eBay Kleinanzeigen: Betrug erkennen und seriöse Käufer finden

Nicht nur in den Auktionen von eBay, auch in den Kleinanzeigen tummeln sich immer wieder Betrüger die an Ihr Geld möchten. Die Methoden sind dabei immer dieselben. Lediglich die Namen der Transaktionspartner ändern sich. Wir zeigen, worauf Sie achten müssen.


  • Autor: 
    bloomua
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    Depositphotos

Jeder Mensch möchte ein möglichst gutes Geschäft abschließen. Das wissen auch die unzähligen Betrüger, die sich im Netz bewegen. Schon so mancher Internetnutzer ist auf die Methoden der Kriminellen hereingefallen.

Dabei ist das Erkennen und vor allem das Entlarven dieser Angebote ganz einfach. Hierzu muss man lediglich einige banale Tipps beachten.

Wir haben uns die gängisten Methoden der Kriminellen genauer angesehen und schildern Ihnen im Detail, wie diese vorgehen, damit Sie sich vor dreister Abzocke schützen können.

Der Köder: Ein extrem attraktives Angebot

Betrüger machen schon lange nicht mehr davor halt, nur die Käufer bei eBay Kleinanzeigen über den Tisch zu ziehen. Auch Verkäufer eines Produkts versucht man auf den unterschiedlichsten Wegen hinters Licht zu führen.

Stellen Sie sich für einen Augenblick vor, ein Produkt im Wert von 50 Euro innerhalb der eBay Kleinanzeigen anzubieten. Nun kontaktiert Sie ein Interessent und bietet Ihnen 100 Euro. Klingt verlockend? Ist es auch. Aber vermutlich leider ein Betrugsversuch.

Die Masche der Betrüger baut nämlich darauf auf, dass Sie von der Aussicht auf einen vermeintlich höheren Erlös über Ihren Schatten springen und sich auch auf dubiose Transaktionsangebote einlassen. Denn sobald Sie sich bei dem vermeintlichen Inserenten melden, können Sie Ware sowie Geld für immer verlieren.

Entlarvt: Der Trick mit dem Scheck

Die vermeintlichen Interessenten geben häufig an aus dem Ausland zu stammen. So meldet sich oftmals eine Cythia Blaswich aus Großbritannien. Oder ein Josef van Lier aus den Niederlanden. Die Namen und Nationen lassen sich willkürlich austauschen. Das Schema ist jedoch stets gleich.

Man gaukelt enormes Interesse an dem Produkt vor, verfüge jedoch nur über eingeschränkte Zahlungsmöglichkeiten. Eine Überweisung sei nicht drin. Man könne aber einen Scheck ausstellen. Oder Alternativ eine Transaktion zu einer Bank wie Western Union durchführen.

Was viele Verkäufer nicht wissen: Die Schecks können noch nach Wochen platzen. Unterlagen über angebliche Überweisungen an Western Union werden einfach gefälscht.

Trudelt der Scheck erst einmal ein, sind sich viele Verkäufer siegessicher und versenden die Ware an eine angegebene Adresse. Meist ein Postfach. Der Scheck platzt wenige Tage später. Der Verkäufer ist somit in gewisser Weise doppelt betrogen. Ihm fehlt nicht nur das Geld, sondern auch die Ware.

Wer jetzt denkt, dies sei schlimm genug, kann belehrt werden: Es geht noch schlimmer.

Durchschaut: Der Trick mit der Überzahlung

Eine andere Methode basiert auf der Unkenntnis des Verkäufers über das Finanzierungssystem. Der übermittelte Scheck weist einen deutlich höheren Betrag aus, als eigentlich vereinbart ist.

Sobald man Kontakt mit dem vermeintlichen Käufer aufnimmt, bedauert dieser seinen Irrtum und bietet um Rücküberweisung der überschüssigen Summe. Im guten Glauben überweisen viele Nutzer tatsächlich den überschüssigen Betrag. Dieser ist dann jedoch zusätzlich zum geplatzten Scheck und der Ware weg.

Man erkennt rasch, dass diese Methodik ungemein System hat. Man kann sogar annehmen, dass eine organisierte Kriminalität dahintersteht. Den betrogenen Nutzern bleibt am Ende häufig nichts anderes, als eine Strafanzeige.

Verlockende Jobs als Köder

Während sich einige dieser Methoden auf den Transfer eines Produktes beziehen, geht es aber auch anders. So tauchen etwa immer wieder vermeintlich attraktive Stellenangebote in den Kleinanzeigenmärkten auf.

Diese Versprechen zwar nicht immer Traumjobs, aber dafür eine unglaublich attraktive Bezahlung. Etwa für die Arbeit auf einer Ölbohrinsel oder als Testfahrer für Luxusfahrzeuge.

Was verlockend oder zumindest finanziell reizvoll klingt, ist am Ende nichts anderes als Betrug. So wird beispielsweise eine Info-Broschüre über die Arbeit auf einer Bohrinsel für eine fast dreistellige Schutzgebühr angeboten. Effektiv ist das Infoblatt das Papier nicht wert, auf dem es gedruckt wurde.

