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Seriöse Anbieter im Netz erkennen

Im Internet gibt es Millionen von Webseiten. Nicht alle sind seriös und haben gute Absichten. Es gibt überall Abzocker, Bauernfänger, Abofallen oder einfach Seitenbetreiber, die es auf die Daten der Kunden abgesehen haben, um damit Handel zu treiben. Wer ein bisschen aufmerksam durchs Netz streift, kann unseriöse Webseiten erkennen. Hinweise auf unseriöse Seiten sind allerdings nicht immer auch wirklich ein Hinweis auf unlautere Absichten der Seitenbetreiber. Manche Seiten sind einfach nur schlecht oder mit mangelnden Kenntnissen umgesetzt. Dennoch gibt es ein paar Dinge, auf die User achten sollten, um eine seriöse Seite zu erkennen.

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Abbildung 1: Manchmal dient die Registrierung nur einem einzigen Zweck: die Userdaten herauszufinden, um mit den Adressen zu handeln.

Erfahrungen anderer User

Ein wenig Recherche im Internet kann sehr schnell und leicht Auskunft darüber geben, ob eine Webseite seriös ist. Im Internet gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich über einschlägig bekannte Internetseiten zu informieren. Im Netz finden sich zu diesen Internetseiten und Angeboten, mit denen andere User schon schlechte Erfahrungen gemacht haben, entsprechende Informationen.

Das Online-Casino als Beispiel

Online-Glücksspiele sind in der letzten Zeit immer populärer geworden. Es gibt die unterschiedlichsten Anbieter, beispielsweise ein sicheres Online Casino mit unterschiedlichen Spielmöglichkeiten oder Sportwetten. Bei Casinos ist es manchmal gar nicht so einfach, die unseriösen und die seriösen Online Casinos voneinander zu unterscheiden. Ein unerfahrener Spieler kann sich an der Lizenzierung des Casinos orientieren. Nur Casinos mit einer gültigen Lizenz sind seriös. In Deutschland selbst hat bislang nur Schleswig-Holstein gültige Glücksspiellizenzen ausgegeben. Doch auch die Glücksspiellizenzen aus anderen EU-Staaten, wie Malta oder Gibraltar sind gültig. Weitere Merkmale von seriösen Online-Casinos sind auf der Seite Spielbank.com.de zusammengefasst.

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Abbildung 2: Ein seriöses Online-Casino können User nicht immer auf den ersten Blick erkennen. Doch es gibt ein paar Hinweise, die sich User unbedingt anschauen sollten.

Allgemeine Merkmale für eine seriöse Internetseite

Es gibt ein paar Merkmale, auf die User grundsätzlich achten sollten, wenn sie seriöse Webseiten identifizieren möchten:

1.     Das Impressum

Wenn eine Internetseite kein oder nur ein unvollständiges Impressum hat, ist immer Vorsicht geboten. Gemäß § 5 Telemediengesetz sind alle gewerblichen Seitenbetreiber dazu verpflichtet, auf ihrer Seite Name, Anschrift und Rechtsform in einem Impressum zu veröffentlichen. Wenn sich nur eine bezahlte Anzeige auf einer Webseite befindet, ist diese als gewerblicher Anbieter zu werten. Wenn ein Anbieter das Impressum verschleiert, will er möglicherweise unerkannt bleiben. Ein ausländischer Firmensitz sollte hellhörig machen. Er ist nicht in jedem Fall ein Warnsignal. Allerdings kann er bei Rücksendungen oder Reklamationen zum Problem werden.

2.     Die Kontaktmöglichkeiten

Ein Hinweis auf eine seriöse Seite sind deutlich sichtbare Kontaktmöglichkeiten. Das ist bei Online-Shops besonders wichtig. Dann stellt sich die Frage, ob die Angaben richtig sind. Geht jemand ans Telefon? Gibt es die auf der Seite angegebene Postanschrift? Handelt es sich um eine aktive E-Mailadresse? Lassen sich diese Fragen alle bejahen, ist das gut. Auch kostenlose E-Mail-Adressen können ein Warnsignal sein, müssen sie aber nicht.

3.     Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen

Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen möchte eigentlich niemand lesen. Sie sind umfangreich, kompliziert und die Kunden haben sich mittlerweile daran gewöhnt. Die AGB sind allerdings aufgrund gesetzlicher Bestimmungen unbedingt notwendig, müssen vorhanden und auf der Internetseite einsehbar sein. Wenn das der Fall ist, ist alles in Ordnung. Ist das nicht der Fall, hat der betreffende Anbieter eventuell etwas zu verbergen. Dann ist Vorsicht geboten.

