Dämmung
Jeder kennt das Gefühl, wenn man extra auf ruhige Komponenten setzt und dann letztendlich doch immer vom Computer genervt wird. Gerade wenn man sich einmal darauf eingeschossen hat, scheint einem die Geräuschkulisse, die die einzelnen Komponenten entwickeln noch um ein vielfaches schlimmer. Ich habe mir gedacht, das muss ich mir doch von meiner Hardware nicht gefallen lassen und habe gesagt "BeQuiet!". Entschuldigt das schlechte Wortspiel, aber ich denke, ihr habt mich schon verstanden.^^
Lange Rede, kurzer Sinn. Ich habe mich letztendlich daran gemacht, meinen Computer zu dämmen, um die nervige Geräuschentwicklung zu vermindern! Wie ich das gemacht habe und was das Ergebnis davon war/ist, möchte ich mit den folgenden Worten und Bildern einmal erläutern!
0.0 Hardware und Spezifikationen [Zur Link-Ansicht bitte registrieren.] [Zur Link-Ansicht bitte registrieren.] [Zur Link-Ansicht bitte registrieren.] [Zur Link-Ansicht bitte registrieren.] CPU: Intel Core i5 750 (Turbo Modus an; Stromsparmodi an,Standardtakt)
Ram: 4GB DDR3 Geil Ram 1333MHz CL9
Mainboard: Gigabyte P55M-UD2 (Bios F4g)
Grafikkarte: Club 3D Ati AMD HD4890 Zerotherm
Netzteil: bequiet Straight Power E7-CM-480W
Gehäuse: Xigmatek Asgard
Kühlung: - Xigmatek HDT-S963 92mm CPU Kühler (gedrosselt auf 20%)
- 120mm (1200U/min) Xigmatek Kühler front (Temperatur regulierte Steuerung vom Netzteil)
- 120mm (1200U/min) Xigmatek Kühler back (Temperatur regulierte Steuerung vom Netzteil)
OS: Windows 7 Ultimate x64
1.0 Vorbereitung [Zur Link-Ansicht bitte registrieren.] [Zur Link-Ansicht bitte registrieren.] [Zur Link-Ansicht bitte registrieren.] [Zur Link-Ansicht bitte registrieren.] [Zur Link-Ansicht bitte registrieren.]
Jeder, der denkt, er könne mal eben schnell seinen PC dämmen, liegt ziemlich falsch, denn dabei handelt es sich um eine ziemlich aufwändige Angelegenheit. Im Vorfeld muss das komplette Gehäuse völlig clean gemacht werden. D.h. alle Komponenten müssen raus und das Gehäuse selbst muss von sämtlichem Schmutz befreit werden. Wenn vorher oft und viel aus- und eingebaut wurde, empfiehlt es sich, das Gehäuse von innen mit einem nassen Lappen und etwas Spülmittel zu säubern, bzw. mit etwas fett-lösendem, um den perfekten Halt der Matten zu garantieren.
Ist das Gehäuse völlig leer, sauber und zerlegt, stellt sicher, dass ihr alle Werkzeuge habt, die ihr benötigt. Darüber hinaus solltet ihr den Tisch oder den Boden (je nachdem wo gearbeitet wird) mit einem weichen Lappen, Tuch oder dergleichen auslegen, damit euer Case keine Kratzer bekommt!
1.1 Material [Zur Link-Ansicht bitte registrieren.] [Zur Link-Ansicht bitte registrieren.] [Zur Link-Ansicht bitte registrieren.]
- bequiet PC Noise Absorber Kit
- Cuttermesser
- Unterlage
- Zollstock oder langes Lineal
- mehrere Blätter Papier
- Folienstift
Das ist schon alles, denn mehr braucht ihr eigentlich nicht. Mit gesundem Augenmaß ist es hier leider nicht getan. Die Blätter Papier etwa dienen als Schablone für eine perfekte Passform der zugeschnittenen Matten im Gehäuse und wer will und evtl. etwas vergesslich ist, nutzt sie auch, um sich dort die entsprechenden cm-Werte aufzuschreiben.
