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Was sind faltbare Smartphones?

Smartphones haben eine Sache immer gemeinsam, die Bauform. Das heißt, vorne liegt das Display, in der Mitte gibt es einen Rahmen und hinten wartet die Rückseite mit einem Kameramodul. Dieses Fundament hat sich seit dem ersten Gerät (2007 – das erste Apple iPhone) nicht geändert, in Sachen Hardware, Software und Kamera wurden aber natürlich große Sprünge gemacht. Die Prozessoren werden schneller, die Auflösungen höher und die Displayrahmen kleiner. Neue Produktvorstellungen werden auch heute noch mit Spannung erwartet, trotzdem ist es an der Zeit, dass sich an der Bauform etwas ändert. Mittlerweile sind es nämlich 13 Jahre, in denen sich bei diesem Punkt nichts getan hat.

2020 scheint genau dieses Jahr zu sein, denn faltbare Smartphones werden marktreif. Sie werden zwar nicht sofort die klassischen Geräte ablösen, doch ihnen wird ein immer höherer Stellenwert zugesagt. Stellt sich nur die Frage: Was sind faltbare Smartphones eigentlich genau?

Hersteller verfolgen verschiedene Ansätze

Faltbare Smartphones sind grundsätzlich, wie auch der Name schon sagt, Smartphones, die sich falten lassen. Dieser Mechanismus funktioniert allerdings nicht in alle Richtungen oder nach den Wünschen des Nutzers, sondern das Falten wird von den Herstellern vorgegeben. Bereits jetzt zeigt sich, dass Samsung und Co. den Begriff anders definieren und entsprechend andere Geräte auf den Markt bringen. Bis jetzt haben sich zwei Formen durchgesetzt.

Samsung Galaxy Fold und Huawei Mate Xs: Diese beiden Geräte arbeiten nach dem Prinzip eines Buchs und lassen sich genau so falten. Im zugeklappten Zustand sind beide mehr oder weniger normale Smartphones, klappt man sie jedoch auf, dann werden sie zum Tablet. Samsung verlegt das große Display nach innen, bei Huawei ist es außen. Letzteres hat deshalb nur einen großen Bildschirm, bei den Koreanern sind es zwei (ein kleines Außendisplay und die große Fläche im Inneren).

Samsung Galaxy Z Flip und Motorola Razr (2019): Eine andere Lösung stellen diese Modelle dar. Sie werden nicht wie ein Buch, sondern wie die früheren Klapphandys gefaltet. Der Unterschied ist nur, dass früher oben das (kleine) Display und unten die physikalische Tastatur war. Heute besteht die gesamte Vorderseite aus dem Touchscreen, der sich in der Mitte falten lässt.

Es bleibt auf jeden Fall spannend, was sich die Hersteller noch einfallen lassen. Fakt ist, dass 2020 der Start der faltbaren Smartphones ist.

Wie hoch sind die Kosten?

Hier kommt es darauf an, welches Gerät es sein soll. Das Galaxy Fold und Mate Xs sind mit über 2.000 Euro klar die Außenseiter und keine Produkte für die breite Masse. Deutlich besser sieht es beim Galaxy Z Flip und Motorola Razr (2019) aus, die nämlich mit 1.480 Euro und mit 1.600 Euro zu Buche schlagen. Wichtig: Hierbei handelt es sich um die unverbindlichen Preisempfehlungen, sodass die Smartphones mit der Zeit durchaus deutlich günstiger sein können.

Welche Schwächen haben die faltbaren Geräte?

Eine Schwäche ist der Faltmechanismus. Die Hersteller geben zwar hohe Zahlen an möglichen Faltvorgängen (ohne Beschädigung) an, doch die Wahrheit werden erst Langzeittests im normalen Alltag zeigen. Ein anfälliges Bauteil bleibt es aber immer.

Eine weitere Schwäche sind die Displays. Diese bestehen nämlich nicht wie üblich aus Glas, sondern aus Kunststoff. Das ist notwendig, damit sie sich überhaupt falten lassen. Das Problem dabei ist, dass Beschädigungen deutlich schneller entstehen. Zum Beispiel, wenn man einen zu großen Druck ausübt oder der Fingernagel im Spiel ist.