Die Kriminalität im Internet wächst. Immer häufiger macht sie auch vor vermeintlich sicheren Angeboten wie etwa der Wohnungssuche im Netz nicht mehr halt. Die Masche der Betrüger ist dabei stets dieselbe. Wie zeigen Ihnen, wie Sie miese Angebote enttarnen können.
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Über hundert Quadratmeter in bester Lage in Münchens Zentrum, frisch renoviert und mit Doppelgarage und das alles für 950 Euro Kaltmiete.
Klingt unglaublich? Ist es auch! Aber dennoch die regelmäßig genutzte Methode von Kriminellen, bei der Wohnungssuchende in Ihrer Lage übers Ohr gehauen werden sollen.
Wenn die Wohnung bei Immobilienscout24 oder Immowelt zu gut ist
Wie im echten Leben gilt auch im Netz die eiserne Regel: Wenn ein Angebot zu gut ist, um wahr zu sein, sollten Sie immer vorsichtig agieren. Denn auch Betrüger haben die Wohnungsanzeigen im Netz für Ihre miesen Nummern bereits entdeckt.
Wer glaubt, dass die Vorgehensweise dabei völlig neu ist, der irrt. Schon vor dem Internetzeitalter gab es solche Methoden. Die Anzeigen standen dann nur in Zeitungen. Die Reichweite war weit geringer.
Doch mit einer kleinen Annonce erreichen die Betrüger heute unzählige Wohnungssuchende in allen großen Metropolen Deutschlands.
Vor allem in großen Immobilienportalen wie Immobilienscout24 oder Immowelt sind solche Angebote immer wieder anzutreffen. Die Betreiber der Portale gehen mit aller Härte gegen derartige Wohnungsangebote vor. Am Ende bleibt es jedoch ein Katz-und-Maus-Spiel, bei dem vor allem unvorsichtige Nutzer auf der Strecke bleiben.
Betrüger bei Immoscout und Immowelt enttarnen
Im Wesentlichen gibt es bei den Betrügern nur eine Masche, mit der diese versuchen an Ihr Geld zu gelangen. Viele Nutzer fragen sich sicherlich, wie diese vor einer Wohnungsübergabe an das hart ersparte Geld gelangen. Der Weg ist dabei perfide einfach.
Für gewöhnlich beginnen die Betrüger ihr Spiel mit einer ganz gewöhnlichen Wohnungsanzeige. Diese ist großzügig bebildert und entsprechend beschrieben.
Für gewöhnlich ist von einer "Top-Wohnung" die Rede, die gerade erst "frisch renoviert" sei. Mitunter steht sogar der "Erstbezug" in einer Neubau-Wohnung an, die sich in "großartiger, unverbaubarer Lage" befindet.
Wer bei derartigen Begriffen und der üppigen Fotogalerie noch zweifelt, fällt meist beim Preis um. Dieser liegt häufig deutlich unter vergleichbaren echten Wohnungen in diesem Gebiet. Preisnachlässe von etwa 50 Prozent sollen die Opfer ihr Glück kaum fassen lassen.
Sobald diese angebissen haben, beginnt das perfide Betrugssystem zu starten. Die ersten Schritte sind dabei wie bei jeder anderen Wohnungssuche auch. Nach einer Kontaktaufnahme melden sich die Betrüger zurück, um über die attraktive Wohnung zu schwärmen.
Garniert wird diese Information häufig von einer geradezu fantastischen Geschichte. Da ist etwa der Eigentümer, der die Wohnung vor über zehn Jahren gekauft hat. Nun sei er nach Großbritannien, Afrika oder Kanada gezogen.
Die Länder lassen sich beliebig austauschen. Der Tenor bleibt aber gleich: Die Wohnung soll schnellstmöglich vermietet werden, weil man nicht mehr im Land ist. Deshalb müsse auch alles ganz schnell gehen.
Der vermeintliche Vermieter baut hierdurch Stress bei den Wohnungssuchenden auf. Diese sollen dadurch zu einer raschen Entscheidung gedrängt werden. Eine Entscheidung, die Sie meist eine enorme Summe kostet.
Betrüger mögen keine Nachfragen
Auf Nachfragen seitens der Interessenten reagieren die Betrüger meist ungehalten. Man habe wenig Zeit, es gäbe auch andere potenzielle Mieter. Man solle sich jetzt entscheiden.
Viele fallen auf diese Situation herein und steigen nun in das Spiel ein. Der Betrug bei der Wohnungssuche startet, sobald man dem vermeintlichen Vermieter die eigene Adresse übermittelt hat.
Typischer Ablauf eines Immobilienbetrugs im Internet
Sicherlich fragen Sie sich jetzt, wieso Sie Ihre Adresse übermitteln müssen. Dieser Schritt ist ein zentraler Punkt beim Betrug.
Die Betrüger teilen Ihnen nach einer Zusage mit, dass Sie die Wohnung gerne jederzeit besichtigen können. Leider befinde man sich selbst im Ausland, eine Anreise sei nicht möglich.
Man bietet nun jedoch eine vermeintlich äußerst attraktive Lösung. Die Schein-Vermieter bieten an, den Schlüssel zur Wohnung über die Deutsche Post zuzustellen. Jedoch gegen Hinterlegung der Kaution.
