Ihre Experten für neue Medien

Bekannt ausBekannt aus dem ZDF, BR und Antenne Bayern

Gefahren bei wer-kent-wen

Soziale Netzwerke gehören zum Alltag im Web 2.0. So auch das Netzwerk wer-kennt-wen.de (wkw). In derartigen Netzwerken gibt es aber auch dunkle Seiten wie Betrug, Mobbing und mehr. Darauf sollten Sie achten, wenn Sie bei wer-kennt-wen unterwegs sind.

Soziale Netzwerke werden schon seit geraumer Zeit nicht mehr nur für legale Zwecke genutzt. Betrüger und andere Kriminelle haben das Potenzial derartiger Portale für sich entdeckt. Dabei werden gutgläubige Menschen schamlos ausgenutzt.

Wieder andere Nutzer bevorzugen es, Dritte an den virtuellen Pranger zu stehlen, zu belästigen und digital zu verfolgen. Die Opfer haben meist nicht viele Möglichkeiten, um sich zu wehren.

Wir stellen Ihnen Schattenseiten des Sozialen Netzwerks vor und geben Ihnen Tipps, wie Sie sich dagegen schützen können.

Betrugsversuche und Abzocke bei wer-kennt-wen

Zu den häufigsten Probleme bei wkw zählt die Abzocke oder der (versuchte) Betrug von Teilnehmern des Sozialen Netzwerks durch Dritte.

Die Vorgehensweise ist dabei meist leicht unterschiedlich, sodass sich kein immer passendes Beispiel nennen lässt. Grundsätzlich variiert die Methode jedoch nur geringfügig, sodass Sie einen Betrugsversuch anhand unseres Beispiels erkennen sollten.

Am häufigsten betroffen sind Accounts von männlichen Nutzern. Hierbei nimmt eine vermeintliche Nutzerin des Netzwerks über Nachrichten Kontakt mit Ihnen auf. Diese schickt Ihnen nach einiger Zeit eine Telefonnummer. Auf den ersten Blick mag diese Telefonnummer harmlos wirken, doch sie hat es in sich.

Sobald Sie bei dieser Nummer anrufen oder eine SMS dorthin schicken, sind Sie um einige Euros ärmer. Es handelt sich nämlich um ein kostenpflichtiges Service-Angebot. Ist das Geld erst einmal abgebucht, haben Sie keine Chance mehr es wiederzubekommen.

Alternativ wird versucht Sie mit Liebesschwüren und dergleichen zur Überweisung eines Geldbetrages zu bringen. Die Methoden sind dabei unterschiedlich. Gerne genutzt ist die Lüge, dass der betrügende Nutzer nicht genug Geld für eine Zugfahrkarte habe und sich das Treffen so sehr wünscht. Die Überweisung eines geringen Betrages könnte hier Abhilfe schaffen.

Auch hier gilt: Ist die Überweisung erst einmal getätigt, sehen Sie Ihr Geld im Regelfall nie wieder.

Wie schütze ich mich gegen Betrug und Abzocke bei wer-kennt-wen?

Es gibt einige simple Regeln, die Sie befolgen sollten um sich vor Betrug und Abzocke bei wkw zu schützen.

  • Ignorieren Sie Nutzer, die Ihnen unaufgefordert Handynummern oder dergleichen übermitteln. Vor allem aber sollten Sie solche Nummern niemals anrufen. Für gewöhnlich handelt es sich dabei um kostspielige Hotlines.
  • Überweisen Sie niemals einen Geldbetrag an Fremde, insbesondere wenn die Gründe dafür sehr fragwürdig sind. Ist das Geld erst einmal überwiesen, werden Sie es nicht zurückbekommen.
  • Vertrauen Sie auf Ihr Gefühl und seien Sie stets vorsichtig im Umgang mit neuen Kontakten. Nur so können Sie sich effektiv vor Betrug und Abzocke schützen.

Cybermobbing, Belästigung und Fakeprofile sind im Internet normal

Besonders viel Aufmerksamkeit erregen Soziale Netzwerke immer wieder durch Mobbing-Fälle. Die Opfer sowie die Täter sind dabei häufig Minderjährige - Schüler, vermeintliche Freunde, Bekannte.

Auch bei wkw gibt es keine absolute Sicherheit, nicht doch zum Ziel einer solchen Hetzkampagne zu werden. Ist der Stein erstmal ins Rollen gebracht worden, hat man kaum noch Chancen ihn aufzuhalten.

Vor allem die Betroffenen selbst ziehen sich häufig zurück und leiden unter dem psychischen Terror, der ihnen angetan wird.

Die Varianten der Mobber sind dabei vielfältig und reichen von böswilligen Nachrichten, über Bildentfremdungen bis hin zu verunstalteten Fake-Profilen, die angeblich dem gemobbten Opfer gehören.

Was kann ich gegen Cybermobbing tun?

Im Falle von Cybermobbing trifft es wie erwähnt oftmals Kinder und Jugendliche. Es liegt also in erster Linie an den Eltern, veränderte Verhaltensweisen ihrer Kinder zu bemerken.

Wenn sich Ihr Kind plötzlich merkwürdig verhält und viel Zeit in Sozialen Netzwerken wie wer-kennt-wen verbringt, sollten Sie achtsam sein. Ihr Kind ist oftmals nicht in der Lage sich selbst vor den Mobbing-Attacken zu schützen.