4.     Das Widerrufsrecht

Das Widerrufsrecht gilt immer dann, wenn es gesetzlich vorgesehen oder vertraglich vereinbart ist. Wenn Verträge außerhalb der Geschäftsräume eines Unternehmens geschlossen werden oder bei Fernabsatzverträgen haben Verbraucher laut bmjv.de das Recht auf Widerruf, also insbesondere bei Verkäufen oder Verträgen über das Internet. Ausgenommen dabei sind unter anderem Leistungen, die der Seitenbetreiber sofort erbringt, wie beispielsweise bei einem Download, wenn sie nicht über 40 Euro kosten.

5.     Gestaltung der Texte und Werbung

Wie eine Webseite textlich gestaltet ist, kann ebenfalls ein Hinweis auf einen seriösen Anbieter sein. Eine seriöse Seite hat keine Werbetexte in Wochenmarkt-Manier. Angebote und Rabattaktionen treten nicht aufdringlich in den Vordergrund. Die Texte sind gut lesbar und in gutem Deutsch geschrieben. Wenn es viele Rechtschreib-, Grammatik- und Interpunktionsfehler auf einer Seite gibt, hat sich der Seitenbetreiber bei der Erstellung nicht besonders viel Mühe gemacht. Ebenfalls stutzig machen sollten schlechte Übersetzungen, die kaum einen Sinn ergeben.

Wenn es auf einer Internetseite Werbebanner gibt und Anzeigen, ist das noch kein Warnsignal. Popup-Werbung hingegen ist nicht nur lästig, sie kann auch ein Sicherheitsrisiko darstellen. Wer ein Werbebanner anklickt, das mit Schadsoftware präpariert ist, kann dadurch großen Schaden auf dem Computer verursachen. Seriöse Seiten arbeiten nur mit Premium-Werbepartnern zusammen.

6.     Das Layout

Layout und Navigation können ebenfalls Hinweise auf eine seriöse Seite sein. Das Layout einer seriösen Seite ist übersichtlich und klar. In der Navigation finden sich die User intuitiv zurecht und können schnell und einfach auf der Webseite navigieren. Hat eine Webseite ein wirres Design, kann das Absicht sein. Das soll die User dazu verleiten, „versehentlich“ auf einen Link zu klicken, der kostenpflichtig ist. Dabei ist zu bedenken, dass eine klare Navigation und ein übersichtliches Layout Geschmackssache sind und die User sie unterschiedlich wahrnehmen.

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Abbildung 3: Wer im Internet auf Shopping-Tour geht, sollte darauf achten, dass die Verbindung sicher ist.

7.     Die Zahlungsarten

Wer in einem Online-Shop einkauft, muss natürlich die Waren oder Dienstleistungen auch bezahlen. Für eine sichere Eingabe der Zahlungsdaten ist es wichtig, dass eine sichere Verbindung besteht. Diese ist ganz leicht in der URL-Zeile des Browsers zu erkennen. Sie beginnt mit dem Kürzel „https“. In vielen Browsern ist zusätzlich ein kleines Schloss-Symbol zu sehen. Zusätzlich liefert ein Blick auf die Zahlungsarten Hinweise auf eine seriöse Internetseite. Ist die einzige Zahlungsmethode Vorauskasse, ist das sehr verdächtig. Wenn persönliche Daten einzugeben sind, sollte immer klar sein, wofür dies notwendig ist, beispielsweise für eine Registrierung, den Kauf- oder Zahlungsvorgang.

Warnzeichen für unseriöse Webseiten

Über die genannten Punkte hinaus gibt es noch einige andere Merkmale, die ein Hinweis auf eine fragwürdige Internetseite sein können. Die Betonung liegt hier ausdrücklich auf „können“. Es gibt auch unseriöse Webseiten, die ganz bewusst auf diese ganzen Merkmale verzichten, um einen seriösen Eindruck zu machen und den Anschein zu vermeiden, die Seite wolle die User abzocken. Wenn gleich mehrere Merkmale zutreffen, ist äußerste Vorsicht geboten.

  • Eine Registrierungsaufforderung

Eine seriöse Webseite fordert Nutzer dann zu einer Registrierung auf, wenn dieser auch einen tatsächlichen Nutzen von der Registrierung hat. Zudem klärt er direkt über die Folgen der Registrierung auf. Bei unseriösen Webseiten kommt eine Registrierungsaufforderung, um angeblich kostenlose Inhalte oder Dienste nutzen zu können.

