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Apple iPhone: Wie ein Smartphone den Markt revolutionierte

Am 09.11.2007 begann der amerikanische Hersteller, die mobile Welt zu revolutionieren: Apple stellte das erste iPhone vor. Weder kritische Kommentare der Konkurrenz noch die Tatsache, dass das Smartphone exklusiv vertrieben wurde, konnten den Erfolg aufhalten. Seit Mitte Oktober 2011 ist die fünfte Generation des Kult-Smartphones auf dem Markt. Exklusiv-Vertriebsrechte gehören mittlerweile der Vergangenheit an.

Seitdem Apple im Januar 2007 erstmals mit dem Prototypen des iPhones ein hauseigenes Smartphone vorstellte, waren Medien und Experten gespalten: Kann das zum Erfolg führen? Polarisierend ging es beim Anwender weiter: Auf der einen Seite jene, die seit dem Verkaufsstart am 29. Juni 2007 in den Vereinigten Staaten, seit November 2007 in Deutschland fest daran glaubten, mit dem iPhone das beste Smartphone, was jemals auf den Markt kam, in den Händen zu halten. Auf der anderen Seite jene, die von Mainstream, mangelnder Sicherheit und technischen Mängeln sprachen. Die Verkaufszahlen von Apple zeigten allerdings, dass beide Seiten Recht behalten sollten: Aufgrund der großen Erfolge des Apple iPhone ist es tatsächlich zum Mainstream-Smartphone geworden - seinem verhältnismäßig hohen Preis zum Trotz. Der hohe Preis aber begründet sich in

Entwicklung des iPhone

Ende Juni 2007 bot Apple die erste Generation des iPhones in den Vereinigten Staaten in etwa 200 Apple-Stores und zirka 1.800 Filialen des einstig exklusiven Vertriebspartners AT&T Wireless an. Dabei war das Smartphone noch nie wirklich als günstig zu bezeichnen: 499 US-Dollar kostete die 4 GB- und 599 US-Dollar die 8 GB-Variante. Die Verkaufserfolge waren gigantisch: Binnen zwei Tagen setzte der Hersteller 270.000 iPhones ab. Während die 8 GB-Version ab September im Preis auf 399 US-Dollar gesenkt wurde, stampfte Apple das 4 GB-iPhone zur selben Zeit wieder ein. Das Wirtschaftsjahr 2006/2007, welches bei Apple nicht dem Kalenderjahr entspricht, sondern Ende September ausläuft, beendete der Konzern mit 1,4 Millionen verkauften iPhones.

Hierzulande startete der Verkauf am 09.11.2007 exklusiv über die Deutsche Telekom. 399 Euro kostete das iPhone, wenn ein Zweijahresvertrag abgeschlossen wurde. Das Exklusivvertriebsrecht beinhaltete eine sogenannte SIM-Lock-Sperre (während der Mindestvertragslaufzeit war es nicht möglich, das T-Mobile-Netz zu umgehen). In 2008 setzte Apple 13,7 Millionen iPhones ab und erst Mitte März 2009 öffnete der Hersteller insgesamt 80 Ländern den Weg zu dem iPhone, welches mittlerweile mit dem iOS 3.0 lief.

Der Nachfolger der ersten Generation war das iPhone 3G, welches Apple Anfang Juni 2008 vorstellte und ab 11. Juli in 21 Ländern ausgeliefert wurde. Erstmals fand der Mobilfunkstandard UMTS/HSDPA (UMTS als Nachfolger von EDGE und HSDPA für schnellere Surfgeschwindigkeiten) Einzug in das iPhone, weiter war mit A-GPS die Standortbestimmung möglich. Als 8 GB- (nur in Schwarz) und 16 GB-Variante (auch in Weiß) wurden die iPhones in Deutschland wieder an Telekom-Verträge gekoppelt; die Preise lagen zwischen einem bis 169,95 Euro für das 8 GB- beziehungsweise 19,95 bis 249,95 Euro für das 16 GB-Modell.

