KI-SEO: Wie sich die Suche durch KI-Suchmaschinen verändert

Die Ära des klassischen „Googelns“ bekommt Konkurrenz. Während wir uns jahrelang daran gewöhnt haben, eine Liste von blauen Links zu durchforsten, um die beste Antwort auf unsere Fragen zu finden, übernehmen heute zunehmend KI-gestützte Systeme das Ruder. Plattformen wie ChatGPT, Perplexity und Googles eigene Search Generative Experience (SGE) liefern keine Linksammlungen mehr, sondern fertige Antworten.
Für Unternehmen und Marketer bedeutet das: Die Spielregeln für Sichtbarkeit werden im Jahr 2026 radikal neu geschrieben.
Vom Keyword-Matching zur semantischen Antwort
Bisher war Suchmaschinenoptimierung (SEO) oft ein mathematisches Spiel: Man platziere die richtigen Keywords in der richtigen Dichte an den richtigen Stellen. KI-Suchmaschinen funktionieren jedoch grundlegend anders. Sie nutzen Large Language Models (LLMs), um den Kontext und die Intention hinter einer Suchanfrage zu verstehen.
Statt eine Website zu finden, die das Wort „Laufschuh-Berater“ enthält, analysiert die KI den gesamten Content, vergleicht Rezensionen und stellt eine personalisierte Empfehlung zusammen. Die Website dient dabei nur noch als Datenquelle, nicht zwingend als Zielort des Nutzers.
Die neue Disziplin: GEO statt SEO
In Fachkreisen etabliert sich ein neuer Begriff: Generative Engine Optimization (GEO). Es geht nicht mehr nur darum, oben in den Suchergebnissen zu stehen, sondern Teil der Antwort zu werden, die die KI generiert.
„SEO ist nicht tot, aber die Art der Informationssuche hat sich grundlegend verändert. Wer nachhaltig sichtbar sein möchte, muss seine Strategie auf Generative Engine Optimization (GEO) ausrichten, statt seine Website nur auf Keywords zu optimieren“, sagt Marvin Schlusen, Geschäftsführer der Baseplus DIGITAL MEDIA GmbH.
Was sich konkret für Webseitenbetreiber ändert
Um in der Welt der generativen Suche zu bestehen, müssen Strategien angepasst werden. Hier sind die drei wichtigsten Säulen des modernen KI-SEO:
- Autorität und Vertrauen (E-E-A-T): KI-Modelle bevorzugen Quellen, die eine hohe Expertise und Vertrauenswürdigkeit ausstrahlen. Markenbekanntheit und echte Expertenmeinungen wiegen schwerer als bloße SEO-Texte.
- Strukturierte Daten: Damit eine KI Informationen korrekt extrahieren kann, müssen Daten technisch sauber aufbereitet sein (z. B. via Schema.org).
- Content-Tiefe statt Keyword-Breite: Es reicht nicht mehr, ein Thema oberflächlich zu streifen. Wer zitiert werden will, muss tiefgreifende Analysen, einzigartige Daten oder originelle Perspektiven bieten, die die KI in ihre Antwort einfließen lassen kann.
Wem das zu kompliziert ist, sollte darüber nachdenken, die Unterstützung einer GEO-Agentur in Anspruch zu nehmen.
Fazit: Die Evolution der Sichtbarkeit
Wir erleben keinen Untergang der Suche, sondern ihre Evolution. Nutzer werden immer seltener auf Webseiten klicken, um triviale Informationen (wie „Wie ist das Wetter?“) abzurufen. Doch für komplexe Kaufentscheidungen, fundierte Beratung und Dienstleistungen bleibt die menschliche Expertise unverzichtbar.
Der Fokus verschiebt sich weg von der reinen Klickrate (CTR) hin zur Source-Citation. Wer von der KI als Quelle genannt wird, gewinnt das höchste Gut im digitalen Zeitalter: Vertrauen.







