar % mehr Leistung Vom Ram haben wollt kommt ihr um guten und leider oft teuren Ram nicht drumherum… an dieser Stelle verweise ich mal auf
[Zur Link-Ansicht bitte registrieren.] . Es gibt allerdings noch andere gute Speicherchips, die in dem Ramguide leider keine Erwähnung finden: und zwar die Micron 5BC und deren neue Revision 5BG, die sich allerdings in ihrer Leistung kaum unterscheiden. Mit den Chips sind Latenzen von 2-2-2-5 bis 220 Mhz drin. Mit 2.5-2-2-5 gehen die bis 240 Mhz und mit 2.5-3-3-5 bis 250 Mhz und das bei einer VDimm von maximal 2.8V. Danach ist Schluss, selbst mit Latenzen von 3-4-4-8 und einer VDimm von 2.9V schaffen die Chips keine 255 Mhz.
Die Liste des Speichers, auf denen die 5BG verbaut sind ist recht kurz geraten: bisher sind diese Chips nur auf den Crucial Ballistix PC3200 cl2 verbaut. Die 5BC gibt es auf recht vielen Speichern, die für ddr433/466 bei sehr niedrigen Latenzen freigegeben sind.
Diese Micron Speicherchips sind die idealen Speicher für den A64, da sie, abgesehen von Winbond bh5/6-Chips die besten Latenzen bis zu 250 Mhz im Vergleich zu allen anderen Chips bieten.
Eine weitere, extrem gute Speicherchipserie scheinen die G.E.I.L Chips aus Eigenproduktion zu sein, welche auf der G.E.I.L Ultra-X Serie verbaut sind. Bis 250 Mhz sind diese einen kleinen tick schlechter als die Micron Chips, gehen jedoch, laut Computerbase bei cl 2.5-3-3-5 bis 275 Mhz!!!
Übertakten per Multiplikator
Vorwort: Bei fast allen neuen CPUs sind die Multiplikatoren gesperrt. So soll verhindert werden, dass „kleine“ günstige CPUs gekauft werden und durch ein klein bisschen Verstellerei am Multiplikator die Leistung einer wesentlich teureren CPU erreicht wird. Beim A64 ist der Multiplikator frei, jedoch entspricht der Maximalwert des Multiplikators dem des in der Standardtaktung vorgesehen Multiplikators (A64 3000+ mit 2 Ghz als Normaltakt mit 200 Mhz HT-Link und einem maximalen Multiplikator von 10).
Bei mobilen CPUs ist es verbreitet, den Multiplikator freizulassen, damit der Anwender leicht zwischen verschiedenen Leistungsstufen auswählen kann, damit er sein Laptop auf hohe Akkulaufzeit trimmen kann und die Leistung nut zuschaltet, wenn sie benötigt wird.
3.1: Multiplikatorveränderung zugunsten des bestmöglichen Speicherdurchsatzes (sinnvoll bei: A64)
Diese Methode des Multiplikators lohnt sich nur, wenn der Speicher bei niedrigen oder niedrigsten Latenzen höher zu übertakten geht als die CPU.
Hier kann man allein per Multiplikator keinen höheren Takt erreichen, da man ihn nicht Erhöhen kann. Also muss per HT-Link der Takt erhöht werden und der Multiplikator wird nur zur Anpassung der Prozessortaktes an den Optimalen Speichertakt genutzt. Da der A64 enorm von niedrigen Latenzen profitiert wird in diesem Teil 3.1 auf niedrige Latenzen Wert gelegt. Wenn ihr das Maximum eurer CPU gefunden habt durch OC des FSB setzt ihr den FSB wieder auf Standard und den Multi auf einen niedrigen Wert. Jetzt stellt ihr für euren Ram relativ gute Latenzen ein. Die minimal erreichbaren Latenzen von 2-2-2-5 schaffen nur Highend-Speicher und auch nur bis maximal 230 Mhz (Micron 5bc, Winbond bh-5/6, Winbond ch-5/6, Samsung TCCD). Der DDR400 Ram des Otto-normal Anwenders sollte allerdings cl2.5-3-3-7 relativ Problemlos schaffen. Nachdem dann die Latenzen eingestellt sind übertaktet man wieder den FSB, bis der Ram instabil wird (memtest). Wird der Ram instabil kann man versuchen, dies durch ein Erhöhen der VDimm auszugleichen und den Ram wieder stabil zu bekommen. Dies wiederholt man, bis man den Ram nicht mehr Stabil oder ihr lockert die Latenzen