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Die vier ausgefallensten Technologietrends: Das erwartet uns in den nächsten Jahren

Was würden wir sehen, wenn wir in die Zukunft schauen könnten? Robert Zemeckis‘ Vision von fliegenden Autos für jedermann, die er uns in den 80er-Jahren in „Zurück in die Zukunft“ präsentiert hat, ist 2019 noch nicht angekommen. Die Bedienung von Elektrogeräten und Eingangstüren mittels Fingerabdrucks hat es aber geschafft.

Aufregend wird die Zukunft allemal — das versprechen nicht wenige Trends im Technologiebereich, die sich schon heute in unseren Alltag integriert haben. Fingerabdrücke, die das Handy entsperren, sind nur eines von vielen Beispielen. Auf Messen wie der IFA in Berlin oder der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas stellen Unternehmen ihre Entwicklungen vor und präsentieren ihre Visionen für die kommenden Jahre. Autonomes Fahren ist da schon fast von gestern!

Motorrad-Urgestein Harley Davidson, der Inbegriff des knatternden Gefühls der großen Freiheit, steigt mit dem trefflich kreativen Modell LiveWire auf den Zug der Elektromobilität auf. Ob sich die Freunde des Motoren-Sounds von diesem Gefährt überzeugen lassen, bleibt abzuwarten. Innovationen brauchen eben Zeit — und Menschen, die zu einer Umstellung bereit sind.

Was uns in den nächsten Jahren noch das Leben bereichern soll und wie sich Nutzer darauf einstellen müssen, haben wir im Folgenden beleuchtet.

Faltbare Smartphones und Tablets

Die Branche nennt sie Foldables: Faltbare Tablets, die in ihrer kompakten Form als Smartphone genutzt werden. Auf diese Hybridlösung können sich die User von morgen freuen. Alle namhaften Hersteller arbeiten an der innovativen Technik. Möglich macht sie eine Neuentwicklung der Bildschirme. Die Technologie basiert auf sehr dünnen und extrem biegsamen Folien, die das Auf- und Zuklappen bis zu 200.000 Mal ohne Beeinträchtigung aushalten sollen. Soweit die Informationen des chinesischen Herstellers Royole, der schon eine Version aktuell auf der CES in Las Vegas präsentiert hat.

Für den Verbraucher bedeuten die Hybride auf jeden Fall ein Gerät weniger im Haus. Doch neben den Vorteilen, die sie mitbringen, ändern neue Technologien auch die Bedingungen. Sicherheitsaspekte und die Anfälligkeit für Schäden stellen sich anders dar. Exklusivere Technologien verlangen nach entsprechend optimierten Versicherungslösungen. Damit die Freude an der Zukunft auch nach der Smartphone-Tablet-Fusion erhalten bleibt. Ob sich auch die Leistung der Foldables sehen lassen kann, werden die nächsten Jahre zeigen.


Aus zwei mach eins: Ein probates Mittel gegen die Geräteflut sind Foldables allemal.

Künstliche Intelligenz für zu Hause

Alexa und Smart Apps steuern bereits die eigenen vier Wände nach Belieben. Sie lassen sich nutzerfreundlich einstellen und übernehmen Aufgaben, die ansonsten Zeit kosten würden oder unliebsam sind. Damit lassen sich Schließmechanismen kontrollieren, Geräte einschalten oder die Heizung regulieren. Das Zauberwort heißt Smart Home. Solche Technologien bieten für den Alltag punktuell mehr Sicherheit und Komfort.

Neuere Elektrogeräte können, bereits mit passenden Chipsystemen ausgestattet, den Weg in unser Haus antreten. In der smarten Küche wartet bereits der Kaffeevollautomat auf Instruktionen, während wir noch auf dem Heimweg sind. Auch die Waschmaschine kommuniziert inzwischen mit Alexa. Und der Kühlschrank meldet, wenn etwas fehlt und noch schnell eingekauft werden muss. Sie sind lernfähig, die neuen Haushaltshelfer. Hinterlegte Ansätze von künstlicher Intelligenz lassen sie mitdenken und uns praktische Tipps geben.