  • Die Eingabe privater Daten

Wenn User beispielsweise während einer Registrierung private Daten angeben müssen, sollte ihnen klar sein, dass sie sich damit dem Anbieter gegenüber eindeutig zu erkennen geben. Das ist bei seriösen Seiten überhaupt nicht problematisch. Es kann auf Seiten mit Abofallen allerdings zum Problem werden, und zwar dann, wenn der Seitenbetreiber die Daten dazu nutzt, Forderungen an den angeblichen Kunden zu stellen.

  • ungeschützte Übertragung von Daten

Wenn User sensible Daten eingeben müssen, wie beispielsweise die Kreditkartennummer, ist eine verschlüsselte Datenübermittlung wichtig. Ansonsten könnte jemand die Daten während der Übermittlung abfangen.

Eine Internetseite, die keine entsprechende Verschlüsselung verwendet, sollten User meiden. Sie legen keinen besonderen Wert auf die Sicherheit ihrer Kunden.

  • Gewinnspiele

Um an einem Gewinnspiel teilzunehmen, müssen die Teilnehmer ihre Daten hinterlassen, damit später eine eventuelle Gewinnmitteilung erfolgen kann. Das kann, muss es jedoch nicht, eine Falle sein. Manche Anbieter versuchen mit dieser Masche kostenpflichtige Verträge abzuschließen.

Die Hinweise auf eine spätere Kostenpflicht sind meist so klein, dass sie jeder übersieht. Allerdings können sie dazu führen, dass der User später eine Rechnung bekommt für etwas, das er gar nicht wissentlich bestellt hat.

Gewinnspiele sind auch sehr gut geeignet, um Adressen zu sammeln, insbesondere E-Mailadressen. Diese lassen sich dann für Spam-Sendungen nutzen oder an entsprechende Bieter verkaufen.

  • Kostendarstellung ist schwer erkennbar

Seiten, die die Angaben zu entstehenden Kosten verstecken oder so klein drucken, dass sie keiner liest, sind ebenfalls verdächtig. Hier könnte es sein, dass der Seitenbetreiber ungerechtfertigt hohe Kosten oder hohe Folgekosten verschleiern möchte.

Zum Verschleiern der Kostenangaben eignen sich ungünstige Platzierungen der entsprechenden Angaben, beispielsweise am Seitenende, das die User erst nach langem Scrollen erreichen. Auch die Textwiedergabe in schwer lesbaren Schriftarten und schwer erkennbaren Schriftfarben ist dafür ein häufig gewähltes Mittel. Manche Anbieter schreiben Ziffern auch in Wörtern aus, um die User zu verwirren. Denn die meisten halten bei der Suche nach einer Preisangabe nach Ziffern Ausschau. Gerade bei einem längeren Fließtext ist es schwierig, die ausgeschriebenen Preisangaben zu finden.

  • Junk- und Spam-E-Mails

User sollten auf Junk- und Spam-E-Mails gar nicht reagieren. Besser ist es, sie sofort zu löschen. Darin enthaltene Links führen häufig zu unseriösen Angeboten. Keinesfalls sollten User E-Mail-Anhänge öffnen, wenn sie den Absender nicht kennen. Selbst wenn der Absender bekannt ist, kann es bedenklich sein, E-Mail-Anhänge zu öffnen. Es könnte sich um eine Phishing-Mail handeln.

Abschließende Tipps

Ein wenig Recherche im Internet kann sehr schnell und leicht Auskunft darüber geben, ob eine Webseite seriös aus. Im Internet gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich über einschlägig bekannte Internetseiten zu informieren. Im Netz finden sich zu diesen Internetseiten und Angeboten, mit denen andere User schon schlechte Erfahrungen gemacht haben, entsprechende Informationen.

In der Praxis ist es meistens gar nicht so schwer, die seriösen von den unseriösen Internetseiten zu unterscheiden. Insbesondere die rasch erstellten Angebote sind schnell identifiziert. Sie sind auf Datensammlung oder Profit ausgerichtet. Allerdings gibt es Seiten, die sich auch nach gründlicher Prüfung als vertrauenswürdig darstellen, obwohl sie unlautere Absichten verfolgen.

Hier sind dann die Erfahrungen anderer User hilfreich. Handelt es sich tatsächlich um ein unseriöses Abzockerangebot, finden sich sehr schnell die entsprechenden Erfahrungsberichte im Internet. Im Zweifel lieber einen Unternehmens- oder Produktnamen googeln.

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