Ihre Experten für neue Medien

Bekannt ausBekannt aus dem ZDF, BR und Antenne Bayern

Worauf ist beim Wechsel des Stromanbieters zu achten?

In einem normalen Drei-Personen-Haushalt fallen aktuell rund 1.000 Euro Stromkosten im Jahr an. Die Preise sind seit der Jahrtausendwende kontinuierlich gestiegen. 2001 kostet der Strom noch weniger als halb so viel. Kein Wunder, dass der Wunsch besteht, den günstigsten Stromanbieter zu nutzen. Dank der Liberalisierung des Strommarktes ist der Wechsel heute problemlos möglich.

Der starke Anstieg der Strompreise hat vielfältige Gründe. Die Subventionierung der Energiewende über die EEG-Umlage ist eine wichtige Ursache. Aber auch verschiedene Steuer- und Abgabenerhöhungen beim Strom im Zeitablauf haben zur "Kostenexplosion" beigetragen. Auch in den kommenden Jahren dürfte der Strom nicht billiger werden.

Strompreis - die Erzeugung macht nur ein Viertel aus

Die Kosten der Elektrizitätserzeugung haben am Preisanstieg den geringsten Anteil. Gelegentlich kommt es sogar zu der paradoxen Situation: der an der Börse gehandelte Strom wird billiger, dennoch schlägt sich das in den Stromrechnungen der Verbraucher nicht nieder - im Gegenteil. Grob gilt: nur etwa ein Viertel des Strompreises ist durch Elektrizitätserzeugung, -handel und -vertrieb bedingt. Ein weiteres Viertel entfällt auf die EEG-Umlage, Steuern und andere Abgaben machen ebenso ein Viertel aus. Und die restlichen 25 Prozent sind durch Netzentgelte verursacht - also dafür, dass der Strom seinen Weg vom E-Werk zum Verbraucher findet.

Der Wettbewerb beim Strompreis spielt sich demnach nur in einem Teilbereich ab - dem Teil, der auf Stromerzeugung und -vertrieb entfällt. Die restlichen Preisbestandteile sind dagegen staatlich reguliert und lassen sich durch die Anbieterwahl kaum beeinflussen. Trotzdem kann sich der Wechsel des Stromanbieters lohnen. Denn angesichts von rund 1.000 Stromanbietern und etwa 17.000 Stromtarifen gibt es doch erhebliche Unterschiede am Markt. Einsparungen von 100 bis 200 Euro im Jahr oder mehr sind durchaus drin.

Einige Tipps für den Anbieterwechsel

Der Strompreisvergleich funktioniert über Vergleichsportale im Internet einfach und bequem. Über Top Tarif kann man den Stromanbieter auch online wechseln. In der Regel ist der Wechsel frühestens nach einem Jahr möglich. Denn die Mindestlaufzeit der Verträge beträgt üblicherweise zwölf Monate. Danach kann jederzeit gekündigt werden.

Viele Anbieter locken Neukunden mit attraktiven Boni. Die bewegen sich in einer Größenordnung von einigen Dutzend Euro bis zu deutlich mehr als 100 Euro. Der Bonus wird in der Regel erst nach einem Jahr ausgezahlt. Manchmal rechnet sich der Wechsel nur wegen des Bonus, während der eigentliche Tarif nicht unbedingt günstiger ist. Dann muss auf jeden Fall nach einem Jahr erneut gewechselt werden, wenn weiterhin gespart werden soll.

Bei der Tarifwahl sollte auch darauf geachtet werden, wie "stabil" der Strompreis ist. Ein günstiger Preis nutzt wenig, wenn er bereits nach kurzer Zeit angepasst werden kann. Viele Anbieter sehen daher Preisgarantien vor. Übliche Zeiträume sind drei, sechs, zwölf oder vierundzwanzig Monate. Bei Tarifen mit Kaution oder Vorauskasse sollte bedacht werden, dass die Zahlung unter Umständen verloren ist, wenn der Anbieter insolvent wird. Daher nur auf wirtschaftlich solide Unternehmen setzen!