Anfang Juni 2009 wurde auf der Apple Worldwide Developers Conference die dritte Generation namens iPhone 3GS vorgestellt - der Modellname ließ keine bahnbrechenden Neuigkeiten vermuten, aber der Zusatz "S" für "Speed" (Geschwindigkeit) verriet bereits einiges. Konkret wurden geändert:

  • HSPDA erreichte nicht mehr nur 3,6 Mbit/s, sondern 7,2 Mbit/s
  • Ehemalige 2 MP-Kamera wurde auf drei Megapixel optimiert und konnte Videos aufnehmen (30 fps) sowie schneiden
  • Modelle mit 8 GB, 16 GB und 32 GB waren nun verfügbar
  • Akkulaufzeiten und 3D-Grafik (OpenGL 2.0-Support) wurden optimiert
  • Ein digitaler Kompass (Magnetopmeter) wurde integriert

Das iPhone 4 wurde am 24. Juni 2010 zum Verkauf freigegeben - allerdings schlug Apple erneut sämtliche Verkaufsrekorde: Aufgrund der gigantischen Vorbestellungszahl von 600.000 Stück binnen 24 Stunden musste der Verkaufsstart verschoben werden. In nur drei Verkaufstagen verkaufte Apple das iPhone 4 1,7 Million Mal - und damit 700.000 Exemplare mehr als beim iPhone 3GS. Das iPhone 4 war das erste, welches komplett in Weiß erscheinen sollte, allerdings führte dies anfangs zu heftigen Problemen, sodass der Verkauf zum 28. April 2011 extrem verspätet startete. Neben signifikanten Änderungen im Design (Edelstahl-Rahmen mit integrierter Antenne, versiegeltes, kratzfestes Glas an Front-/Rückseite und ca. 3 mm dünner als der Vorgänger) wurden folgende Punkte geändert:

  • Auflösung: Von 480 x 320 Pixel beim 3GS nun 960 x 640 Bildpunkte (sogenanntes Retina-Display mit optimierter Pixeldichte)
  • iOS 4 mit Multitasking-Unterstützung (mehrere Anwendungen/Programme können parallel zueinander gestartet werden)
  • 5 MP-Kamera und LED-Blitz, 5-facher Digitalzoom, 720p-Videoaufnahmen und eine zweite VGA-Kamera an der Vorderseite für Videotelefonie (FaceTime)
  • Zusätzliches Mikro zum Filtern von Umgebungsgeräuschen und Optimieren der Gesprächsqualität
  • Akkulaufzeiten um 40 Prozent verbessert, A4-Prozessor für schnellere Arbeitsgeschwindigkeiten und 512 MB Arbeitsspeicher
  • 3D-Bewegungssensor (Gyroskop) für neue Funktionalitäten beim Gaming

Während die Medien in 2011 fest mit dem iPhone 5 rechneten - eine komplett neue Versionsnummer spricht meist für signifikante Änderungen; Zusätze lassen eher kleinere Optimierungen vermuten, stellte Apple Anfang Oktober das iPhone 4S vor - "S" steht auch hier wieder für "Speed". Seine A5-CPU sorgte für ein Leistungsplus und optimierte Grafikleistung, außerdem wurden die HSDPA-Geschwindigkeiten auf bis zu 14,4 Mbit/s gesteigert. Am Design wurde nicht viel verändert, aber die Kamera wurde noch mal grundlegend überarbeitet: Mit 8 MP sind nun 1080p-Videos (Full HD) möglich. Mit dem iOS 5 kam eine neue Betriebssystem-Version, welches mit GLONASS eine Alternative zu GPS unterstützt, zwei Antennen sollen den Empfang optimieren und mit der Software Siri sind Spracherkennung und -verarbeitung mit an Bord.

Absatzzahlen des iPhone

Betrachtet man die Verkaufsentwicklung des Apple iPhones zwischen 2007 bis 2011, sind kontinuierliche Steigerungen zu erkennen. In den einzelnen Quartalen (1. Quartal: Oktober bis Dezember, 2. Quartal: Januar bis März, 3. Quartal: April bis Juni, 4. Quartal: Juli bis September) steigt und sinkt der Verkauf:

  • 2007: 270.000 Exemplare im 3., 1.119.000 Exemplare im 4. Quartal, insgesamt also 1.389.000 iPhones
  • 2008: 2.315.000 im 1., 1.703.000 im 2. Quartal. Anschließend weiter gesunken auf 717.000 im 3. Quartal und ein Boom mit 6.890.000 im 4. Quartal. Insgesamt 11.625.000 verkaufte iPhones.
  • 2009: 4.363 im 1. Quartal, abfallend auf 3.793.000 Exemplare im 2. Quartal, Anstieg auf 5.208.000 im 3. und nochmals auf 7.367.000 Exemplare im 4. Quartal. Insgesamt 20.731.000 verkaufte iPhones.
  • 2010: 8.737.000 Stück im 1., 7.752.000 im 2. und 8.398.000 im 3. Quartal. Anstieg auf 14.100.000 im 4. Quartal. Insgesamt 39.987.000 verkaufte Exemplare.
  • 2011: Kontinuierliche Steigerungen, beginnend bei 16.240.000 Exemplare im 1., 17.650.000 Stück im 2. und Rekordwerte von 20.340.000 im dritten Quartal. Anschließende Senkung auf 17.070.000 iPhones im 4. Quartal. Insgesamt 72.300.000 verkaufte iPhones.