Im Smart Home lässt sich das Leben mit ein paar Klicks steuern.

So ungeheuer praktisch die Technik auch daherkommt, die Nutzer müssen weiterhin aufmerksam sein. Viele verlassen sich zu sehr auf die Funktion der Geräte. Was geschieht mit unserem eigenen Gehirn, wenn es in so mancher Hinsicht nicht mehr trainiert wird? Schnell sorgt ein unbemerkter Stromausfall dafür, dass wir die eigene Haustür offenstehen lassen — und es fällt uns nicht auf. Darüber hinaus öffnet sich mit jedem neu vernetzten Gerät das Potenzial für Angriffe von außen. Die Hacker von morgen kommen durch den Backofen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat die Sicherheitsbedenken im Smart Home mit neuen technischen Richtlinien bereits aufgegriffen.

Digitale Zwillinge — wie das Original

Auf dem Vormarsch sind sie vor allem in der Industrie 4.0: digital twins. Bei der Produktentwicklung legen Firmen heute zeitgleich einen digitalen Zwilling an, der mittels Sensoren am realen Objekt mit Daten gefüttert wird. Prozesse, Potenziale und vor allem Produktfehler lassen sich auf diese Weise schnell und kostengünstig erkennen. Bevor es zu einem fehlerhaften Prototyp kommen kann, meldet der digitale Zwilling bereits, wo es hapert. Es lassen sich auf diese Weise auch mögliche Szenarien digital durchspielen, die die Produkthersteller dann in der weiteren Entwicklungsphase am aktuellen Objekt umsetzen.

Schon umgesetzt findet sich das Konzept des digital twin beispielsweise in Windparks, um die Leistungsfähigkeit mehrerer Windräder zu optimieren. Der Stadtstaat Singapur gab einen digitalen Zwilling seiner selbst für die Stadtplanung in Auftrag. Ohnehin als technologieaffin bekannt, setzt die Stadtverwaltung bei dem virtuellen Abbild von Singapur auf die Abschätzung von Konsequenzen. So können beispielsweise Baumaßnahmen simuliert werden. Am digitalen Zwilling lässt sich dann sehr genau vorhersagen, welche Auswirkungen sie auf den Feierabendverkehr oder die Lärmbelästigung der Bevölkerung in den umliegenden Häusern haben.


Ein digitaler Zwilling für den Eigengebrauch?

Für jedermann wäre ein digitaler Zwilling im Gesundheitsbereich denkbar. Individuelle Daten wie Herzschlag, Blutdruck, Muskeltonus und vieles mehr lassen sich bereits jetzt mit Smart Watches und anderer Apps abbilden. Ein digitaler Zwilling könnte sämtliche Gesundheitsdaten vollständig abbilden und im besten Fall die eigene Gesundheitsvorsorge optimieren, um Krankheiten vorzubeugen. Bisher ist das noch Zukunftsmusik mit vielen schiefen Tönen. Die Frage nach fehlender Ethik steht im Raum. Den Menschen gläsern zu machen, birgt enorme Sicherheitsrisiken. Auf diesem Gebiet sind sicher noch einige Jahre Konzeptentwicklung nötig.

Organe aus dem 3D-Drucker

Noch in den Kinderschuhen steckt im medizinischen Bereich die 3D-Drucktechnologie. Solche Drucker existieren seit den 80er Jahren und machen es möglich, dreidimensionale Gegenstände zu erschaffen. Sie tragen verschiedenste Materialien Schicht für Schicht auf, bis das fertige Objekt zur Entnahme bereit ist.

Für die Zukunft werden 3D-Drucker in der Medizin hoch gehandelt. Bei der Herstellung von passgenauen Prothesen verwenden Firmen die Technologie schon heute. In der Schweiz gelang Forschern 2017 der Druck eines kurzzeitig funktionsfähigen Herzens aus Silikon. Menschliche Stammzellen wären in einem weiteren Schritt die individuelle Tinte für Organe oder andere Körperteile. Doch dieser Blick in die Zukunft wirkt noch sehr verschwommen.

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