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Was bedeuten die IP-Zertifizierungen bei einem Smartphone eigentlich?

In den letzten Jahren versehen fast alle großen Hersteller ihre Flaggschiffe mit einer IP-Zertifizierung. Während Samsung schon etwas länger daran festhält, spricht Apple offiziell erst seit 2016 (iPhone 7 und iPhone 7 Plus) von einem solchen Schutz. Zwar wurden natürlich auch die vorherigen iPhone-Generationen bei Kontakt mit Wasser nicht sofort kaputt, doch in diesem Fall ging der Endverbraucher selbst dieses Risiko ein. Ein tolles Beispiel für eine gute Erklärung bieten die neuen iPhones in Form des XS und XR, beide Modelle haben nämlich eine unterschiedliche Zertifizierung erhalten. Das XS-Flaggschiff darf sich über IP68 freuen, beim günstigeren XR ist es IP67. Aber wo genau liegen die Unterschiede und gibt es noch weitere Schutzklassen?

Grundlegende Informationen

Beginnen wir mit der Abkürzung „IP“, die ausgeschrieben für „Ingress Protection“ beziehungsweise „International Protection“ steht. Die Zahlen dahinter sagen wiederum aus, dass ein Gerät effektiv vor Wasser und Staub geschützt ist. Doch Vorsicht, man kann jetzt nicht jedes Smartphone gleich behandeln, da die Zahlen der ausschlaggebende Punkt sind. Sie sagen nämlich aus, wie umfangreich der Schutz ausfällt beziehungsweise wie lange und wie tief es ein Handy unter Wasser tatsächlich aushält. Wem dieser Faktor beim Kauf wichtig ist, der sollte immer einen Blick auf die Werte hinter dem „IP“ werfen.

Die Bedeutung der einzelnen Buchstaben

Um sich in Zukunft den Schutz selbst ausrechnen zu können, gibt es nun die Bedeutung der einzelnen Buchstaben im Detail. Angefangen wird natürlich mit der ersten Ziffer:

0X – nicht geschützt
1X – Schutz vor festen Fremdkörpern ab 50 Millimeter Durchmesser
2X - Schutz vor festen Fremdkörpern ab 12,5 Millimeter Durchmesser
3X - Schutz vor festen Fremdkörpern ab 2,5 Millimeter Durchmesser
4X - Schutz vor festen Fremdkörpern ab 1,0 Millimeter Durchmesser
5X - Schutz vor Staub in schädigender Menge
6X – Staubdicht

X0 – nicht geschützt
X1 – Schutz vor Tropfwasser
X2 – Schutz vor fallendem Tropfwasser (Neigung vom Gehäuse maximal 15 Grad)
X3 – Schutz vor fallendem Sprühwasser (maximal 60 Grad gegen die Senkrechte)
X4 – Schutz vor allseitigem Spritzwasser
X5 – Schutz vor Strahlwasser (auf eine Düse bezogen) aus jedem beliebigen Winkel
X6 – Schutz vor starkem Strahlwasser
X7 – Schutz vor zeitweiligem Untertauchen
X8 – Schutz vor permanentem Untertauchen
X9 – Schutz vor Wasser bei Dampfstrahl- und Hochdruckreinigung

Man erkennt an der Tabelle bereits, dass sich der erste Wert auf den Staub und der zweite Wert auf das Wasser bezieht. Nimmt man jetzt als Beispiel das iPhone XS mit seiner IP68-Zertifizierung her, dann ist das Gerät staubdicht und gegen permanentes Untertauchen geschützt. Ein Bad in zwei Metern Tiefe und für höchstens 30 Minuten darf dem Apple-Smartphone in diesem Fall nichts ausmachen.

Hinweis: Manchmal kommt es auch zu Einstufungsklassen wie „IPX7“. Der Grundsatz ist aber gleich, denn damit wird einfach nur eine Zertifizierung ausgeschlossen und durch ein „X“ ersetzt. In diesem Beispiel wäre das Handy nicht vor Staub, dafür aber vor zeitweiligem Untertauchen geschützt.

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Obwohl die Hersteller durch diese Maßnahme ein Versprechen abgeben, sollte man vor allem bei teuren Geräten nicht zu voreilig handeln. Das heißt: Landet das Smartphone wirklich mal im Wasser, dann gilt es vor dem nächsten Ladevorgang eine ausreichend lange Trockenphase einzulegen. Außerdem darf man nach einem Sturz des elektronischen Begleiters nicht vergessen, dass die Hersteller sich aus der Verantwortung ziehen und der Schutz aufgrund der Folgen nicht mehr zu 100 Prozent gegeben sein kann. Eine IP-Zertifizierung beruhigt zwar, man sollte sich aber dennoch nicht blind auf sie verlassen.