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Google kauft die Handysparte von Motorola

Gestern ging die "Bombe" hoch. Der Internetgigant Google übernimmt die Mobilfunkabteilung Motorolas und wird sich mit dem Deal neu und noch mächtiger positionieren. So bietet die Suchmaschine neben E-Mail und Social Media nun auch Hardware an - Apple, Microsoft und RIM müssen sich warm anziehen.

Die Rollen sind neu verteilt, die Machtverhältnisse werden sich in den nächsten Monaten neu verschieben. Hardware- und Software-Hersteller vereinigen sich. Zuletzt verschmolz der Software-Riese Microsoft mit dem Handy-Hersteller Nokia, jetzt übernimmt Google Motorola - der Hersteller des ersten marktfertigen Mobilfunkgerätes.

Auf Google zugeschnitten

Die Übernahme wird für einigen Wirbel sorgen. So verfügt der Hersteller Motorola über ein sehr gutes Know-how in Sachen Smartphones. Software und die Integration der eigenen Dienste übernimmt Google. Eine komplette Anpassung, wie sie bereits von Apple zelebriert wird, ist somit fester Bestandteil der Übernahme. Die kommende Handy-Generation aus dem Hause Motorola wird auf eigene Oberflächen verzichten, Software und Hardware werden aufeinander "perfekt" abgestimmt sein und wahrscheinlich stimmt auch der Preis.

Kartellbehörden alarmiert

Aber die Übernahme birgt auch Gefahren. Das ohnehin stark verbreitete OS Android, wird noch intensiver vermarktet. Das nächste Gerät wird auf Google zu 100 Prozent zugeschnitten sein. Der Markt wird völlig neu geordnet. Denn auf vielen chinesischen Geräten läuft Microsofts Bing als Suche, nicht Google. Das wird mit der Übernahme sicherlich ein Ende haben. Von Websuche über Google Maps bis zum Google-App-Market und dem Facebook-Clone Google+ wird sich alles auf den künftigen Motorola-Telefonen wiederfinden. Diese Entwicklung wird die Kartellbehörden auf den Plan rufen.

Falls die Übernahme nicht zustande kommen sollte, ist Google der große Verlierer, Motorola dagegen der große Gewinner. Der Gewinn der Aktie wuchs gestern innerhalb von Minuten um 50 Prozent an. Sollte Google doch noch kalte Füße bekommen, erhält Motorola 2,5 Milliarden US-Dollar. Falls der Deal über die Bühne geht, werden 12,5 Milliarden US-Dollar fällig.

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