Sobald Sie feststellen, dass Ihr Schützling Opfer derartiger Angriffe wird, sollten Sie vor allem zwei Dinge in Erwägung ziehen:

  • An erster Stelle steht eine Anzeige bei der Polizei. Da die Täter meist minderjährig sind, drohen ihnen zwar keine harte Sanktionen. Oftmals hilft dieser Schritt jedoch den Tätern ihre Handlungen vor Augen zu führen.
  • An zweiter Stelle sollten Sie sich an den Betreiber des Sozialen Netzwerks wenden. Diese werden zwar keine Daten von mobbenden Nutzern aushändigen, doch Sie können darauf hinwirken dass etwaige Fake-Profile gesperrt werden.

Abschließend empfiehlt es sich in jedem Falle rechtlichen Rat einzuholen, um mögliche zivilrechtliche Schritte gegen die Täter in Erwägung zu ziehen. Ein Rechtsbeistand kann Sie außerdem bei der fortlaufenden Durchsetzung Ihrer Ansprüche unterstützen und trägt dafür Sorge, dass Ihre Anzeige bei der Polizei einen zügigen Gang nimmt.

Datendiebstahl durch Fake-Profile

Nicht minder besorgniserregend ist der Diebstahl persönlicher Daten. Häufig geschieht dieser nicht zufällig. Die Opfer helfen den Tätern oftmals sogar unbewusst.

Eines der bekanntesten Beispiele hierfür ist der Fall "Natalie". Dabei handelte es sich um einen Fake-Account, den ein IT-Sicherheitsdienstleister angelegt hatte.

Das Profil war mit Fotos einer leicht bekleideten Dame gespickt. Man verschickte keinerlei Anfragen an Dritte sondern wartete schlicht ab, ob sich Nutzer einfach so mit dem Profil verbinden würden.

Binnen kürzester Zeit geschah dies auch. Neben Nachrichten gingen auch zahlreiche Kontaktanfragen ein. Was viele nicht wissen: Wer als Kontakt bestätigt wird, gibt das eigene Profil dem Gegenüber preis.

Wer also ein gut gefülltes Profil bei wer-kennt-wen besitzt, offenbart schlimmstenfalls sämtliche Details einem Fremden. Besonders schlimm ist dies, wenn es sich hierbei um Kriminelle handelt, die mit den Daten eigene Geschäfte machen oder gar einen Identitätsdiebstahl begehen.

Sich vor derartigen Erlebnissen zu schützen, ist dabei ganz einfach: Nehmen Sie niemals Kontakt mit einer Person auf, die Ihnen völlig fremd ist. Falls es unumgänglich ist, nutzen Sie lediglich die Nachrichtenfunktion, bis Sie weitere Details erfahren.

Vertrauen Sie aber auch hier auf Ihren gesunden Menschenverstand und überlegen Sie sich, ob Sie einen Kontakt nur wegen der Profilbilder aufnehmen wollen. Diese können gefälscht sein.

Schützen Sie Ihre Kinder vor Missbrauch

wer-kennt-wen ist ein Soziales Netzwerk. Als solches haben dort nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch Erwachsene Zugang.

Nicht alle Nutzer sind dabei jedoch vertrauenswürdig. Auch gefährliche Personen tummeln sich an derartigen Plätzen, um potenzielle Opfer auszuspähen. Für gewöhnlich werden jedoch weder Sie noch Ihre Schützlinge vorab gewarnt, wenn solche Personen den Kontakt suchen.

Die Kontaktaufnahme per Netz geschieht dabei ganz einfach und bietet den potenziellen Tätern nur wenige Hindernisse.

Ist der erste Kontakt erst einmal aufgebaut, erschleichen diese sich das Vertrauen. Das Ende vieler derartiger Szenarien sind wohlbekannt und kommen glücklicherweise selten vor.

In erster Linie obliegt es auch hier abermals den Eltern, auf das Verhalten des eigenen Kindes zu achten. Wenn sich dieses merkwürdig verhält und über einen neuen Chatpartner berichtet, sollte man hellhörig werden.

Insbesondere wenn Sie bemerken, dass sich Ihr Sohn oder Ihre Tochter mit dem Kontakt zu einem Treffen verabredet hat, sollten Sie aktiv werden. Vor allem wenn Ihnen der Kontakt selbst völlig unbekannt ist.

Erschwert wird diese Aufgabe natürlich dadurch, dass Sie mitunter von diesem Kontakt erst zu einem sehr späten Zeitpunkt erfahren. Es ist daher in erster Linie eine Frage Ihres Gefühls und Vertrauens in Ihr Kind, wie weit Sie gehen wollen, um es vor derartigen Risiken zu schützen.

In unserem Archiv finden Sie Beiträge, die sich etwa mit der Überwachung eines PCs befassen. Bedenken Sie aber, dass Sie das Vertrauensverhältnis dadurch nachhaltig erschüttern und sogar irreparabel beschädigen können.

Eine völlige Überwachung des PCs zum Schutz Ihrer Kinder sollte nur der letzte Ausweg sein, wenn Sie keine andere Möglichkeit sehen.

Sollten Sie bei einer sporadischen Prüfung jedoch Nachrichten oder dergleichen entdecken, die einen Straftatbestand erfüllen, empfiehlt es sich zügig Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Dies stellt den effektivsten Schutz gegen Nutzer Sozialer Netzwerke dar, die nichts Gutes im Schilde führen.

Was Sie auch zum Thema interessieren könnte

Ratgeber