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Deutsche Telekom verkauf T-Mobile USA

Die Deutsche Telekom gibt auf. Das Telekommunikationsunternehmen verkauft sein größtes Sorgenkind "T-Mobile USA" an die Konkurrenz AT&T. Der Deal katapultiert das US-Unternehmen AT&T gleichzeitig an die Spitze der Mobilfunkbetreiber - als einziger Anbieter von GSM-Geräten.

Der Chef der Deutschen Telekom, René Obermann, setzt einen Schlussstrich unter die US-Tochtergesellschaft T-Mobile USA. Das Unternehmen wurde für 39 Milliarden US-Dollar an die Konkurrenz AT&T verkauft. Das sind umgerechnet 28 Milliarden Euro. Nach viel Rechnerei und Planspielen ist nun doch Schluss. Obermann hatte kürzlich noch für die US-Sparte Hoffnung gehegt und sehr positiv in die Zukunft blicken lassen. Doch die Kundenrückläufe zeigten dann wohl doch die harte Realität.

Das LTE-Problem

Der Milliarden-Deal verschafft der T-Mobile-Muttergesellschaft, Deutsche Telekom, ein wenig Luft und AT&T die gesamte Infrastruktur eines gestandenen Konzerns. AT&T ist somit nicht nur der größte Mobilfunkanbieter der USA, vielmehr ist AT&T nun auch der einzige Anbieter, der in den USA GSM-Geräte anbietet. Für die Deutsche Telekom löst der Verkauf eine Menge Probleme.

Das Unternehmen gehörte immerhin zu den viertgrößten Anbietern der USA und musste somit einige Verpflichtungen in Sachen Infrastruktur und Netzaufrüstung (LTE 4G-Standard) erfüllen. Die Konkurrenz Verizon und AT&T waren diesbezüglich einfach schon weiter. Deren neue 4G-Netze stehen bereits und werden sogar schon von der neusten Geräte-Generation genutzt.

Auswirkungen auf Europa?

Das Zaudern und Zögern brach der US-Sparte letztendlich das Genick. Obermann setzte auf HSPA +, die Konkurrenz, wie bereits schon erwähnt, auf LTE. Die Kunden dankten es AT&T und Verizon mit starken Zuläufen. Dabei ist der HSPA+-Standard mit 84 Megabit schnell genug. Doch der 16 Megabit schnellere LTE-Standard scheint zurzeit das ausschlaggebende Argument zu sein, wenn man auf US-Netze setzt. Ob der Verkauf Auswirkungen auf den deutschen Markt hat, bleibt abzuwarten. Aber vielleicht ebnet der Deal neue Wege, modernere Technik auch in Europa USA-schnell einzuführen. Denn der Markt wird immer wieder von Sparmaßnahmen ausgebremst. Länder wie Finnland, China und die USA sind da schon meilenweit weiter. Sie investieren zum Teil Milliarden in Techniken, die es noch nicht einmal gibt - und noch erforscht werden.