Seit 2007 das erste iPhone auf den Markt gekommen ist, verkaufte Apple bis ins vierte Quartal 2011, also bis Ende September, 146.032.000 Exemplare, wie aus einem zusammenfassenden Bericht von Wikipedia hervorgeht.

Bedeutung für die Wirtschaft

Die Bedeutung für die Wirtschaft, die das iPhone nach sich zieht, ist immens! Betrachtet man die Wertschöpfungskette im Allgemeinen und die, die Apple ins Rollen brachte, im Besonderen, ergibt sich - zusammengefasst - folgendes:

Apple: War der Hersteller anfangs ausschließlich auf Hard- und Software ausgerichtet, erweiterte Apple 2007 sein Geschäft auf den Mobilbereich. Dies erforderte neue Entwickler, neue Designer und eine neu ausgelegte Unternehmensstruktur. Weiter wurden die Zulieferer erweitert.

Zulieferer: Die Hardware erfordert das Mitarbeiten von Zulieferern. Mit dem Erfolg des iPhones konnte Apple auch die Wirtschaftlichkeit zahlreicher Zulieferer, darunter auch Samsung, erhöhen.

Software: Im Rahmen der Technologieentwicklung kamen zahlreiche Entwickler hinzu, die neue Software als Applikationen (Apps, über iTunes vertrieben) fürs iPhone zur Verfügung stellen. Daneben kurbelte das iPhone auch den Vertrieb von Musik-/Videodateien an, also der Entertainment-Branche.

Produktion: Die iPhones müssen natürlich gefertigt werden. Das Unternehmen Foxconn arbeitet eng mit Apple zusammen. Der Produktionsbetrieb geriet bereits des Öfteren negativ in die Schlagzeilen, da die personellen Strukturen kritisiert werden.

Ausgangslogistik: Die produzierten iPhones müssen zum einen in Lager, zum anderen ihren Weg in den Handel finden. Aufgrund der gigantischen Masse, die Apple vom iPhone verkauft hat, ist auch hier von einer gesteigerten Wirtschaftlichkeit die Rede.

Marketing und Vertrieb: Das iPhone wird - wie jedes andere Produkt - online, im TV und in Printmedien angepriesen. Apple lässt sich das Ganze einiges kosten und sorgt somit nicht nur für Einnahmen bei Werbemedien, sondern stockt dementsprechend die Marketingabteilung personell auf. Die Unternehmen, die den Vertrieb übernehmen - anfangs nur exklusive Partner, später zahlreiche Mobilfunkprovider - profitieren von dem Ansturm auf das Smartphone und steigern damit ihre Umsätze immens.

Kundenservice: In Folge daran gibt es Support-Ansprechpartner, sowohl bei den Providern als auch bei Apple selbst.

Wettbewerb: Zweifelsohne sorgte das Apple iPhone und das Betriebssystem iOS nicht zuletzt dafür, dass die Konkurrenz angekurbelt wurde - selbige belebt bekanntlich das Geschäft. Gerade mit dem Google-Betriebssystem Android haben zahlreiche Hersteller eine Möglichkeit gefunden, bisher genannte Bereiche für sich ebenfalls anzukurbeln und ebenfalls von dem Smartphone-Boom zu profitieren, die Apple mit dem iPhone angestoßen hat.

Aktienverlauf seit dem iPhone

In den Jahren 2005 und 2006, also vor dem iPhone, schwankten Apples Aktien zwischen 1,19 bis 1,73 (alle Angaben bereinigt und in €), was mit dem iPhone allerdings wirtschaftlich in Schwung geraten ist, lässt sich an folgenden Zahlen perfekt ablesen: In 2007, dem Jahr der ersten iPhone-Generation, kletterte die Aktie auf 2,92, um in 2008 weiter auf 3,99 zu steigen. Mit 4,68 hilft sich die Apple-Aktie auch in 2009 im Rahmen - ansteigend zwar, aber im Rahmen. In 2010 - inmitten der weltweiten Finanzkrise - kletterte die Aktie auf 11,27, um in 2011 noch mal auf 20,59 zuzulegen. Für 2012 bis 2014 werden prognostiziert: 25,71 in 2012, 28,71 in 2013 und 31,62 in 2014.

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