Laut einer Bitkom-Umfrage schreiben rund 94 Prozent aller Unternehmen ihre offenen Stellen inzwischen online aus und rund 40 Prozent verlangen von ihren Bewerbern, dass sie bei der Zusendung ihrer Unterlagen denselben Weg gehen. Etwa ein Fünftel tut das auch bereits – Tendenz steigend. Mit anderen Worten: Die postalische Bewerbung wird von der Online- beziehungsweise von der E-Mail-Bewerbung immer mehr verdrängt.
Denn wie eine Stepstone-Umfrage unter rund 5.000 Fach- und Führungskräften ergeben hat, sind rund 78 Prozent unsicher, wie sie eine solche Online-Bewerbung überhaupt gestalten sollen. 24 Prozent davon geben zu, das sie sich damit überhaupt nicht, die restlichen 54 Prozent, dass sie sich nur ein bisschen auskennen. Nur ganze 22 Prozent der Befragten sind nach ihrer eigenen Einschätzung tatsächlich up to date.
Dabei sind die Regeln für eine Online-Bewerbung weiß Gott nicht so schwierig, wie manche glauben. Hier die fünf wichtigsten:
1. Machen Sie sich kundig!
Bevor Sie mit Ihrer Bewerbung beginnen, recherchieren Sie z.B. mit Hilfe der Firmen-Homepage erstmal alle relevanten Informationen über das von Ihnen anvisierte Unternehmen und den von ihm ausgeschriebenen Job. Sollten dabei wichtige Fragen offenbleiben, rufen Sie am besten direkt in der Personalabteilung an, nennen Ihren Namen sowie den Grund Ihres Anrufs (Online-Bewerbung) und stellen konkret Ihre Fragen. Außerdem sollten Sie die Gelegenheit nutzen und gleich nach dem richtigen Ansprechpartner für Ihre E-Mail-Bewerbung fragen.
2. Halten Sie sich an die Vorgaben!
Falls die Unternehmens-Homepage für Ihre Online-Bewerbung ein bestimmtes Formular anbietet, sollten Sie die Felder auf jeden Fall alle nutzen. Um Rechtschreib- oder Satzzeichenfehler zu vermeiden, formulieren Sie Ihre Texte am besten zunächst einmal in aller Ruhe offline und lassen sie von einem Familienmitglied, Freund oder gar Profi gegenlesen.
3. Sorgen Sie für Kürze und Klarheit!
Falls das Programm des Empfängers ein anderes Zeichen dafür einsetzt, kann das Euro-Symbol (€) bei Ihren Gehaltsvorstellungen schnell zur Verwirrung führen. Schreiben Sie deshalb besser EUR. Aus den gleichen Gründen sollten Sie Ihren Lebenslauf und Ihre eingescannten Zeugnisse immer als PDF formatieren – auch dann, wenn Sie Ihre Bewerbung per E-Mail verschicken und diese Dokumente anhängen.
Apropos Email: Weil die Online-Lektüre für viele Menschen anstrengend ist, darf Ihre Email auf keinen Fall zu lang sein. Es reicht, wenn Sie den Empfänger auf Ihre Bewerbung neugierig machen und auf Ihr Anschreiben und Ihre Anhänge hinweisen.
Als dem verbalen „Erstkontakt“ zwischen Ihnen und Ihrem eventuellen zukünftigen Arbeitgeber kommt der Betreffzeile Ihrer Email-Bewerbung besondere Bedeutung zu. Bewerben Sie sich auf eine konkrete Stellenanzeige, muss sie aus Zuordnungsgründen auf jeden Fall das Wort „Bewerbung“, die Job-Bezeichnung und – sofern vorhanden – die Kennziffer der Stellenanzeige enthalten. Auch bei einer Blindbewerbung sollte in der Betreffzeile unbedingt „Bewerbung“ stehen.
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4. Vermeiden Sie Irritationen!
Was die typografische Gestaltung Ihrer Email betrifft: Kein Mensch interessiert sich für Ihre Formatisierungskünste. Durch fortwährend wechselnde Schriften, Schriftgröße, Schriftfarben, Fett- oder Kursivschreibungen und Hintergründe präsentieren Sie sich nicht etwa als besonders locker und kreativ, sondern als irgendwie wuselig, sprunghaft und meinungslos. Konstanz und schlichte Eleganz kommen da sehr viel besser an. Ähnliches gilt für den Email-Text: Formulieren Sie klar, knapp und zielstrebig und vermeiden Sie unter allen Umständen ein lockeren Jargon. Ans Ende Ihrer Email gehört übrigens eine Signatur mit Ihrem vollständigen Namen, Ihrer Adresse, Ihrer Telefon- und – für etwaige Terminvereinbarungen während der Arbeitszeit – mit Ihrer Handynummer sowie ggf. ein Link zu Ihrer Homepage bzw. zu Ihrem Netzwerk-Account. Und als Absender bitte unbedingt eine neutrale Email-Adresse nach dem Muster vorname.nachname @ provider.de wählen.
5. Beschränken Sie sich!
Weitere Informationen
Ist Ihre Online-Bewerbung zu lang oder hat sie zu viele bzw. zu große Anhänge, landet sie womöglich im Spam-Ordner. Ein Anschreiben, Lebenslauf, die wichtigsten Zeugnisse und ggf. Arbeitsproben (mit insgesamt vier Megabyte) reichen völlig aus. Ihr Foto bauen Sie am besten in Ihren Lebenslauf ein. Und den nennen Sie nicht einfach „Lebenslauf.doc“, sondern z.B. „Lebenslauf_Jürgen_Mustermann.doc“. Und noch etwas: Vergewissern Sie sich vor dem Abschicken, dass Ihr Computer die von Ihnen genannten Anhänge auch tatsächlich hochgeladen hat.












