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Deshalb hält Apple beim iPhone an Lightning fest

Nahezu alle neuen Smartphones im Android-Bereich sind mit einem USB-C-Port an der Unterseite ausgestattet. Dieser kann sowohl zum Laden als auch für den Anschluss von Kopfhörern verwendet werden. Für den Nutzer ein Vorteil, da die Kabel untereinander passen und man sich im besten Fall kein neues kaufen muss. Auch wird der Anschluss immer weiter verbessert und optimiert. Nicht so bei Apple, die bis 2012 den sogenannten 30-Pin Dock Connector verwendet haben. Danach kam gemeinsam mit dem iPhone 5 die Einführung vom Lightning-Anschluss, und dieser ist bis heute geblieben (iPhone 13). Aus technischer Sicht ist diese Entscheidung nicht nachvollziehbar, denn der Port ist in einfachen Worten ausgedrückt veraltet. Für Apple ist das aber noch kein Grund, um wie die Konkurrenz einen Wechsel zu USB-C zu vollziehen. Zumindest haben die beiden Anschlüsse eine Gemeinsamkeit, sie lassen sich in beide Richtungen einstecken.

Der Lightning-Port war natürlich nicht immer schlecht

Als das US-amerikanische Unternehmen Lightning eingeführt hat, war am Anschluss nichts zu meckern. Er war zeitgemäß und daher ein Gewinn für den Konzern und für die Kunden. Unter anderem, weil er weniger Platz als sein Vorgänger (30-Pin Dock Connector) benötigt und die iPhones dadurch dünner gebaut werden konnten. Da es aber bereits 2012 damit losging und sich die Zeiten ändern, sieht es heute ein wenig anders aus.

Eine lustige Tatsache ist auch, dass Apple den USB-C-Port aktiv mitentwickelt hat. Am Ende ging dem Unternehmen aber die Geduld aus, um auf die finale Umsetzung des Anschlusses zu warten. Das Resultat war die Entwicklung des eigenen Lighning-Ports.

Darum hat Lightning einen negativen Beigeschmack

Wie vielen zu diesem Zeitpunkt bereits klar sein dürfte, ist Lightning ein Apple-exklusiver Anschluss. Das heißt, man muss sich bei einem Umstieg von einem Android-Handy in der Regel neues Zubehör kaufen und sich eventuell mit Adaptern herumschlagen. Für 3,5-mm-Kopfhörer benötigt man beispielsweise einen Adapter von Lightning auf eine 3,5-mm-Klinke. Und je mehr Zubehör notwendig ist, umso mehr geht es auch ins Geld. Im Durchschnitt muss man außerdem mehr dafür ausgeben, billige Teile wiederum können eine Gefahr fürs iPhone darstellen.

Und dann ist auch noch die Geschwindigkeit ein Thema. Fast alle Lightning-Kabel setzen lediglich auf USB 2.0 mit maximal 60 MB/s, für heutige Verhältnisse zu langsam (Ausnahmen sind nicht ausgeschlossen). Apple selbst gibt in der Beschreibung keinerlei Werte dazu an.

Deshalb gibt der iPhone-Hersteller Lightning nicht auf

Ein Grund ist, weil Apple sehr vorsichtig mit Neuerungen umgeht. Während Samsung und Co. immer wieder neue Technologien testen (wie Foldables oder schnelles Laden), hält man sich in Cupertino sehr damit zurück. Stattdessen ist die Devise abwarten und beobachten, ob sich ein neuer Trend wirklich durchsetzt.

Des Weiteren spielt Geld eine Rolle. Genauer gesagt geht es um die MFi-Lizenzierung, die Apple an Drittanbieter vergibt. Damit dürfen sie Zubehör herstellen, das offiziell von Apple abgesegnet und genehmigt ist. Da es die Lizenzierung aber nicht kostenlos gibt, würde mit dem Umstieg auf USB-C eine Einnahmequelle wegfallen.

Nicht zu vergessen ist die Kontrolle. Lightning gehört Apple und damit die Macht darüber. Wenn zum Beispiel ein Drittanbieter „nicht die Erwartungen“ erfüllt, dann kann dieser einfach aus dem MFi-Programm genommen werden.

Fazit

Aus technischer Sicht ist Lightning veraltet, aus Sicht von Apple macht der Erhalt des Ports aber Sinn. Und da die zweite Option finanziell mehr bringt, wird der Hersteller wohl so lange wie möglich daran festhalten. Ein Spielverderber könnte zukünftig die EU sein.