Als die Wissenschaft zur Darstellung, Speicherung, Übertragung und Verarbeitung von Informationen hat die Informatik unser Leben in den letzten Jahrzehnten nachhaltiger beeinflusst als jede andere Wissenschaft. Dabei umfasst sie nicht nur so unterschiedliche Aufgabenfelder wie die Strukturierung von Prozessen, die Architektur von Systemen, den Aufbau von Netzwerken, die Konzeption, Entwicklung und Implementierung von Hard- und Softwarelösungen und die Gestaltung von Anwendungssystemen.
Die Fachhochschule (FH) ist eine Hochschulform, die – auf wissenschaftlicher Grundlage – ihre Lehre und Forschung mit einem anwendungsorientierten Schwerpunkt verbindet. Deshalb führen Fachhochschulen auch zunehmend die Bezeichnung „Hochschule“ (HS) oder „Hochschule für Angewandte Wissenschaften“ (HAW) sowie die entsprechenden englischsprachigen Bezeichnungen „University“ oder „University of Applied Sciences“.
Das Beispiel Schmalkalden
So ist zum Beispiel das 6-semestrige Bachelor-IT-Studium an der Fachhochschule Schmalkalden so aufgebaut, dass die Studierenden in den ersten beiden Semestern Grundlagen der Informatik, der Naturwissenschaft und Technik sowie der Wirtschaftswissenschaften erlernen. Im 3. und 4. Semester werden dann ausgewählte Wissensgebiete vertieft und durch weitere Wahlpflichtfächer ergänzt. Im 5. Semester schließt sich eine Praxisphase in externen Unternehmen an. Und im abschließenden 6. Semester haben die Studierenden die Möglichkeit, weitere Wahlpflichtangebote zu wählen und als Abschlussarbeit die Bachelor-Thesis zu schreiben.
Zugangsvoraussetzungen
Das IT-Studium an einer Fachhochschule wie Schmalkalden setzt in der Regel die allgemeine Hochschulreife (Abitur), die fachgebundene Hochschulreife oder die Fachhochschulreife voraus. Seit 2009 gilt auch ein Meistertitel als Fachhochschulzugangsberechtigung.
Je nach Studiengang ist zudem häufig der Nachweis eines fachbezogenen Vorpraktikums, einer fachspezifischen Berufsausbildung oder – etwa im Rahmen der 11. Klasse einer Fachoberschule – eines einjähriges Fachpraktikums erforderlich. Absolut unverzichtbar sind natürlich auch ein möglichst großes Interesse an Informatik, Mathematik und formalen Strukturen. Darüber hinaus ist es von Vorteil, wenn die Studierenden an der Organisation praxisnaher Problemlösungen und an der Arbeit in interdisziplinären Teams Freude haben.
Diplomstudiengänge
Das Studium an einer Fachhochschule wird heute in der Regel mit einem akademischen Diplomgrad bzw. – nach entsprechend akkreditierten Studiengängen – mit einem Bachelor- oder Master abgeschlossen.
Das bisherige Diplomstudium hat eine Regelstudienzeit von 8 Semestern, in Ausnahmefällen sind auch Regelstudienzeiten von 7 oder 6 Semestern möglich. Mit dem Abschluss des Studiums wird ein akademischer Diplomgrad mit Angabe der Fachrichtung und dem Zusatz (FH) verliehen – z.B. „Diplom-Informatiker (FH)“.
Als Voraussetzung für einen Diplom-Abschluss schließt das Studium – je nach Bundesland – meist ein oder zwei Praxissemester ein.
Bachelor- und Masterstudiengänge
Gemäß § 19 Hochschulrahmengesetz (HRG) ist es seit 1998 möglich, gestufte Studiengänge mit den Abschlüssen Bachelor und Master einzuführen. Die Regelstudienzeit in einem Bachelor-Studiengang beträgt für alle Hochschularten 6 bis 8 Semester, für einen Master-Studiengang 2 bis 4 Semester. Masterstudiengänge sind überwiegend als konsekutiver Studiengang auf einen vorausgegangenen, passenden Bachelorstudiengang abgestimmt. Die Regelstudienzeit beträgt dann insgesamt 10 Semester.
Anders als das Diplom-Studium führt ein Bachelor-Studium der Informatik also bereits nach 6 Semestern zu einem ersten berufsqualifizierenden Abschluss. Wer ihn besteht, ist – dank der inhaltlichen Konzentration und des bewussten Zusammenspiels von grundqualifizierenden Studieninhalten, fachlicher Spezialisierung und Integration praxisrelevanter Fragestellungen – absolut fit für den Berufseinstieg. Zumal Arbeitgeber das vorgeschriebene Pflichtpraktikum und die konsequente Praxisorientierung außerordentlich schätzen.
Wie schon erwähnt, ermöglicht ein guter Bachelor-Abschluss zudem die Aufnahme eines weiterführenden Master-Studiums. Viele Fachhochschulen bieten deshalb im Fach Informatik einen „konsekutiven“ Masterstudiengang an, der das Bachelor-Programm fachlich fortführt und nach vier Semestern zu einem zweiten Hochschulabschluss führt.
Option Promotion
Da sich der Masterabschluss einer Fachhochschule formal nicht von dem einer Universität unterscheidet, ermöglicht er ohne zusätzliche Voraussetzungen die Promotionszulassung an einer Universität. In besonders qualifizierten Fällen werden auch die Diplom-Absolventen von Fachhochschulen und die Bachelor-Absolventen aller Hochschularten zur Promotion zugelassen.
IT-Studiengänge an deutschen Fachhochschulen
Nachfolgend eine Zusammenstellung der wichtigsten deutschen Fachhochschulen mit IT-Studiengängen und Master- bzw. Bachelor-Abschluss:
| Ort | Name | Studienfach / Schwerpunkte | Abschluss |
|---|---|---|---|
| Bielefeld | Fachhochschule Bielefeld | Elektronik | Bachelor |
| Bingen am Rhein | Fachhochschule Bingen | 10.500,00 Euro | Master |
| Dortmund | Fachhochschule Dortmund | 5.000,00 Euro | Bachelor |
| Düsseldorf | Fachhochschule Düsseldorf | 8.735,00 Euro | Bachelor |
| Frankfurt/Main | Fachhochschule Frankfurt am Main | 4.650,00 Euro | Bachelor |
| Gelsenkirchen | Fachhochschule Gelsenkirchen | 10.000,00 Euro | Bachelor |
| Hannover | Fachhochschule Hannover | 8.000,00 Euro | Bachelor |
| Kaiserslautern | Fachhochschule Kaiserslautern | 6.700,00 Euro | Bachelor |
| Kiel | Fachhochschule Kiel | 4.100,00 Euro | Master |
| Koblenz | Fachhochschule Koblenz | 8.750,00 Euro | Bachelor |
| Lübeck | Fachhochschule Lübeck | 5.084,00 Euro | Master |
| Schmalkalden | Fachhochschule Schmalkalden | 8.000,00 Euro | Bachelor |
| Schweinfurt | Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt | 12.000,00 Euro | Diplom |
| Steinfurt | Fachhochschule Münster | 12.000,00 Euro | Master |