An anderer Stelle werden Jobs vermittelt, die augenscheinlich sehr gut bezahlt sind. Man solle unter einer Telefonnummer anrufen, bei der man jedoch nur ein Tonband vorfindet. Dieses verweist auf eine andere Nummer. Man ahnt es bereits: Die weitere Nummer ist kostenpflichtig. Sobald Sie dort anrufen, fällt Ihnen das Geld förmlich aus den Taschen.

So erkennen Sie Betrugsversuche bei den eBay Kleinanzeigen

Auch wenn es nicht ganz einfach ist, so können Sie sich doch effektiv und nachhaltig gegen die meisten Betrügereien bei eBay Kleinanzeigen schützen und echte, seriöse Käufer finden.

Achten Sie dabei vor allem auf die folgenden Dinge:

  • Kontaktaufnahme aus dem Ausland oder in englischer Sprache. Dies ist meist ein Indiz für betrügerische Absichten, da ein Käufer aus dem Ausland in den meisten Fällen eher unwahrscheinlich ist. Spricht Ihr Ansprechpartner also kein Deutsch und gibt vor aus Großbritannien, Kanada oder einem sonstigen Land zu stammen, sollten Sie auf Distanz gehen.
  • Auf die eine oder andere Art versuchen die Betrüger Sie zu einer Vorabzahlung zu bewegen. Verhindern Sie dies um jeden Preis und zahlen Sie unter keinen Umständen eine "Sicherheitsgebühr" oder dergleichen bei einem unbekannten Dienstleister ein. Führen Sie eine Transaktion erst dann aus, wenn Sie die Ware in Händen halten. Im Optimalfall bei einer direkten Übergabe im Rahmen eines Treffens.
  • Auch wenn es gern genutzt wird: Vermeiden Sie angebliche Treuhanddienste, die in Wahrheit keine sind. So wird immer gern auf Western Union oder eine Bezahlung per Scheck verwiesen. Schecks können jedoch platzen und Western Union ist kein Treuhand-Service.
  • Sobald ein Verkäufer ein persönliches Treffen ablehnt, sollten Sie Ihrerseits den Kontakt abbrechen. Fragen Sie sich einfach, wieso Sie der Verkäufer nicht treffen kann oder will. Wenn jemand ein ernsthaftes Interesse an einem Produkt hat, wird er doch alles mögliche tun um es zu erhalten. Fragen Sie also bei Zweifeln nach einem persönlichen Treffen, egal wie absurd die Distanz wirken mag. Verneint der Verkäufer dies, sollten Sie Ihn ziehen lassen.
  • Vertrauen Sie unbedingt und jederzeit auf Ihr Bauchgefühl. Kein Ratgeber kann alle Facetten betrügerischer Handlungen erfassen, zumal sich die Methoden immer weiter entwickeln. Was heute unter dem Namen Cythia Blaswich stattfindet, kann morgen unter dem Betrügernamen Josef van Liers in derselben Aufmachung geschehen. Sie haben bedenken bei einem Verkauf? Dann verkaufen Sie nicht.

Tipps für Verkäufer, um seriöse Käufer zu finden

Auch wenn es viele schwarze Schafe unter den eBay Kleinanzeigen gibt, so finden sich dort doch noch mehr seriöse und vor allem echte Käufer. Diese erkennen Sie in den meisten Fällen auch ganz einfach.

Achten Sie zuerst darauf, ob Ihr Ansprechpartner sich in deutscher und vor allem weitgehend fehlerfreier Sprache bei Ihnen meldet. Ist dies der Fall, sollten Sie weitere Nachforschungen im Rahmen des Verkaufsprozesses anstellen.

Der einfachste Weg einen seriösen Käufer zu finden, ist der persönliche Kontakt. Fragen Sie Ihren Handelspartner also, von wo er stammt und schlagen Sie anschließend eine persönliche Übergabe vor.

Hat er sich Ihnen mit seinem Namen vorgestellt und seinen Ort genannt, können Sie über das Telefonbuch herausfinden, ob eine entsprechender Name tatsächlich am Ort auftaucht. Beachten Sie aber, dass nicht alle Anschlüsse im Telefonbuch verzeichnet sind.

Ist die Person dort genannt und auch die Telefonnummer korrekt, sollten Sie das persönliche Gespräch suchen um alle weiteren Details zu klären.

Ist ein persönliches Treffen aufgrund der Distanz nicht möglich, bieten Sie an das Paket per Nachnahme zu versenden. Ihr Handelspartner hat dadurch die Möglichkeit das Paket bei Bezahlung zu öffnen und seinen Inhalt zu prüfen. Ein seriöser Partner wird damit einverstanden sein, auch wenn die Nachnahmegebühr hinzukommt.

Ein abschließender Tipp: Geben Sie bei Ihren Kleinanzeigen ruhig eine Handynummer an. Betrüger verschicken bevorzugt massenweise Kurznachrichten als stundenlang mit echten Menschen zu telefonieren.

Werden Sie also von einem Interessenten telefonisch kontaktiert, können Sie sich sicher sein, dass es sich hier um einen echten Käufer handelt, mit dem Sie tatsächlich eine Transaktion durchführen können.

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