Der dreistellige Betrag solle einfach dem Postboten übergeben werden. Dieser fungiere dann als Treuhänder. Wenn den potenziellen Mietern die Wohnung gefällt, können Sie den Schlüssel behalten. Die vertraglichen Details regele man später.
Wenn die Wohnung nicht zusagt, könne man den Schlüssel einfach zurückschicken. Das Geld bekäme man dann direkt zurück.
Post erfüllt keine Treuhand-Funktion
Hier tappt man jedoch in die Falle. Die Deutsche Post erfüllt keine Treuhand-Funktion. Das Geld, welches man bei der Übergabe des Schlüssel übergibt, ist weg. Die Täter schicken den Schlüssel als Nachnahmepaket und streichen den Geldbetrag ein.
Ist das Geld erst einmal dem Boten übergeben, gibt es im Regelfall kein zurück mehr. Dieser gibt es bei der Postfiliale ab, von wo aus es per Bank direkt an die Betrüger überstellt wird. Auch hier kämpft man mit allen Mitteln gegen derartige Maschen. Doch letztendlich ist es ebenfalls ein Kampf gegen Windmühlen.
Das böse Erwachen bei der Besichtigung
Viele Opfer dieser betrügerischen Wohnungsangebote entdecken meist erst spät, dass Ihnen übel mitgespielt wurde. Spätestens wenn die Adresse nicht existent ist oder sich an der fraglichen Adresse etwas völlig anderes befindet, dämmert den Meisten was passiert ist.
Das Geld ist zu diesem Zeitpunkt aber bereits weit entfernt und nicht mehr greifbar. Das einzige Mittel das bleibt ist eine Anzeige bei der Polizei. Das Geld bekommt man dadurch jedoch nicht zurück.
Tipps: So fallen Sie nicht auf Betrüger rein
Wenn Sie bei Immoscout24 und Immowelt auf der Suche nach Wohnungen sind, gibt es einige sehr einfache Tipps, mit denen Sie Ihr Risiko deutlich minimieren können.
- Treten Sie niemals in Vorleistung! Kein Vermieter wird von Ihnen verlangen, dass Sie vorab die gesamte Kaution, einen Teil davon oder anderweitig finanziell in Vorleistung treten. Wenn ein Vermieter von Ihnen eine Schufa-Auskunft oder dergleichen einholen möchte, um sich über Ihre finanzielle Lage klar zu werden, ist das in Ordnung. Stellen Sie jedoch niemals vor Besichtigung der Wohnung und Unterzeichnung eines Vertrags Geld bereit.
- Seien Sie skeptisch! Sie stellen fest, dass alle Wohnung in dieser Größe und Qualität weit teurer sind? Ist der Unterschied zu groß, sollten Sie vorsichtig sein. Häufig handelt es sich dann um Betrüger, die nur an Ihr Geld wollen. Die Wohnung selbst existiert aber gar nicht.
- Sehen Sie das Gesamtbild! Oftmals enttarnen sich die Betrüger selbst durch kleine Fehler. Die Wohnung soll beispielsweise 150qm haben und nur über 3 Zimmer verfügen? Das mag zwar möglich sein, es ist jedoch unwahrscheinlich.
- Prüfen Sie die Kontaktmöglichkeiten! Ihr neuer Vermieter stellt keine Telefonnummer bereit und ist nur per Mail zu erreichen? Da es sich um Betrüger handelt, ist das nicht verwunderlich. Für sich allein genommen belegt ein fehlender Telefonanschluss zwar nichts, doch er sollte sie besonders aufmerksam machen.
- Vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl! Sie haben bereits Kontakt mit dem Vermieter einer günstigen Wohnung aufgenommen? Er ist nur per Mail erreichbar, lebt angeblich im Ausland und will die Wohnung nur schnell vermieten? Die Kaution sollen Sie bei einem "Treuhand-Service" hinterlegen? Bei einer solchen Geschichte sollten Sie hellhörig werden.
Abschließend lässt sich festhalten, dass niemand vor betrügerischen Angeboten bei Immowelt oder Immobilienscout24 geschützt ist. Die Betreiber gehen jedoch rigoros gegen derartige Angebote vor, so dass deren Zahl erfreulicherweise äußerst gering ist.
Vertrauen Sie dennoch auf Ihren Verstand und Ihre Erfahrung, wenn Sie sich auf der Wohnungssuche befinden. Es ist eine stressige Situation, alles soll schnell gehen. Doch es ist genau diese "Notlage", die von Betrügern schamlos ausgenutzt wird.
Wenn Sie also ein ungutes Gefühl bei einer Wohnungsanzeige haben, machen Sie lieber einen Rückzieher. Seien Sie außerdem solidarisch zu anderen Wohnungssuchenden und melden Sie die Wohnungsanzeige beim Betreiber des Portals, damit diese die Anzeige ebenfalls prüfen können. Spätestens deren Experten können rasch feststellen, ob es sich hier um ein Betrugsangebot oder eine echte Wohnung handelt.
Im Zweifel verlieren Sie zwar eine günstige Wohnung, behalten dafür jedoch einen enorm großen drei- oder sogar vierstelligen Betrag, der sonst für immer an die Betrüger verloren gegangen wäre.












