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Biometrie: Datenschutz das eigentliche Problem

Seit ein Exemplar der Nacktkörperscanner in der Hansestadt Hamburg am Flughafen getestet wurde, geht die Angst um. Werden wir immer mehr zum gläsernen Bürger? Die Technik Biometrie wird zunehmend auch in Unternehmen eingesetzt. Bei der Nutzung sollte aber einiges berücksichtigt werden - der Mitarbeiter steht dabei im Mittelpunkt.

Nach Angaben des Fraunhofer Instituts, kommt immer mehr Bewegung in die Biometrie. So nutzen nach Angaben eines heute erschienenen Berichts, immer mehr Unternehmen biometrische Systeme für beispielsweise die Zugangskontrolle oder Zeiterfassung. In Zukunft, so ist aus dem Bericht zu entnehmen, mit einem starken Wachstum zu rechnen. Die Technik, die teilweise aus einem James Bond Film stammen könnte, ist bereits Realität.

Fehlender Datenschutz

Biometrische Systeme erkennen Personen anhand von eindeutigen Körpermerkmalen. Mit dem Einsatz von Fingerabdruck, Irisscan (Augenscan) oder Gesichtserkennung ist das Vergessen von Passwörtern oder das Verlegen von Schlüsseln kein Problem mehr. Ein Komfort, der auch einige Risiken birgt. Das weiß auch Alexander Nouak, Abteilungsleiter "Identifikation und Biometrie" am Fraunhofer IGD. Nach seinen Angaben ist der kritische Punkt jedoch nicht die Technik selbst, sondern der Datenschutz. Nach seiner Meinung muss dieser gerade für die Angestellten doppelt berücksichtigt werden.

Was bei Google, Microsoft und Apple normal ist, sollte bei den biometrischen Anlagen verhindert werden. Nouak spricht damit die Möglichkeit an, dass die vom System gespeicherten Daten zweckfremd verwendet werden, so also die Privatsphäre des Beschäftigten tangiert. Rechtlich gesehen ein klarer Verstoß. In der Veröffentlichung ist zu lesen, dass der Wissenschaftler auch "Kleinigkeiten" zum Privaten zählt: Wann hat Mayer seinen PC entsperrt? Ist Müller in der Cafeteria? Eine Sicherung wäre zum Beispiel, wenn das Ereignislogbuch eines Zugangskontrollsystems "nur dann eingesehen wird, wenn es vorher vom Betriebsrats genehmigt wurde."

Um gerade willkürliches Speichern zu verhindern, arbeiten die Forscher rund um Alexander Nouak an einem System, das die biometrischen Daten gar nicht erst speichert. Ein Prototyp ist gerade in der Testphase. Ob das Nichtspeichern von Daten den Regierungen allerdings gefällt, darf ruhig bezweifelt werden.

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