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Steve Jobs: "Ich werde Android zerstören"

Er war kein Kind von Traurigkeit. Doch Steve Jobs hat sich mit den ersten Auszügen aus seiner Biographie keinen Gefallen getan. Steve Jobs empfand Android als "schweren Diebstahl" und geht sogar noch einen Schritt weiter. "Ich werde Android zerstören, weil es ein gestohlenes Produkt ist". Die Zeilen zeigen einen anderen Jobs. Das Problem: Android ist bereits 2003 gegründet worden und war nachweislich vor iOS am Start.

Sie kommt erst kommende Woche, am Montag, in den Handel. Doch die autorisierte Biografie von Steve Jobs sorgt bereits im Vorfeld für Kopfschütteln. Zuletzt hat der Biograph Walter Isaacson selbst in einem TV-Interview einige Details enthüllt. Auch die Nachrichtenagentur Associated Press, die bereits ein Exemplar erwerben konnte, postet mittlerweile munter Statements des verstorbenen Apple-Chefs. Die letzte veröffentlichte Äußerung weist dabei eine Schwere auf, die es schwer macht, an die Ernsthaftigkeit der Aussage zu glauben. Über Bill Gates sagt Jobs, dass Bill grundsätzlich einfallslos ist und bisher nie etwas erfunden hat - weswegen Jobs glaube, dass er so zufrieden mit seiner Philantropie ist. Jobs wörtlich: "Er hat einfach schamlos die Ideen anderer Menschen gestohlen."

Google-Gründer und Barack Obama

Aber auch andere Größen der IT-Welt sind nicht sicher vor Steve Jobs. Die Google-Gründer Sergej Brin und Larry Page waren für Steve Jobs lange Zeit so etwas wie Business-Ziehsöhne. Sie verstanden ihn als eine Art Mentor. Dieses Vertrauensverhältnis wurde jäh beendet, als Google im Januar 2010 das erste Android-Smartphone mit Touch-Funktionen vorstellte. Isaacson schreibt, dass Jobs wohl außer sich war. Er zitiert den Apple-Gründer: "Das ist Diebstahl. Ich werde meinen letzten Atemzug und jeden Penny von den 40 Milliarden Dollar unseres Vermögens dafür aufwenden, Gerechtigkeit walten zu lassen." Weiter heißt es: "Ich werde Android zerstören, weil es ein gestohlenes Produkt ist. Das wird ein Atomkrieg." Letzterer Kommentar wird mittlerweile in den USA verhöhnt. Gerade Android hat ihm wohl die Suppe versalzen. Warum aber? Schließlich war Android vor iOS am Markt platziert, Google hat das Unternehmen lediglich gekauft. Die Rivalität begann, als Google Android weiter entwickelte. Bei einem Treffen mit Google habe Jobs verärgert erklärt, dass Apple klagen werde, wenn Android Multitouch bekäme, heißt es in einem Bericht der New York Times vom März 2010.

Aber auch Barack Obama kommt nicht ungeschoren davon. Über Präsident Barack Obama sagt Jobs, dass die Regierung "industriefreundlicher sein müsse". Jobs beschrieb die Einfachheit, mit der sich in China Fabriken bauen lasse im Gegensatz zu den USA, wo "Regulierungen und unnötige Kosten" den Prozess erschweren würden. Sogar das Schulsystem kritisierte Jobs. Er forderte Ganztagsschulen, die bis 18 Uhr und elf Monate im Jahr geöffnet hätten. Obama soll lediglich abgenickt haben. Eine Äußerung des US-Präsidenten dazu ist nicht bekannt. Bei dem ganzen Hin und Her bleibt die Frage, warum der Steve das alles inszeniert hat. Denn so kommt es einem vor. Das Buch ist anscheinend als ein richtungsweisender Aufruf zu sehen, zumindest für die Apple-Anhänger. "Finger weg von Android, ist alles nur geklaut" - doch das hatten die Prinzen bereits vor dem iPhone gesungen.

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