RETTUNGSMAßNAHMEN UNTER MS WINDOWS® XP
Überblick:
1. abgesicherter Modus
2. Systemwiederherstellung
3. Wiedereinbinden eines bereits installierten Treibers
4. Letzte als funktionierend bekannte Konfiguration
5. Wiederherstellungskonsole
6. Reparaturinstallation
1. Abschnitt: abgesicherter Modus
Um in den abgesicherten Modus zu gelangen, drücken Sie bitte während des Startvorganges die Taste
[F8].
Es erscheint ein Menü mit mehreren Auswahlmöglichkeiten, hier wählen Sie den abgesicherten
Modus aus.
Im abgesicherten Modus werden nur die nötigsten Treiber und Programme geladen, damit keine Konflikte
entstehen können. Ist das System hochgefahren, können Sie nun Programme deinstallieren,
problematische Treiber entfernen oder Dienste deaktivieren oder aktivieren.
2. Abschnitt: Systemwiederherstellung
Mit Hilfe der Systemwiederherstellung können Sie Ihren PC zu einem bestimmten Zeitpunkt
wiederherstellen. Dies bedeutet, wenn Ihr PC vor der Installation eines bestimmten Programms noch lief,
können Sie den PC in den Zustand bringen, in dem er vor der Installation dieses Programms war.
Die Systemwiederherstellung merkt sich den aktuellen Zustand der zu überwachenden Festplatten und
speichert ab dem Zeitpunkt des Systemwiederherstellungspunktes alle folgenden Veränderungen. Die
Systemwiederherstellung können Sie sowohl im abgesicherten als auch im normalen Modus benutzen. Im
normalen Betriebsmodus erreichen Sie die Systemwiederherstellung unter Start -> Programme ->
Zubehör -> Systemprogramme -> Systemwiederherstellung.
In dem darauf folgenden Anzeigefenster können Sie entweder den Computer zu einem früheren Zeitpunkt
wiederherstellen, einen Wiederherstellungspunkt erstellen oder die letzte Wiederherstellung (sofern Sie
bereits eine durchgeführt haben) rückgängig machen.
Um eine Systemwiederherstellung durchzuführen, müssen sie nun auf dem Kalender links ein fett
markiertes Datum auswählen. Dies bedeutet, dass an diesem Datum ein Wiederherstellungspunkt
existiert.
Wenn Sie den gewünschten Wiederherstellungspunkt ausgewählt haben, erscheint ein weiteres
Fenster.
WICHTIG: Dies ist das letzte Fenster vor der Wiederherstellung. Nach einem Klick auf "Weiter" wird
der Computer neu gestartet und zu dem ausgewählten Punkt wiederhergestellt. Nachdem die Aktion
erfolgreich durchgeführt wurde, erscheint noch ein Fenster, dass der Wiederherstellungspunkt auf
Ihrem PC erfolgreich wiederhergestellt wurde.
Bitte beachten Sie, dass ein Wiederherstellungspunkt kein Image ersetzt und auch keine Dokumente in
persönlichen Ordnern sichert!
MS Windows XP erstellt bei Installation neuer Treiber oder Programme mit MSIInstaller selbständig einen
Wiederherstellungspunkt. Bei allen anderen Programmen muss dieser manuell vor der Installation erstellt
werden.
Alle 24 Stunden wird ein Wiederherstellungspunkt automatisch erstellt. Das können Sie in der Registry
unter HKEY_Local Machine\ SOFTWARE\ Microsoft\ WindowsNT\ CurrentVersion\ SystemRestore mit
dem Wert RPGlobalInterval ändern. Normalerweise ist der Wert auf 86400 Sekunden voreingestellt, also
24 Stunden. Der Wert kann frei eingestellt werden.
Wenn Sie allerdings die Systemwiederherstellung nicht nutzen möchten, können Sie diese mit dem
Systemwiederherstellungsprogramm unter Start -> Einstellungen -> Systemsteuerung -> System ->
Systemwiederherstellung auch deaktivieren. Außerdem haben Sie dort auch die Möglichkeit, weitere
Einstellungen vorzunehmen.
3. Abschnitt: Rollback eines bereits installierten Treibers
Windows erstellt bei jedem Treiberupdate eines Gerätes einen Wiederherstellungspunkt und kann so die
Installation wieder rückgängig machen, wenn das Gerät danach nicht wie gewünscht funktioniert.
Wenn der neue Treiber nicht fehlerfrei funktioniert oder schnell wieder aus dem System soll, reicht hierfür
der Button "Installierter Treiber" unter System -> Hardware -> Eigenschaften des Geräts -> Registerkarte
Treiber.
4. Abschnitt: Letzte als funktionierend bekannte Konfiguration
Diese Option finden Sie ebenfalls im Menü "Erweiterte WindowsStartOptionen", welches Sie über die
Taste [F8] beim Bootvorgang erreichen. Windows speichert bei jedem erfolgreichen Booten eine Liste
aller installierten Treiber sowie eine Kopie der Registry. Wenn Sie zum Beispiel einen neuen Treiber
installiert haben und dieser Probleme bereitet, können Sie mit Hilfe der letzten als funktionierend
bekannten Konfiguration dieses Problem beheben und den PC normal starten.