2.0 Dämmung
Die Dämmung ist im mitgelieferten Handbuch perfekt geschrieben. Dort steht genau, welche Matte ihr wann verwenden sollt, bzw. müsst. Es ist nicht weiter schwer, die verschiedenen Matten auseinander zu halten, denn es handelt sich im wesentlichen nur um zwei verschiedene Typen von Matten. Einer für die Frontdämmung und einer für den Rest des Gehäuses, wie die Seitenteile, Boden und die Decke.
In der Anleitung wird mit der Front begonnen, folglich habe ich auch diesen Schritt an die erste Stelle gesetzt. Hierzu benötigt man die dickste Matte, da nach vorne am besten gedämmt werden muss, da dort wenig durchgängige Materialien sitzen und sich meistens vor und nicht hinter seinem Rechner befindet. Hierbei ist wichtig, dass man natürlich genau arbeitet und sich vorher bewusst macht, bzw. sich darüber im Klaren ist, wie viele Laufwerke man später genau einbaut oder einbauen will, denn der Kleber ist wirklich sehr stark. Was die Front angeht, so ist die Größe der Matte im Vergleich zu der zu beklebenden Fläche recht groß und man kann ggf. auch noch nachdämmen. Noch ein Grund mehr, mit der Front zu beginnen, um sich einmal langsam in das ganze einzuarbeiten.
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Ist die Vorderseite nach den eigenen Wünschen perfekt gedämmt, geht es ans Eingemachte, bzw. Innere des Cases. Dafür liegen zwei wesentlich dünnere, aber dafür umso schwerere Matten bei. Das Problem beim Verlegen im Inneren ist, dass man dort oft viele nicht durchgängige Flächen hat und daher sehr genau messen muss, um die Matte exakt zu verlegen. Am besten hat bei mir folgendes funktioniert. Ich habe ein Blatt genommen und es ins Gehäuse gelegt, an den Kanten konnte ich das Blatt einfach knicken und hatte später dann die perfekten Maße. In dem Fall habe ich aber meistens ein paar Millimeter mehr dazu gerechnet, da sich der Dämmstoff noch ein wenig drücken lässt und man so einen sehr festen Halt bekommt. Die Dämmmatten sind auf der Rückseite mit einem sehr starken Kleber bestrichen und ein Abziehen nach dem Verlegen ist nicht sonderlich ratsam! Vor einem Problem stand ich, da jeweils an den Seiten der Gehäuse kleine Kanäle entstehen, dort wo die Seitenteile eingehängt werden. Damit man trotz extrem stark klebender Rückseite die Matten unter diese kleine Kante geschoben werden konnten, habe ich einfach an den Rändern (links und rechts der Länge nach) einen kleinen Streifen der Schutzfolie drauf gelassen, um diese an den Ecken noch etwas verschieben zu können, bzw. damit die Matte unter diese Ecke gleiten konnte. Das gleiche habe ich dann auch bei der Ecke gemacht. Die Verlegung von Ober und Unterteil sind eigentlich nahezu identisch, nur die Maße variieren ein wenig.
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Zu guter Letzt habe ich mich an die Seitenteile gewagt. Wobei gewagt hier vielleicht nicht der richtige Begriff ist, denn das war bei mir mit Abstand der leichteste Part. Von der Länge her haben die Matten perfekt auf meine Seitenteile gepasst, jedoch hat die Breite leider nicht ganz gereicht! Daher ist es wichtig, dass man zum Schluss noch 3 Matten für die Seiten übrig hat, um jeweils zwei ganz auf ein Seitenteil zu montieren und das dritte dementsprechend in der Breite zu verkleinern und dieses dann unter der vorherigen Matte anzubringen. Man könnte eigentlich sagen, dass diesen Schritt selbst eine Kindergartengruppe erledigen könnte, natürlich immer vorausgesetzt, man legt nicht allzu großen Wert auf Passgenauigkeit. Alle anderen messen auch hier wieder exakt und schneiden dann zu!^^
[Zur Link-Ansicht bitte registrieren.] 3.0 Abschließende Arbeiten [Zur Link-Ansicht bitte registrieren.]
