Studiengänge

Die Anzahl der Studienfächer, die heute noch ohne die Segnungen der Informatik auskommen, wird von Jahr zu Jahr zu Jahr geringer. Die Flut der Daten ist zu groß, ihre Interpretation zu schwierig geworden, als dass sie sich noch ohne die Werkzeuge aus der Informatik bewältigen ließen. Ob Ingenieurwissenschaften, Chemie oder Soziologie: Die einzelnen Studienfächer werden von den Informations- und Kommunikationstechniken inzwischen sehr beeinflusst.

Die Fachbereiche Informatik an den Technischen Hochschulen und Universitäten bemühen sich deshalb mehr und mehr um eine entsprechend zukunftsorientierte Ausrichtung ihrer Studienangebote. Denn, so schreibt z.B. der Fachbereich Informatik an der international renommierten Technischen Universität Darmstadt, „die herkömmliche PC-Ära, in der es darum ging, rein technologische Lösungen für Technokraten und Experten zu schaffen, hat heute ein Ende. In Zukunft werden spezialisierte, computerbasierte Gebrauchsgegenstände, die für breite Nutzergruppen ausgelegt sind, die Anforderungen an die Informatiker prägen.“

Zunehmende Pragmatik in den Studiengängen

Mit anderen Worten: Bei den von den deutschen Hochschulen und Universitäten angebotenen IT-Studiengängen ist immer weniger Theorie und immer mehr praxisnahe Anwendung gefragt. Denn Softwaresysteme, Datenbanken, Simulationssysteme und automatisierte Prozesssteuerungen sind heute nicht nur aus Forschung und Wirtschaft, sondern vor allem auch aus unserem persönlichen und gesellschaftlichen Leben nicht mehr wegzudenken.

Das führt dazu, dass sich die theoretischen, technischen und praktischen Aspekte des IT-Studiums zunehmend vereinen. Dies umso mehr, als viele Studienanbieter ganz gezielt interdisziplinäre und bereichsübergreifende Schwerpunkte setzen und eine enge Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen und mit der Industrie anstreben.

Bachelor und Master

Wichtig ist, dass die angebotenen IT-Studiengänge konsekutiv sind, d.h. die Studierenden starten mit dem 6-semestrigen Bachelor-Studiengang und können ihr Studium anschließend nahtlos mit dem jeweiligen 4-semestrigen Master-Studiengang fortsetzen. Da der Bachelor aber ein für den jeweiligen Beruf voll qualifizierender Abschluss ist, können sie nach dem Bachelor-Abschluss auch gleich in die Wirtschaft wechseln.

Weil ein abgeschlossenes Masterstudium die Startposition für eine Wirtschaftskarriere aber deutlich verbessert, zielen z.B. die Studiengänge des Fachbereiche Informatik an der TU Darmstadt ganz bewusst auf den Master als Regelabschluss. Das bedeutet: Bachelor und Master sind hier so gut aufeinander abgestimmt, dass für ein auf dem Bachelor aufbauendes Masterstudium sehr gute Erfolgaussichten bestehen und für den Wechsel vom Bachelor zum Master keine unnötigen Hürden existieren.

Da die Bachelor- und Masterstudiengänge des Fachbereichs Informatik an den deutschen Hochschulen und Universitäten bei genauerer Betrachtung äußerst vielgestaltig sind, lassen sie sich hier nur beispielhaft, d.h. als Auswahl und ohne Rücksicht auf thematische Überschneidungen darstellen.

Beispiele für Bachelor-Studiengänge

Im Bereich Informatik werden in Deutschland unter anderem die folgenden Bachelor-Studiengänge angeboten (alphabetisch):

  • Angewandte Kommunikations- und Medienwissenschaft
  • Computing
  • Eingangsstudiengang Informatik
  • Informatik und ein human- oder sprachwissenschaftliches Fach
  • Informatik: Lehramt berufliche Schule mit beruflicher Fachrichtung Informatik
  • Information Science
  • Informationsmanagement und Informationstechnologie (IMIT)
  • Informationssystemtechnik: Elektrotechnik und Informatik
  • Mathematik und Informatik in den Ingenieurswissenschaften
  • Systems and Components
  • Wirtschaftsinformatik: Informatik in der Wirtschaft

Beispiele für Master-Studiengänge

Auf den oben genannten Bachelor-Studiengängen aufbauend, kommen unter anderem die folgenden Master-Studiengänge hinzu (alphabetisch):

  • Angewandte Informatik
  • Angewandte Kommunikations- und Medienwissenschaft
  • Autonome Systeme: spezialisierter Informatikmaster
  • Distributed Software Systems: spezialisierter Informatikmaster
  • Fortsetzungsstudiengang Informatik
  • Information and Web: spezialisierter Informatikmaster
  • Informationsmanagement und Informationstechnologie (IMIT)
  • Informationstechnologie (Information Technology)
  • IT Security: spezialisierter Informatikmaster
  • Visual Computing: spezialisierter Informatikmaster
  • Wirtschaftsinformatik: Informatik in der Wirtschaft

Praktika sorgen für hohen Realitätsbezug.

Da die Fachhochschulen und Universitäten aus den eingangs genannten Gründen immer mehr Wert auf die praktische Anwendbarkeit der von ihnen vermittelten Kenntnisse und Fertigkeiten legen, sind sowohl Praktika als auch ein Betriebspraktikum in der Regel fester Bestandteil der Studiengänge. Denn sie helfen den Studierenden, möglichst früh zu erkennen, wie sie ihre erworbenen Kenntnisse erfolgreich in ein Unternehmen einbringen können.

Sehr gute Zukunftsaussichten

Und dieser Erfolg wird zumindest nach der derzeitigen Wirtschaftslage nicht lange auf sich warten lassen. Denn die Zukunftsaussichten für angehende Informatiker/-innen sind ausgezeichnet. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit gab es in der Informations- und Kommunikationsbranche bereits im Jahr 2010 mehr als 16.000 freie Stellen. Einer Presseinformation des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) zufolge wird das Jahr 2011 in diesem Bereich weitere 10.000 neue Arbeitsplätze bringen.

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