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Online-Apotheken: Darauf sollten Sie achten

Vor einigen Tagen sorgte die Meldung vor Unruhe: "Tabletten und medizinisches Gerät aus der Online-Apotheke sind immer häufiger billige Fälschung aus China. Auf was müssen Konsumenten achten, wenn sie im Internet Medikamente und Co. bestellen? Welche Gefahren birgt der Online-Kauf? Und welche Online-Apotheken sind die Besten Shops?

Um eines gleich vorweg zu nehmen. Es gibt keine bedingunglos empfehlenswerte Online-Apotheke. Warum? Weil keine der bestehenden Shops sich gegen Fälschungen ausreichend schützen kann. Aber dazu gleich mehr.

Onlinekauf von Medikamenten

Bereits Anfang 2000 machten Online-Apotheken auf sich aufmerksam. Damals waren diese zwar noch nicht wirklich nutzbar, doch das lag eher am Internet selbst - zudem gab es damals noch keine wirklich sicheren Verbindungen. Heutzutage sind die Verbindungen zu Shops HTTPS-Verschlüsselt und sind auch dank der schnellen Internet-Leitung benutzerfreundlich. Doch die Medikamente und der Service ist laut Stiftung Warentest noch immer verbesserungswürdig. Im Jahre 2005 war der Zustand der meisten Online-Apotheken sogar "mangelhaft". Dennoch erfreuen sich die Online-Warenhäuser für den medizinischen Bereich großer Beliebtheit. Dort können Kunden ganz einfach, wie im herkömmlichen virtuellen Shop Waren bestellen. Diese werden dann meist innerhalb von 1-3 Tagen geliefert.

Was ist zu beachten? Welche Vorteile ergeben sich?

Auch hier gibt es keine einschlägigen Richtwerte. Natürlich ist es besser, bei den großen Versand-Apotheken zu bestellen. Sie können es sich auf keinen Fall erlauben, wenn Fälschungen oder allgemein schlechte Werbung verbreitet werden. Im Allgemeinen sollten lediglich einfache Medikamente bestellt werden. Bei der Bestellung ist zudem darauf zu achten, dass beispielsweise der Versand von mehreren Medikamenten kostenlos ist. Das ist gerade bei chronisch Kranken von Vorteil - Müssen sie doch ständig Medikamente bestellen. Dabei ist auch die Lieferzeit von entscheidender Bedeutung. Dauert die Lieferung etwa fünf Tage, ist der Gang zur Apotheke wahrscheinlich schneller.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Schnelle Anbieter bringen Medikamente bereits am nächsten Tag. Der eigentlich Standard liegt bei zwei bis fünf Tage. Entscheidend: Rezeptfreie Medikamente sind bis zu 30 Prozent billiger als in klassischen Apotheken. Der Nachteil: Die Beratung findet meist via E-Mail statt. Telefonberatung kostet über die 01805-Nummer bis zu 49 Cent pro Minute. Die Beratung der Online-Shops kann zudem in fast allen Fällen die der richtigen Apotheke nicht ersetzen. Das ergab eine Studie von Stiftung Warentest. In einem Test rief die Redaktion bei "mycare" an. Auf einer 01805-Nummer war die Dame am Telefon grundsätzlich höflich. Sie räumte aber bei Bestellungen auf Rezept zeitliche Probleme ein. Zunächst muss das rezeptpflichtige Medikament postalisch an den Onlinevertrieb gesendet werden, Faxen würde aber auch gehen. Danach wird der Versand eingeleitet - Das alles kann bis zu einer Woche dauern.

Ein anderes Problem sind aktuell die Fälschungen, die vermehrt in den Online-Häusern aufgetaucht sind. Bei gesundheitlichen Problemen auch noch die falsche Medizin einzunehmen - fatal. Gerade Arzneimittel gegen Krebs oder HIV sind dringend sauber zu halten. Doch sie enthalten auch Verunreinigungen und im schlimmsten Fall "zu wenig, oder gar keinen oder den falschen Wirkstoff", so Stiftung Warentest. Wie lukrativ der Fälschungsmarkt in Sachen Medizin ist, zeigt ein Beispiel, ebenfalls von der Hauptzentrale Stiftung Warentest dokumentiert: Ein Kilo gefälschtes Viagra bringt laut Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände auf dem Schwarzmarkt 90.000 Euro - fast doppelt so viel wie ein Kilo Heroin.

Online-Apotheken im Internet

Versandhäuser gibt es im Netz wie Sand am Meer. Eine seriöse Internet-Apotheke zu finden, ist schon schwieriger. Sie sollten sich eine aus der Umgebung aussuchen - Wenn das denn möglich ist. Zudem ist es ratsam, Empfehlungen anderer Kunden vor dem Kauf einzubeziehen.

zum Anbieter

Positiv fällt der Dienst shop-apotheke.com auf. Die Startseite ist sehr übersichtlich und was besonders gefällt: Rezeptbestellungen sind immer versandkostenfrei. Sogar Freiumschläge zum Sparen der Portogebühren für das Versenden eines Rezepts werden innerhalb einiger Werktage kostenfrei zugestellt. Zusätzlich erhalten die Kunden Links zu ausführlichen Produktinfos der Hersteller. Die Versandkosten sind mit 3,95 Euro sehr günstig und entfallen ab einem Bestellwert von mindestens 29,00 Euro gänzlich. Der Dienst bietet auch eine relativ kostengünstige Beratung am Telefon, die täglich in Anspruch genommen werden kann.

Medizinische Geräte und Vergleichsportale

Online-Dienste, bei denen Sie medizinische Geräte kaufen können, sollten gemieden werden. Nicht weil die Ware mangelhaft ist. Vielmehr sollte die Ware an die Person angepasst werden. Eine qualifizierte Beratung zusammen mit dem Gerät und einem Spezialisten kostet in der Apotheke oder beim Fachmann vielleicht im Schnitt zehn Euro mehr - Dafür ist die spätere Benutzung sorgenfrei und ohne Nachwirkungen.

zum Anbieter

Website guenstiger.de

Natürlich kann man auch gleich zu idealo.de surfen und über die angezeigten Shops bestellen. Doch im Schnitt sind die Preise dort nicht günstiger, meist sogar um die fünf Euro teurer. Auch die Konkurrenz guenstiger.de lag im Schnitt um zwei bis drei Euro über den Preis. Warum? Weil die Online-Apotheke zum Teil günstige Verträge mit den Zulieferer abschließen kann oder aber einen eigenen Vertrieb angeschlossen hat. Es lohnt sich auf jeden Fall zu vergleichen. Gerade chronisch Kranke sollten sich umsehen und am besten noch den Hausarzt zu einem Versandhaus befragen. Ist eine Apotheke in der Nähe, erübrigt sich das Bestellen im Netz sowieso. Denn der Apotheker vor Ort kann nicht nur Fragen beantworten, er weiß auch in der Regel, was Sie brauchen und woher seine Medikamente stammen - eine Garantie gibt es aber auch in der realen Welt nicht. Das eigene Gefühl und die Kundennähe entscheidet am Ende über das "Wo" bestellt wird.

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