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Was ist Sexting?

In den Medien wird bereits seit geraumer Zeit eine neue und zugleich große Gefahr für Jugendliche thematisiert. Die Rede ist vom sogenannten Sexting. Was es damit auf sich hat und welche Schutzmaßnahmen Sie ergreifen können, haben wir für Sie zusammengefasst.

Was ist Sexting?

Um sich der Thematik nähern zu können, muss erst einmal die Begrifflichkeit selbst erfasst werden. Deshalb gehen wir zuerst detailliert auf das Wort ein.

Begriff

Das Wort Sexting ist ein Schachtelwort der beiden Begriffe „Sex“ und „Texting“. Beim Sexting geht es also um Kurznachrichten mit sexuellen Inhalten. Konkret handelt es sich dabei jedoch immer um Fotos oder sogar kurze Videoaufnahmen, also Multimedia-Nachrichten.

Verbreitung

Die Verbreitung sogenannter Sextings (auch „Sexts“) ist vergleichsweise hoch. So hat eine US-amerikanische Studie aus dem Jahr 2008 hervorgebracht, dass praktisch jeder fünfte Jugendliche zwischen 13 und 19 Jahren bereits Sextings versendet hat. Zwischen einem Alter von 20 bis 26 Jahren trifft dies sogar auf knapp 60 Prozent zu.

Problematik

Die Problematik beim Versand und Empfang von Sextings ist in erster Linie strafrechtlicher Natur. Die Verbreitung und der Besitz von kinderpornografischem Material ist nämlich in zahlreichen Ländern gesetzlich sanktioniert. Zwar gibt es – etwa in Deutschland – mitunter Ausnahmen. Doch im Regelfall sind sich die Jugendlichen nicht über die strafrechtlichen Konsequenzen ihrer Handlungen im Klaren.

Neben der Rechtslage fällt noch ein anderer Aspekt schwer ins Gewicht. Es kann faktisch nicht sichergestellt werden, dass nur der gewünschte Empfänger die Sextings behält. Wenn dieser die Nachrichten weiterverbreitet, führt dies häufig zu Mobbing-Angriffen gegen die abgebildete Person.

Bekannte Anwendungen und Portale

Für die Verbreitung von Sextings haben sich bei den Jugendlichen in den vergangenen Jahren vor allem zwei Dienste etabliert. An erster Stelle ist hier Snapchat zu erwähnen, eine Messaging-App mit „Selbstzerstörungsmodus“. Gefolgt wird der Dienst vom Frage-und-Antwort Portal Ask.fm.

Snapchat

Bei Snapchat handelt es sich um eine Messaging-App für Smartphones, die eine ganz besondere Funktion besitzt. Übertragene Fotos stehen nur wenige Sekunden zur Verfügung. Danach werden diese von der App automatisch gelöscht. Speicherungen sind somit nicht möglich. Zumindest nicht ohne erheblichen Aufwand.

Ask.fm

Ask.fm ist ein Frage-und-Antwort Portal, welches vor allem bei US-Teenagern enormen Zulauf genießt. Zahlreiche Fragen dort drehen sich um für Jugendliche wichtige Themen. Dabei kommt es auch vor, dass Jugendliche Fotos von sich hinzufügen. Andere sollen dann etwa beurteilen, ob sie hübsch oder zu dick sind.

Gefahren von Sexting

Ein sorgloser Umgang mit Sexting wirft zahlreiche Probleme auf. Zumal Jugendliche die Gefahren meist nicht sofort abschätzen können. Wichtig sind hier etwa:

Ungewollte Verbreitung

Sextings können gegen den Willen des Absenders weiter verbreitet werden. Auch der Rückgriff auf Snapchat oder dergleichen stellt keinen effektiven Schutz dagegen dar.

Rückgängig machen unmöglich

Sobald die Nachricht erst einmal verbreitet wurde, kann sie nicht mehr zurückgeholt werden. Der Schaden ist also entstanden, ohne dass man Maßnahmen dagegen ergreifen könnte.

Mobbing

Häufig werden die Absender von Sextings im späteren Verlauf der Nachrichtenverbreitung zum Opfer von Mobbing-Attacken. Gerade bei Jugendlichen kann dies schwerwiegende Folgen haben.

Cyber-Mobbing

Viele Mobber verstecken sich auch gerne im digitalen Raum. Gerade beim Sexting ist Cyber-Mobbing deshalb eine häufig anzutreffende Variante des Mobbings. Die Opfer werden dabei gezielt im Netz zusätzlich bloßgestellt und diskreditiert.

Wie kann man sich schützen?

Gegen Sexting gibt es nur wenige effektive Schutzmaßnahmen. Schwierig ist dabei vor allem, dass diese Maßnahmen nur im Vorfeld greifen. Sobald die Sextings verschickt sind, ist es meist zu spät.

Aufklärung

Der wichtigste Schritt gegen Sextings ist Aufklärung. Gerade die Eltern und Lehrer an Schulen sollten sich über die technischen Möglichkeiten als auch die Folgen von Sextings im Klaren sein. Nur wer die Gefahren und Risiken klar erkennt, kann gegen diese Schritte einleiten.

Nacktfotos löschen

Wer bereits erotische Fotografien angefertigt aber noch nicht verschickt hat, sollte diese unbedingt vom Smartphone löschen (siehe Fotos vom iPhone löschen). Vor allem wenn man im Freundeskreis kurz das Handy einer dritten Person übergibt, kann diese sonst – zufällig oder absichtlich – auf diese Fotos stoßen. Derartige Fotos sollten also unbedingt gelöscht werden. Eine zusätzliche Sperre des Smartphones per Tastencode ist ebenfalls sinnvoll, falls das Smartphone kurzzeitig unbeaufsichtigt ist.

Anonymität

Trotz aller vorbeugenden Maßnahmen kann es sein, dass sich Sextings nicht ganz verhindern lassen. Etwa mangels Kontrolle oder weil die Teilnehmer bereits volljährig sind. Sollte trotz allem am Sexting teilgenommen werden, ist möglichst auf Anonymität zu achten. Fotos ohne Gesicht oder sonstige erkennbare Merkmale sind bereits eine sehr gute erste Maßnahme.

Nach Möglichkeit sollte man auch nicht die eigene Handynummer oder E-Mail-Adresse in Chat-Anwendungen für derartige Nachrichten verwenden.