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Microsoft sorgt sich um Raubkopien-Markt in China

Microsoft sorgt in China für ordentlichen Wirbel und appelliert an die Kunden sowie Mitarbeiter dort. Laut des Microsoft-Chefs Steve Ballmer sollen illegale Kopien 95 Prozent des Umsatzes in China kosten - Verkäufe an Straßenecken sollen intensiver bekämpft werden.

Die Ansprache wurde lange erwartet und sorgte danach für einige verwunderte Gesichter. Ballmer nutze die Neueröffnung eines neuen Büros in Peking für einen Rundumschlags in Sachen Raubkopien. Zwar habe das Unternehmen 400 Millionen US-Dollar in den Neubau gesteckt, dennoch beschreibt der Umsatz im Land der aufgehenden Sonne lediglich ein Sechstel. Microsoft zeige somit mit erhobenen Finger auf die Politik im Lande, die seines Erachtens zu wenig gegen den Handel mit Raubkopien tue.

Wenig Gewinn in China

Der aufgeführte Vergleich mit den USA gibt dem Chef zumindest Zahlen-technisch recht. In China wird 2011 mit einem Gewinn von rund zwei Milliarden gerechnet. In den USA dagegen beschrieb alleine der Gewinn 2010 einen Gesamtumsatz von 36,2 Milliarden. Ein brisanter Vergleich, da Microsoft einen solchen noch nie veröffentlichte. In China leben alleine 1,3 Milliarden Menschen, in den USA leben lediglich 310 Millionen. Dabei ist aber ein andere Vergleich wesentlich wichtiger: Das Jahreseinkommen in den USA liegt pro Person im Schnitt bei 46.000 US-Dollar. In China verdient ein Bürger nur zirka 6.500 US-Dollar. Geld zum Kauf einer solcher Software ist meist nicht vorhanden.

Steve Ballmer sieht das Gesamte und konterte kürzlich: "Ich sage ja nicht, dass sich jeder dort im Land einen Computer leisten kann. Aber wer sich einen zulegt, kann sich auch die benötigte Software leisten." Was die Politiker in China zu der Ansprache Ballmers denken, ist leider nicht bekannt.

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