ein klein wenig (sie sollten aber unter 2.5-3-3-7 bleiben, da die Leistung des A64 sonst eher beschnitten würde). Wenn ihr dass das Maximum des Speichers bei den gewünschten Latenzen gefunden habt wird es Zeit den Multiplikator so einzustellen, dass ihr mit dem FSB den der Speicher maximal mit den gewünschten Latenzen erreicht und dem Multiplikator den Maximalen Takt erreicht. Beispiel: Die CPU läuft stabil bis 2.5 Ghz, der Ram mit 230 Mhz bei cl2-2-2-5. Jetzt wird der Maximaltakt der CPU durch den Maximaltakt des Speichers dividiert. Das Ergebnis der Division ist der einzustellende Multi, in diesem Falle 2500/230 = 10.87. Dieses Ergebnis wird auf Halbe Zahlen abgerundet, also in diesem Falle 10.5, da ihr sonst euren maximalen CPU Takt überschreitet und euer System instabil wird. Man kommt so auf 2415. Das ist recht weit vom Maximum entfernt. Also sollte man versuchen durch leichte Veränderungen des FSB und des Multis näher ans Maximum kommen. Dies sind Taschenrechnerspielereien. Mit einem Multiplikator von 11 und einem FSB von 227 Mhz hat man zwar ein Fünkchen weniger Speicherdurchsatz, aber einen CPU Takt von 2497 Mhz, was den 2500 Mhz sehr nahe kommt. Dieses Beispiel lässt sich auf die A64 ab 2.2 bis 2.4 Ghz Realtakt anwenden, da ab 2.2 Ghz Realtakt ein Multiplikator von 11 möglich ist. Sollte man für den Speicher Werte erreichen, die einen höheren als den verfügbaren Multiplikator für niedrige Latenzen benötigt bitte nach 1und 2 vorgehen und normal übertakten.
3.2: Multiplikatorveränderung zugunsten eines hohen Speicherdurchsatzes (sinnvoll bei: Athlon XP-M, Pentium-M)
Da die beiden oben genannten Mobilprozessoren einen recht niedrigen FSB von 133 Mhz haben, wird bei der Speicherbandbreite recht viel Leistung verschenkt. Man ermittelt, wie unter Schritt 1 beschrieben den maximalen CPU Takt. Dann ermittelt man wie in Schritt 3.1 beschrieben den maximalen Takt des Speichers bei bestimmten Latenzen. Da der Athlon XP so wie der A64 recht gut von niedrigen Latenzen profitiert sollte man das Maximum des Speichers an Takt für Latenzen von 2-2-2-5 bis 2.5-3-3-7 suchen. Hat man diese gefunden ermittelt man, wie in 3.1 den Multiplikator. Dieser liegt in der Regel deutlich unter dem Originalmultiplikators, da bei 133 Mhz ein sehr hoher Multiplikator für einen hohen Takt nötig ist. Nun berechnet man, wie in 3.1 den Multiplikator: ein Beispiel: Der Speicher schafft 227 Mhz bei Latenzen von 2.5-3-3-6. Die CPU verträgt 2600 Mhz. 2600/227 = 11.45. Dies wird abgerundet, da der Takt sonst über dem maximalen CPU Takt läge. Also ergibt sich 11*227 Mhz = 2497 Mhz. Um den maximalen Takt voll ausreizen zu können muss man, wieder in Taschenrechnerspielerei den FSB und den Multiplikator verändern: 226*11.5 = 2599 Mhz. So erreicht man hohe Taktraten kombiniert mit einer hohen Speicherbandbreite.
Anschließend sollte noch ein 24 Stunden Dauertest mit prime95 zur absoluten Sicherheit gemacht werden.
Anmerkung: Sollte nach einem dieser Schritte der PC nicht mehr hochfahren müsst ihr wissen oder in eurem Mainboard-Handbuch nachschauen wo der CMOS Jumper sitzt. Wenn der PC nicht mehr bootet muss der CMOS Jumper von Pin 1 und 2 auf Pin 2 und 3 und wieder zurück gesteckt werden. Jetzt Befindet sich das BIOS wieder im Auslieferungszustand, also sollte man sich die stabilen Einstellungen merken oder aufschreiben, sonst heißt’s: alles noch mal von vorne.
Bei sachgemäßer Handhabung wird an der Hardware nichts kaputtgehen.
Das war’s dann mit dem CPU und RAM Übertakten. Mehr Leistung geht an dieser Stelle nicht.
WARNUNG: Für Schäden an der Hardware hafte ich nicht.