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Was bedeutet Backlight-Bleeding bei IPS-Monitoren?

Soll ein neuer Computerbildschirm her, dann muss man sich zunächst für eine Größe, für eine Auflösung und für ein Panel entscheiden. Beim letzten Punkt haben häufig Modelle mit einem IPS-Panel die Nase vorne, denn sie geben eine sehr gute Farbwiedergabe und einen großen Blickwinkel her. Mittlerweile passen auch die Reaktionszeit und die Bildwiederholrate. Es wäre allerdings gelogen zu sagen, dass IPS-Panels perfekt sind. Das ist nämlich nicht so, denn quasi jeder Monitor mit dieser Technik hat mit Backlight-Bleeding zu kämpfen. Es spielt nicht einmal der Preis eine Rolle, da es auch das gehobene Preisniveau betrifft.

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Was ist Backlight-Bleeding?

Hinter dem Begriff verbergeben sich einfach gesagt Lichthöfe, die meist am Rand und in den Ecken zu finden sind. Wenn man noch die darauf geachtet hat, dann wird man es wahrscheinlich auch noch nie gemerkt haben. Das liegt daran, weil sie in einer hellen Umgebung quasi nicht zu sehen sind. Möchte man seinen Bildschirm auf Backlight-Bleeding überprüfen, dann muss lediglich der Raum abgedunkelt und ein schwarzer Displayhintergrund geladen werden (kann auch ein darauf ausgelegtes Video von YouTube in Vollbild sein). Spätestens jetzt wird man die Lichthöfe sehen, die zu 99 Prozent bei allen IPS-Panels vorhanden sind.

Bei einer schwachen Ausprägung stören die Lichtquellen nicht, bei einer stärkeren Ausprägung hingegen kann es durchaus ein Nachteil sein. Vor allem dann, wenn der Raum generell dunkel ist und man gerne verschiedene Spiele spielt.

Es ist allerdings so, dass es sich weder um einen Defekt noch um ein Qualitätsproblem handelt. Die Erklärung folgt im nächsten Absatz.

Warum kommt es dazu?

Die Hersteller würden gerne und sofort IPS-Monitore ohne Backlight-Bleeding anbieten, technisch bedingt geht das aber (noch) nicht. Ein wenig verwunderlich, doch nicht einmal die höchsten Produktionsstandards können diesen Effekt gänzlich verhindert.

Ausschlaggebend dafür sind die verschiedenen Schichten, aus denen ein IPS-Panel besteht. Werden diese bei der Herstellung nicht optimal ausgerichtet, dann entsteht ein nicht gleichmäßiger Druck im Inneren. Die Folge ist, dass sich die Flüssigkristalle verschieben und genau an diesen Stellen Licht von der Hintergrundbeleuchtung durchdringt, wo eigentlich keines sein sollte.

Im günstigsten Fall ist das Backlight-Bleeding so schwach, dass man es beim Test kaum merkt. Das Gegenteil sind deutlich sichtbare Lichthöfe, die an mehreren Stellen zu finden sind.

Kann man gegen Backlight-Bleeding etwas tun?

Da es sich um ein technisch bedingtes Problem handelt, kann man den Effekt zwar abschwächen, aber nicht zur Gänze abstellen. Von diversen Videos auf YouTube sollte man sich nicht irritieren lassen, denn irgendwelche Papierstreifen oder das Öffnen des Geräts sind nicht unbedingt die beste Lösung. Auch in Bezug auf die Garantie nicht.

Wenn man etwas gegen das Backlight-Bleeding tun möchte, dann sollte man im ersten Schritt die verschiedenen Bildmodi ausprobieren. Jeder moderne IPS-Monitor hat mehrere davon und es ist durchaus realistisch, dass einer davon die Lichtstellen reduziert.

Ein weiterer Faktor ist die Helligkeit. Je höher diese eingestellt ist, umso stärker sind die entsprechenden Lichtstellen zu sehen. Das heißt, dass man diese – sofern möglich – nach unten fahren sollte, um den Effekt abzuschwächen. Irgendwann ist natürlich eine Grenze erreicht, aber einen Versuch ist es auf jeden Fall wert.

Tipp: Hat man sich einen neuen IPS-Bildschirm angeschafft, dann sollte dieser direkt auf Backlight-Bleeding überprüft werden. Es ist nämlich selbst bei starker Ausprägung kein Garantiefall, sodass der Monitor lediglich in Form des Widerrufsrechts (14 Tage) oder auf Kulanz zurückgeschickt werden kann.

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