5. Abschnitt: Wiederherstellungskonsole
Wenn Sie beim Booten nicht einmal mehr Windows starten können, dann sollten Sie das Problem über
die Wiederherstellungskonsole lösen. Ein großer Vorteil der Wiederherstellungskonsole ist, dass Sie die
Konsole immer starten können, sogar wenn die Systemdateien von Windows zerstört sind. Sie können die
Konsole entweder installieren oder sie über Ihre Windows XP-CD aufrufen. Wenn Sie die
Wiederherstellungskonsole installieren möchten, legen Sie Ihre Windows XP-CD ins CD-Laufwerk und
geben unter Start -> Ausführen Folgendes ein: E:\i386\winnt32.exe /cmdcons
In diesem Fall ist das CD-Laufwerk E:
Installation fertiggestellt:
Nach der Installation erscheint bei jedem Start eine Abfrage, ob Sie Windows XP oder die
Wiederherstellungskonsole starten möchten, die Anzeige bleibt 30 Sekunden bestehen.
Um dieses Intervall von 30 Sekunden zu verkürzen, machen Sie Folgendes: Start -> Ausführen -> Hier
geben Sie msconfig.exe ein und drücken Enter.
Nun klicken Sie auf den Reiter BOOT.INI. In der Mitte rechts befindet sich ein kleines Feld namens
Zeitlimit. Dieses können Sie auf 3 Sekunden herunterstellen, da sonst eine unnötig lange Zeit zum
Booten beansprucht wird.
Mit Hilfe der Wiederherstellungskonsole können Sie Windows-Systemdateien und Ordner kopieren,
ersetzen und umbenennen, Dienste deaktivieren, Partitionen erstellen und formatieren sowie den MBR
(Master Boot Record) oder den Bootsektor reparieren.
Um die Konsole von CD zu starten, booten Sie von der Windows XP-CD und drücken Sie [R] für Recovery
Console. Nun werden alle entdeckten Windows-Installationen aufgelistet. Wählen Sie die gewünschte
aus, indem Sie die Nummer drücken. Nun könnten Sie aufgefordert werden, das Administrator-Passwort
einzugeben. Bei Windows XP Home Systemen drücken Sie einfach Enter, bei Windows XP Professional
geben Sie das Administrator-Passwort ein.
Nun gelangen Sie in eine Konsole, die sehr der Kommandozeilenebene ähnelt. Um alle verfügbaren
Befehle zu erhalten, geben Sie help ein, um nähere Informationen über einen einzelnen Befehl zu
erhalten, geben sie help Befehl ein.
Nachfolgend einige Beispiele:
attrib Hiermit können Sie Attribute der einzelnen Dateien (versteckt, schreibgeschützt) ändern.
chkdsk Überprüft eine Festplatte mit Statusbericht.
copy Kopiert eine Datei.
listsvc Listet alle Dienste, Treiber und deren Status auf.
format Formatiert eine Partition mit dem angegebenen Dateisystem.
disable Kann Dienste oder Treiber deaktivieren.
fixmbr Repariert den Master Boot Record, wenn dieser zum Beispiel durch eine LinuxInstallation
beschädigt wurde.
diskpart Verwaltet Partitionen.
fixboot Schreibt einen neuen Partitionsbootsektor auf der Systempartition.
Nachfolgend noch zwei Beispiele für den Einsatz der Wiederherstellungskonsole:
Sie haben Linux installiert und dies hat Ihren Bootsektor oder den Master Boot Record zerstört. Geben Sie
· fixboot für den Bootsektor oder · fixmbr für den Master Boot Record ein.
Ein Dienst oder ein Treiber ist für ein fehlerhaftes System verantwortlich:
· Wechseln Sie zum Ordner „Windows\System32", geben Sie an der Eingabeaufforderung "listsvc" ein
und drücken Sie anschließend die Eingabetaste.
· Suchen Sie in der angezeigten Liste den Dienst oder den Treiber, der das Problem verursacht.
· Geben Sie den Namen des Treibers gefolgt von "disable" ein und drücken Sie anschließend die
Eingabetaste.
6. Abschnitt: Reparaturinstallation
Wenn keiner dieser Tipps Ihr Problem beheben konnte, hilft möglicherweise eine
Reparaturinstallation. Booten Sie von der Windows XP CD, drücken Sie Enter und folgen Sie den
Anweisungen.
Nachdem Sie Ihre Installation ausgewählt haben, drücken Sie [R], um die Installation zu reparieren.
Hierbei gehen keine persönlich erstellten Daten, sondern ausschließlich installierte Updates verloren.
Wenn die Installation beendet ist, sollte Ihr System wieder funktionieren und die Dateien sollten weiterhin
erhalten sein. Hilfreich ist dies, wenn Ihr Windows XP stark zerstört sein sollte, sei es durch irgendwelche
Registryänderungen oder Ähnlichem.
Weitere Informationen zu dieser Art von Installation finden Sie direkt bei Microsoft im
Knowledge Base Artikel 315341. Dieser Artikel beinhaltet eine StepbyStep Anleitung.
Bitte beachten Sie:
Nach der Durchführung einer Reparaturinstallation oder direkter Aktualisierung müssen Sie alle
Updates für Windows neu installieren. Die neu zu installierenden Windows Updates finden Sie auf
folgender Microsoft Website:
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