Ist alles verlegt und euer Gehäuse macht von Innen nun einen gemütlichen Eindruck, muss natürlich auch die Hardware wieder verbaut werden. Im Prinzip läuft das ganze genauso ab, wie vorher, wenn ihr alles richtig verklebt habt, allerdings sollte man mit der Matte dort aufpassen, wo das Netzteil im Gehäuse sitzt. Denn die Bohrungen an der Rückseite des Gehäuses, in denen das Netzteil verschraubt wird, sitzen so, dass das Netzteil ziemlich exakt mit dem Metall der Decke in Berührung kommt und daher muss man schauen, ob man die Matte eventuell genug zusammenpressen kann, oder ob man diesen Platz lieber frei lässt. Entscheidet man sich für letztere Methode, hat man dort natürlich keine Unterdrückende Wirkung von Schall und Schwingung! Daher sollte man, wenn irgendwie möglich, die Dämmmatten durchgängig verlegen! Wie schon gesagt, der Rest der Hardware kann ganz normal wieder eingebaut werden und auch die Netzteile können, bei korrekter Messung, ganz einfach wieder eingehängt werden.
4.0 Fazit
Ich war ja schon etwas skeptisch, ob so ein paar kleine Matten den Schall wirklich zu einem großen Teil schlucken können, aber als ich das Paket in Händen hielt und das Gewicht spüren konnte, wurde mir klar, dass dies durchaus funktionieren könnte. Das Paket wog mehrere Kilogramm und dementsprechend schwerer wird natürlich letztendlich auch euer Gehäuse! Aber das ist es auf jeden Fall wert. Man schafft es zwar nicht, die Geräuschkulisse ganz verschwinden zu lassen, aber die auftretenden Geräusche sind nun nur noch extrem schwach, bzw. dumpf wahrnehmbar. Wenn man nebenher Fernsieht oder sonst etwas in der Nähe seines Computers macht, was Geräusche verursacht, ist der PC nicht mehr wahrzunehmen und schon gar nicht mehr als störende Quelle auszumachen.
Daher könnte sich solch eine Dämmmaßnahme gerade für die Leute bezahlt machen, die ihren Computer dort stehen habe, wo sie oft sind oder gar übernachten. Denn wer gerne Bilder rendert und/oder Videoschnitt macht, wird wissen, dass man dann auch mal den Rechner über Nacht anlassen muss und dann kann laut röhrende Hardware schnell zum Schlaftöter werden!
Doch es gibt auch eine klitze kleine Schattenseite, wenn man sein Gehäuse dämmt. Das ist zum einen Dauer von 3 Stunden. Solange habe ich nämlich benötigt, vom ersten Ausbau der Hardware, über die Dämmung des Gehäuses, bis hin zum erneuten Einbau ins fertige Gehäuse. Außerdem wird die Temperatur im Inneren, je nach Airflow, erhöht. Bei mir war das ebenfalls so und zwar haben die Temperaturen der CPU im Schnitt 2-3°C erhöht und die Temperatur der Grafikkarte um ca. 5°C.
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Von mir gibt es trotz der leichten Temperatursteigerung eine klare Kaufempfehlung!
Zeitaufwand: 2,5-4 Stunden (Je nach Gehäuse und Geschicklichkeit)
Schwierigkeitsgrad: 6 (Auf einer Skala von 1-10)
4.1 Kleine Tipps zum Schluss
- Auch wenn ihr ein Midi Gehäuse habt, bestellt das Big Tower Set, denn sonst sind nicht genügend Matten vorhanden! Ich bin mit dem Big Tower Set gerade so hingekommen!
- Nehmt einen permanent haftenden Folienstift, um die Schnittkanten zu markieren, denn es bietet sich natürlich an, diese Schnittmuster auf der Rückseite der Matten aufzuzeichnen und dort ist nun einmal die Schutzfolie für den Kleber angebracht. Darauf hält eben einfach nur permanenter Folienstift!
- Messt aus, ob nach der Anbringung der Matten euer Netzteil noch richtig ins Gehäuse passt.
- Überlegt euch vorher genau, wo ihr welches Stück aus der Matte schneidet, denn die Platten für den Innenraum und die Seitenteile sind rar und durchdachte Schnittmuster sind daher ein Muss!
- Nehmt ein scharfes Messer, denn sonst wird euch der Stoff ausfransen und reißen! Das wäre dann hinterher kein schöner Anblick.
- Messt genau, denn sonst passen die Seitenteile später nicht mehr richtig ins Gehäuse!
- Sorgt für einen guten Airflow, denn sonst steigt die Temperatur im Gehäuse zu stark an!