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Grepolis Bot

Browsergames sind heute beliebter als je zuvor. Nicht ohne Grund. Sie lassen sich ohne umfangreiche Installation aus dem Browser spielen. Meist sogar teilweise kostenlos. Doch die Spielfreude wird vielen Gamern von Dritten verdorben, die sich mit Bots behelfen. Vor allem das beliebte Browsergame Grepolis geht hartnäckig gegen Benutzer mit Bots vor.

Wer als echter menschlicher Spieler in Browsergames gegen Gegner antritt, merkt eigentlich nicht, ob dort ein Bot im Einsatz ist. Mit der Zeit kann man jedoch anhand einiger Ereignisse durchaus Vermutungen anstellen. Etwa wenn der Gegner zu jeder Tages- oder Nachtzeit perfekt auf Angriffe reagiert.

Was ist ein Bot überhaupt?

Bei einem Bot handelt es sich im Kern um ein Programm oder sogar nur ein Script für den Browser, welches bestimmte Vorgänge im Spiel automatisiert ablaufen lässt. Denkbar ist beispielsweise eine automatische Alarmierung, sobald ein feindlicher Spieler angreift. Oder aber das automatische Setzen von neuen Bauaufträgen, sobald wieder ein Platz in der Warteschlange frei ist.

Besonders heimtückisch sind Bots, da sie mitunter auch Einfluss auf die tatsächlichen Ressourcen und Offensivkräfte nehmen können. Wer sich im Gefecht mit einem eigentlich deutlich schwächeren Gegner plötzlich einer Übermacht gegenübersieht, sollte stutzig werden.

Welche bekannten Bots gibt es?

Die Liste der existierenden Bots ist quasi genauso endlos, wie auch die Fülle an Browsergames. Wenn es ein Browsergame gibt, an dem Millionen Spieler teilnehmen, ist auch die Existenz eines Bots sehr wahrscheinlich. Insbesondere wenn dieses eine gewisse Komplexität aufweist, bei der die Automatisierung bestimmter Vorgänge besonders reizvoll ist.

Erwähnenswert sind in jedem Fall der Grepolis Bot, OGame Bot, DSOBuildTool für Siedler Online, DSOBot für Drakensang Online, MyFreeFarm Automat für MyFreeFarm und viele mehr. Umso beliebter ein Spiel, umso warscheinlicher ist auch, dass es dafür einen Bot gibt. Informieren Sie sich beispielsweise auf bildspielt.de, welche Browsergames derzeit viel gespielt werden.

Wie funktionieren diese Bots?

Die Funktionsweise der einzelnen Bots ähnelt sich zwar, ist mitunter jedoch in der tatsächlichen Umsetzung höchst unterschiedlich. Alle Bots besitzen grundsätzlich die Fähigkeit, eine aktive Verbindung mit dem Browsergame aufzunehmen. Im Regelfall loggen Sie sich also mit den konkreten Nutzerdaten ein, die man bereitgestellt hat. Ein Browser muss dazu nicht aktiv sein.

Je nach Funktionalität prüft der Bot nun automatisch in einem bestimmten Rhythmus bestimmte Bedingungen. Kann es gebaut werden? Kann eine Einheit ausgehoben werden? Greifen Feinde an? Kann eine Ressource eingesammelt werden?

Um sich besser zu tarnen, arbeiten die meisten Bots im Regelfall mit einer Verzögerung. Das bedeutet, dass die Bots Ihre Aktionen nicht exakt terminiert ausführen. Eine automatische „Bau-Abfrage“ startet beispielsweise nicht alle 30 Minuten sondern in einem Zeitfenster von 30 Minuten +/- 10 Prozent.

Zudem ergreifen die Bots weitere technische Maßnahmen, um deren wahre Identität zu verbergen. So ist es üblich, dass sich die Bots gegenüber dem Spieleserver als Browser ausgeben. Bei einer Prüfung ist es somit schwierig, den Bot direkt zu erkennen.

Entscheidend ist auch, ob es sich beim Bot um eine separate Anwendung oder lediglich um ein Skript handelt. Eine Anwendung ist meist deutlich schwieriger zu tarnen als ein Skript, bietet dafür aber auch mehr Funktionsumfang. Skripte hingegen fallen weniger auf, dafür arbeiten etwa Bauskript-Bots meist nur mit Klickfolgen. Das bedeutet, dass nach einer bestimmten Zeit einfach ein Klick an einer bestimmten Stelle ausgeführt wird.

Als externer Betrachter ist es kaum möglich zu erkennen, ob hier ein Bot-Skript oder ein Mensch im Einsatz ist.

Wie gefährlich ist die Nutzung?

Die Nutzung eines Bots birgt eine relative Gefahr, je nachdem worauf man sich hier bezieht. Wir unterscheiden in diesem Falle strafrechtliche, zivilrechtliche als auch vertragliche Vereinbarungen:

Strafrechtlich

Strafrechtlich besteht im Regelfall ein sehr geringes Risiko für die Nutzer von Bots, da im Regelfall keine strafrechtlich relevante Tat erfolgt. Problematischer wird es jedoch, wenn durch den Einsatz des Bots Daten auf dem Server ausgespäht und manipuliert werden. Eine Anwendung des berüchtigten Hackerparagrafen ist zwar mehr als fraglich, jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen.

Zivilrechtlich

Auch wenn das strafrechtliche Risiko gering ist, so kann das zivilrechtliche Risiko nicht negiert werden. Entsteht etwa dem Betreiber eines Browsergames durch den Einsatz des Bots ein konkreter Schaden, der einem Nutzer zudem nachweisbar zugeordnet werden kann, können daraus Schadensersatzpflichten entstehen.

Vertragliche Vereinbarung und AGB

Die Vertragsbestimmungen, denen die meisten Nutzer von Browsergames bei der Registrierung zustimmen, sind im Regelfall eindeutig. Der Einsatz von Bots ist nicht erlaubt – also verboten. Wer dagegen verstößt, kann seitens des Betreibers im üblichen Rahmen sanktioniert werden. Sperrungen oder Löschung des Accounts sowie Wegfall aller Ingame-Boni sind hier an der Tagesordnung.

Ist der Einsatz eines Bots also nicht legal?

Die Legalität eines Bot-Einsatzes hängt von den Rechtsnormen des jeweiligen Landes und der tatsächlichen Funktionsweise des Bots ab. Wenn der Bot beispielsweise über einen bevorstehenden „Angriff“ alarmiert, lässt sich daraus sicherlich eine strafbare Handlung ableiten. Manipuliert der Bot jedoch nachhaltig Daten und wird von vornherein mit der böswilligen Absicht eingesetzt, sich dadurch zu bereichern, wird die Luft bereits deutlich dünner.