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Die aktuelle Entwicklung von 5G in Deutschland

Das umstrittene Wetteifern um die 5G-Lizenzen hat mittlerweile ungeahnte Höhen von rund 5,4 Milliarden Euro erreicht. Experten gingen ursprünglich von Einnahmen zwischen 3 und 5 Milliarden aus. Damit wurden die vorherigen Erträge von den Mobilfunkauktionen für 3G und 4G bereits übertroffen - und die Auktion ist noch nicht vorbei. Sie wird zwischen den Bietern der 4 Mobilfunkkonzernen Telekom, Vodafone, Telefónica und Drillisch entschieden.

In diesem Artikel soll es allgemein um den Stand von 5G in Deutschland gehen. 5G im Grunde einfach erklärt.

Der Staat kann sich freuen - aber viele Politiker sehen diesen Geldsegen auch als Problem, darunter die Gewerkschaft ver.di sowie FDP und Grüne. Grund ist vor allem der, dass das gebotene Geld dem Konzern dann hinterher fehle, um den Ausbau des 5G-Netzes voranzutreiben. In letzter Instanz würden dann die Verbraucher darunter leiden, da sie höhere Tarife für eine langsame und teilweise lückenhafte Abdeckung zahlen müssten.

Die Erweiterung ist Neuland und erfordert eine ausgiebige Planung sowie hohe Investitionen. FDP-Politiker Reinhard Houben ist der Meinung, dass der Staat für die Vergabe der Frequenzblöcke und wenig oder gar kein Geld erhalten solle, sondern den Anbietern eher strengere Auflagen erteilen müsse. Das Auktionssystem solle daher für die kommende Versteigerung im Jahr 2022 oder 2023 überarbeitet werden. Der Ausbau soll sich dann beispielsweise auf die Fläche und nicht wie bisher auf die Einwohnerzahlen beziehen. Das Ziel ist bislang, bis Ende 2022 mindestens 98% aller Haushalte mit schnellem mobilen Internet zu versorgen: dies entspricht jedoch nur 80-90% der Fläche.

Der heutige Stand

Derzeit haben die Anbieter von beispielsweise O2 oder Vodafone noch Schwierigkeiten, das Land flächendeckend mit LTE (4G) zu versorgen. Dies liegt eben genau daran, dass die Branche sich aufgrund der Auktion hoch verschuldet hatte und ihr dann das Geld für einen umfassenden Ausbau fehlte. Die Folgen sind bis heute zu spüren. Laut einer Studie soll Deutschland im Vergleich eine schlechtere LTE-Abdeckung als Albanien haben. Die Mobilfunkanbieter geben das natürlich nicht gern zu. Selbst die Telekom kommt nur auf einen LTE-Anteil von rund 75%, Vodafone schafft es gerade mal auf 57%. Zum Vergleich: in den Niederlanden, Belgien und der Schweiz liegt dieser Wert durchgängig bei ca. 90%.

Abdeckungskarten verfügbar

Mittlerweile gibt es Webseiten, wo man sich die z.B. die Vodafone-Abdeckung auf einer Karte anschauen kann. Für den Fall, dass man verreist, kann man vorher schauen, ob man dort LTE-Empfang hat. Gerade auf der Autobahn und in ländlichen Gebieten wird das öfter mal zum Problem. Deshalb ist es fraglich, ob der Netzausbau für das 5G-Netz besser vorangetrieben wird. Aber mittlerweile will die Politik gegebenenfalls eingreifen. Kanzleramtschef Helge Braun ist dafür, dass der Staat eigenständig Funkmasten aufstellen kann, falls die Betreiber finanziell nicht dazu in der Lage seien.

Soweit zum Wettstreit der Mobilfunkanbieter. Davon abgesehen hält die Bundesnetzagentur jedoch einen Teil der Frequenzblöcke für andere Unternehmen zurück. Darunter sind Konzerne wie BMW, Bosch oder die Deutsche Messe, welche eigene Campusnetze aufbauen wollen. Das Antragsverfahren für die 5G-Blöcke für solche Firmen soll in der zweiten Jahreshälfte starten. Diese Campusnetze werden auch lokale Frequenzen genannt und erlauben es den Firmen, netzanbieterunabhängig zu sein. Sehr zum Leidwesen selbiger, die dadurch Gewinneinbußen zu verzeichnen haben werden.

Aber wieso wollen diese Unternehmen lieber ihre eigenen Netze aufbauen und sich nicht an erfahrene Kommunikationsdienstleister wenden? Hauptgrund dafür ist eine hohe Zuverlässigkeit sowie Datensicherheit. Sensible Daten müssten nicht mehr über Dritte geleitet werden und im Problemfall könnte man intern schneller reagieren, als auf externe Hilfe warten zu müssen. Zudem ist eine Übertragung großer Datenmengen in Echtzeit möglich und für Großkonzerne wie BMW und BASF von Vorteil. Anwendungsbeispiele sind dort zum Beispiel selbstfahrende Autos, virtuelle Realität und auch eine gute Vernetzung von Maschinen und Lieferanten untereinander. Alles in allem werden diese Campusnetze zu deutlichen Effizienzsteigerungen führen.

Viele der Unternehmen, unter anderem VW und Bosch wollen diese lokalen Frequenzen erst in einigen wenigen Werken installieren und bei Erfolg dann auf die anderen ausweiten. Für das Aufstellen von Funkmasten werden sie dennoch auf die Expertise von den Mobilfunkkonzernen zurückgreifen und mit ihnen zusammenarbeiten. Welche das sein werden ist aber noch offen. Gleichzeitig gibt es derzeit noch einige Unklarheiten in Bezug auf die Gebührenhöhe und technischen Anforderungen, da die Bundesnetzagentur diese noch nicht bekanntgegeben hat. Während einige Unternehmen den Erwerb solcher lokalen Frequenzen von diesen Rahmenbedingungen abhängig machen, haben andere schon bekanntgegeben, dass sie von einem eigenen 5G-Netzwerk absehen. So zum Beispiel das Pharmaunternehmen Bayer sowie der Duisburger Hafen.

Kann man sich ein 5G Smartphone überhaupt leisten?

Das ist wirklich die große nächste Frage, selbst wenn Netzabdeckung und Tarife stimmen. Natürlich haben erst einmal nur die Top Handys überhaupt 5G Chips drinnen. Für Privatkunden wird also die Frage interessant, welche Handys und Tablets schon 5G-fähig sind. Wir weisen immer wieder gerne auf die Gutschein-Codes für Mediamarkt hin, mit denen ihr euch die tueren 5G-fähigen Handys zu reduzierten Preisen holen könnt.

Auch wenn es noch bis 2021 dauern wird, bis 5G in Deutschland ankommt, sind schon einige Exemplare auf dem Markt. Das erste Handy mit 5G-Antenne wurde von Xiaomi auf den Markt gebracht. Allerdings ist das Mi Mix 3 erst in China verfügbar, weitere Märkte sollen jedoch folgen. Bereits verfügbar ist das Galaxy S10 5G, welches baugleich mit dem normalen S10, bis auf ein größeres Display und eine zusätzliche Kamera mit Tiefenerkennung. Motorola bietet Erweiterungen für ihre Modelle Z3 und Z3 Play, unter anderem auch ein 5G Mod, welches die Smartphones 5G-fähig macht. Aber auch diese Erweiterung ist leider bislang nur in den USA verfügbar.