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Plattform Giganten: Die Geschichte großer Internetkonzerne

Während man früher meistens Reisen über ein lokales Reiseportal gebucht hat, gibt es heute unzählige Alternativen. Immer mehr gerät es in Mode sich die Reise selbst zu organisieren, wodurch man alle Zügel in der Hand hält. Vereinfacht wird diese Aufgabe oftmals durch Websites, die entsprechende Dienstleistung anbieten. Eine der führenden und bekanntesten Website ist dabei Booking.com. Mit Hilfe der Website kann man verschiedenste urlaubsrelevanten Tarife vergleichen, etwa den Preis von verschiedenen Hotels an einem angegebenen Ort.

Und diese Einleitung betrifft nur Booking.com, um die es heute gehen sollte. Es dreht sich jedoch in absoluten allen Branchen um sogenannte Plattformen. Ja, so ein Hipster Wort, das jeder verwendet, der Meinung von der Zukunft des Internets haben möchte. „Plattformen sind die Zukunft des Internets“, hört man dann. Doch was heißt das denn?

Und früher stellte man sich auf die Straße für ein Taxi, heute geht man auf myTaxi. Früher war es der kleine Laden um die Ecke, bei dem Bücher gekauft wurden, heute ist es Amazon.  Das größte Taxi Unternehmen der Welt hat keine Taxen. Das größte Reiseportal der Welt hat keine Flieger und keine Hotelzimmer. Und das größte Einkaufsportal der Welt verkauft kaum eigene Produkt. Die Casino Welt hat sich zum Beispiel dermaßen verändert, dass teilweise schon bedeutend mehr Budget für Online Gaming ausgegeben wird, als für die Hallen vor Ort. Es gibt sogar genügend Online Casinos, die nur mehr über eine Homepage erreichbar sind, was Effizient und Erreichbarkeit natürlich ins Unermessliche steigert. Früher spielte man in Spielhallen, heute auf verajohn.com/de irgendwelche Spiele.

Doch während euch dies vermutlich alles bekannt ist, wissen viele nicht, wie unfassbar groß solche Portale im Hintergrund tatsächlich sind. Wir schauen uns heute deshalb einen Giganten einmal unter der Lupe an.

Booking.com: Der Hotel Riese aus dem Norden

Booking.com gehört zum Unternehmen Booking Holdings, die bis 2018 als The Priceline Group bekannt war. Ursprünglich gab es die Website bookings.nl, die ein kleines Start-Up war und 1996 von Geert-Jan Bruinsma gegründet worden. 9 Jahre später wurde die Website von Booking Holding für 133 Millionen Dollar erworben. Anschließend arbeiteten die beiden Websites bookins.nl und AcitiveHotels.com zusammen, da sie beide zum gleichen Unternehmen gehören. Durch diese Zusammenarbeit wurde schlussendlich die heute bekannte Website Booking.com. Die Mutterwebsite, Booking Holdings, hat derzeit inzwischen über 17.000 Mitarbeiter und knapp 200 Büros in 70 verschiedenen Ländern auf der ganzen Welt. Im Jahr 2015 wurde die Milliarden Grenze bezüglich der vermittelten Kunden überschritten. Weltweit kommt die Website inzwischen sogar schon auf den 35. Platz, gemessen an der weltweiten Aufrufzahl. An der Börse ist man zeitweise mehr wert, als Lufthansa, Tui, Accor und Thomas Cook zusammen.

Nach eigenen Angaben werden auf der Plattform täglich mehr als 1,5 Millionen Übernachtungen gebucht. Dabei können die Kunden aus mehr als 28 Millionen Einträgen in 228 Ländern den passenden Ort für sich auswählen. Bei einem solchen Angebot hat man dann oft die Qual der Wahl, welche Unterkunft man nun wählen soll. Zum Glück bietet die Website dafür mehrere verschiedene Sortierungstools, die das ganze vereinfachen.

Provisionen als Geschäftsmodell

Auf Booking.com kann man eigentlich alle für den Urlaub wichtige Buchungen tätigen. Das Angebot reicht von Hotels über Flüge bis zu Mietwägen oder Ferienwohnungen, welche man alle über die Website buchen kann. Für jede Buchung erhält Booking.com dabei eine kleine Provision, die nach Firmenangaben normalerweise zwischen den branchenüblichen 11 und 15 Prozent liegt. Auf der Website kann man durch verschiedene Filter nach ganz bestimmten Hotels oder eben erwähnten Dienstleistungen forschen. Bei Unterkünften kann man zum Beispiel nach der Ortschaft oder der Lage des Hotels filtern. Sehr beliebt ist auch die Funktion nach Sternebewertung suchen. Dann werden die Bewertungen von anderen Besuchern für das Hotel verwendet, um zu gewährleisten, dass das Hotel den gewünschten Ansprüchen auch entspricht.

Neben der Website gibt es die Plattform auch noch als App in den gängigsten AppStores. Dabei unterscheiden sich die Inhalte nicht, man findet also genau die gleichen Ergebnisse. Die Website ist in 43 verschiedene Sprachen übersetzt.

Trotzdem dem großen Erfolg bliebt die Kritik nicht aus. So werden der Website verschiedene Anschuldigungen vorgeworfen. So brachte die EU das Argument vorwärts, dass Booking.com eine marktbeherrschende Position innehat, woraufhin sich verschiedene nationale Wettbewerbsbehörden einschalteten. Ein anderer Vorwurf bezieht sich auf die Angebote der Website. So warb Booking.com früher damit, dass sie die besten Preise hätten, obwohl dies gar nicht der Fall war. Obwohl rechtliche Schritte seitens Deutschlands eingefädelt wurden, macht sie damit weiter. Immer wieder gibt es Berichte, wonach Vergleichsportale gar nicht so fair bewerten und vergleichen.

Trotz dieser Kritikpunkt kann man nicht bastreiten, dass Booking.com eine großartige Dienstleistung anbietet und nicht um sonst ganz oben ist. Will man also mal selbst seinen Urlaub buchen und komplett autonom sein, kann man Booking.com nur empfehlen. Selbst wenn man nicht bucht, kostet nichts die Website mal anzusehen und sich ein eigenes Bild zu machen.