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Ein Wally für die Tiefsee

Ganz nach dem Vorbild des kleinen Roboters Wall-E aus dem gleichnamigen Disney-Animationsfilm hat ein Team aus kanadischen Wissenschaftlern am NEPTUN Canada Tiefseeobservatorium den ersten über Internet steuerbaren Forschungsroboter getauft. Dieser hört auf den Namen Wally und arbeitet in 900 Metern Tiefe, um Messdaten über den Meeresboden zu sammeln. Über ein Kabelsystem werden alle Ergebnisse sofort in das Internet übertragen und können dort abgerufen werden.

Wally ist mit einer hochauflösenden Web-Kamera und mehreren Messsystemen ausgestattet. So kann der Tiefsee-Crawler neben einem optischen Bild zur Orientierung auch Daten wie Temperatur, Druck, Strömung, Salzgehalt, Methankonzentration und Trübung speichern. Der bisher einzigartige Vorteil besteht in der möglichen Steuerung über das Internet. Egal von welchem Ort der Welt sich die Wissenschaftler anmelden, sie können den aktuellen Datenstream von Wally empfangen und den Roboter fernsteuern.

Die Kommunikation findet über ein auf dem Meeresboden liegendes Versorgungskabel statt, welches an eine stationäre Bodenstation angeschlossen ist. Es ist kein kostenintensives Forschungsschiff notwendig um den Tiefseeroboter zu betreiben. Dadurch ist es möglich, Daten dauerhaft und nicht nur zeitlich begrenzt sammeln zu können. Außerdem kann Wally sich auf einer Fläche von 1500 Quadratmetern frei bewegen, während bei Versorgungsschiffen nur eine sehr kleine Fläche abgedeckt werden kann.

Durch Wally eröffnen sich völlig neue Perspektiven in der Meeresforschung, der Erdbebenüberwachung und der meeresbasierten Erdöl- und Erdgasindustrie. Außerdem können über die Online-Plattform des Projekts Informationen zu Prozessen am Meeresgrund einem breiten Publikum gezeigt werden. Viele hochauflösende Videos geben einen Einblick, in eine weit entfernte Welt.

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