Ihre Experten für neue Medien

Bekannt ausBekannt aus dem ZDF, BR und Antenne Bayern

Smartphone überholt PC als beliebteste Gaming-Plattform

Online Gaming ist eine der am schnellsten wachsenden Freizeitbeschäftigungen weltweit – vor allem auch in Deutschland, wo es gemessen an der relativen Bevölkerungszahl so viele Gamer gibt wie nirgendwo sonst auf der Welt. Am liebsten spielen die Gamer seit neuestem nicht mehr auf dem PC- dem jahrelangen Platzhirsch der Branche – im zweiten Halbjahr 2018 hat das Smartphone dem klassischen Gaming PC als meistgenutzte Gaming-Plattform den Rang abgelaufen.

Immenses Wachstum innerhalb eines Jahres

Zugegeben: Das Smartphone eignet sich nicht unbedingt optimal zum Gaming. Denn um eine wirklich brauchbare Gaming-Experience zu haben, benötigt man meist eine gute, stabile Internetverbindung, sowie vor allem einen guten Rechner mit viel Grafikleistung, sowie einen Bildschirm mit hoher Auflösung und FPS-Rate. Und auch die Steuerung sollte beim Gaming, sofern man nicht auf einfache Spiele setzt, möglichst präzise sein. Und genau hierbei mag verwundern, dass ausgerechnet Smartphones derzeit die beliebteste Gaming-Plattform sind.

Denn Smartphones haben einen kleinen Bildschirm, sind durch den Touchscreen meist nur sehr umständlich zu bedienen, und haben meist keine ausreichende Leistung, um wirklich gute Gaming-Erlebnisse liefern zu können. Gamer sind beim Smartphone auf meist abgespeckte Fassungen von Klassikern angewiesen, oder müssen überhaupt auf simplere Gaming-Konzepte zurückgreifen. Doch das scheint den Smartphone-Usern egal zu sein: Denn im vergangenen Sommer hat das Smartphone den PC an der Spitze der beliebtesten Gaming-Plattformen abgelöst:

18,2 Millionen User in Deutschland gaben im Sommer 2018 an, auf dem Smartphone zu zocken, während nur 17,4 Millionen User in diesem Zeitraum auf dem PC aktiv gewesen sind. Der Anstieg ist zudem recht schnell erfolgt: Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Smartphone-Gamer gleich um 900.000 User an der Zahl – eine gigantische Steigerung.

Der Grund hierfür ist vor allem in der ständigen Verfügbarkeit der Smartphones zu finden: Man trägt es schließlich den ganzen Tag mit sich herum. Wann immer man eine freie Minute hat – ob es das Warten auf den nächsten Zug ist, oder auf den Friseurtermin – das Smartphone ist zur Stelle, um uns die Zeit zu vertreiben. Und durch das immer besser werdende Gaming- Angebot, greifen immer mehr Smartphone-Nutzer in diesen freien Minuten zu dem ein oder anderen Spiel. Und hiervon sind abertausende verfügbar: Online-Casinos, Strategiespiele, Rennspiele, Online-Games, oder einfach Rätselspiele – die Vielfalt ist in der Welt der Spiele-Apps nur kaum zu toppen.

Und eben dadurch fällt es auch gar nicht mehr ins Gewicht, dass die meisten Smartphones gar nicht im Entferntesten mit der Leistung eines PCs mithalten können. Es geht schlichtweg um das kurze Spiel zwischendurch. Mit einer genialen Spielidee und Spielspaß auf höchstem Niveau, konnte so mancher Spieleentwickler die großen PC- und Konsolen-Blockbuster ausstechen, was die Downloadzahlen betrifft.

Immer weniger PCs in den Haushalten

Wie man sieht, ist in dieser Branche viel im Umbruch. Ein nicht unwesentlicher Aspekt an der Entwicklung ist nicht zuletzt auch die Tatsache, dass immer weniger PCs verkauft werden. Wenn vor etwa 10 Jahren der PC noch der uneingeschränkte Herrscher der digitalen Welt gewesen ist, auf dem sich fast alles abgespielt hat, so ist dies heute gar nicht mehr der Fall. Viele Haushalte verfügen über hochwertige Smartphones oder gar Tablets – und die wichtigsten Funktionen, wie etwa Webbrowsing, oder das Lesen von Dokumenten und der Konsum von Videos, oder selbst das Online-Banking, lassen sich längst über die mobilen Geräte erledigen, und mitunter sogar deutlich bequemer.

So verschwinden die sperrigen, rasch anstaubenden PCs nach und nach aus den Haushalten. Dies bedeutet natürlich noch lange nicht, dass PC-Gaming am Aussterben ist – nein, denn die Anzahl an Nutzern von Videospielen ist nach wie vor sehr hoch. Lediglich die breite Masse an Usern und dabei auch solche, die sonst eher keine Videospiele konsumiert, wird über die Smartphones doch hin und wieder zum Spielen gebracht.