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Microsoft verteilt den neuen Edge ab sofort via Windows Update

 Viele Windows-10-Nutzer werden den neuen Edge bereits installiert haben. Dieser zeichnet sich in erster Linie durch einen neuen Unterbau (Chromium) und durch ein neues Logo aus. Dieses weicht deutlich vom alten Icon ab, man kann den neuen Edge also nicht mit der alten Version verwechseln. Microsoft ging diesen Schritt, weil die eigene Engine von den Nutzern nicht angenommen wurde und es keinen Sinn machte, diese weiterzuentwickeln. Stattdessen gab man ihr den Laufpass und holte sich die Chromium-Basis (der Unterbau kommt auch bei Google Chrome zum Einsatz) ins Boot. Das Highlight bei ihr ist ganz klar die Performance.

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Der Windows-Hersteller drückte bei der Entwicklung ganz schön auf die Tube und stellte den neuen Edge Mitte Januar 2020 fertig. Ein allgemeiner Rollout folgte zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht, stattdessen konnte man sich die stabile Version nur optional und von Hand installieren. Einen passenden Downloadlink gab es von Microsoft. Langfristig hatte das Unternehmen aber natürlich andere Pläne, denn der neue Edge soll den alten in Windows 10 ersetzen. Mit einem optionalen Umstieg ist dieses Ziel aber nur schwer zu erreichen, mit einem automatischen Update via Windows Update sieht es schon anders aus. Microsoft machte von Anfang an kein Geheimnis daraus, was auch Sinn macht. Windows 10 benötigt nämlich nicht zwei Edge-Browser, von denen einer so oder so keine Zukunft hat.

Der Rollout hat begonnen

Der Chromium-Edge wird bei der Suche nach Aktualisierungen in Windows Update als KB4559309 angezeigt. Installiert man dieses, dann erfolgt der Wechsel vom alten zum neuen Edge. Für die Nutzer erfolgt der Umstieg fließend, sodass man sich zum Beispiel über die gespeicherten Passwörter keine Sorgen machen muss.

Da es sich außerdem um eine eigenständige Aktualisierung handelt, muss nicht zwingend die neueste Version von Windows 10 installiert sein.

Warum dauerte es so lange?

Der Hauptgrund war sicherlich, dass man einen reibungslosen Wechsel garantieren wollte. Durch das optionale Update konnte man Erfahrungen sammeln und sich optimal auf den automatischen Rollout vorbereiten. So ein Wechsel der Engine ist nämlich nicht mit ein paar Mausklicks getan, sondern erfordert Zeit. Und die Entwicklung ist nur eine Sache, der Tausch muss am Ende auch noch ohne größere Probleme erfolgen. Es war also die völlig richtige Entscheidung, dass man den automatischen Umstieg erst später umsetzte.

Man muss auch bedenken, dass manche Funktionen erst nach und nach integriert werden beziehungsweise wurden. Es handelte sich zwar schon Mitte Januar um eine stabile Version, der Umfang wird aber erst mit der Zeit erweitert.

Kann der automatische Wechsel unterdrückt werden?

Es gibt Nutzer, denen der Zwangsumstieg ein Dorn im Auge ist. Eigentlich gibt es dafür aber keinen Grund, denn der neue Edge ist schneller und wird auch deutlich besser von den Nutzern angenommen. Schon jetzt hat er sich Platz zwei gesichert und damit den Mozilla Firefox überholt.

Wer den Wechsel trotzdem vermeiden möchte, der kann sich das „Blocker Toolkit“ aus dem Hause Microsoft herunterladen und installieren. Diese Option richtet sich an Privatpersonen, bei zentral verwalteten Firmen (also Unternehmen) besteht der Zwangswechsel nicht. Hier entscheiden die Administratoren darüber, ob und wann der neue Edge durch die alte Version ersetzt werden soll (damit werden eventuelle Probleme mit dem neuen Browser vermieden, die unter Umständen die unternehmerische Tätigkeit beeinflussen).