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Facebook: Neue Datenverwendungsrichtlinien verschoben

Facebook hat die Einführung der neuen Datenverwendungsrichtlinie verschoben. Eigentlich hätte diese gestern eingeführt werden sollen. Aufgrund der anhaltenden Proteste seitens der Nutzer hat Facebook jedoch offenbar einen Rückzieher gemacht. Der weitere Verlauf der Auseinandersetzung bleibt offen.

Treffend formuliert Facebook seine neuen Richtlinien als "Datenverwendungsrichtlinie". Schon dem Namen nach geht es nicht mehr primär um den Schutz der Nutzerdaten. Vielmehr geht es darum, wie diese effektiv genutzt werden können, um Facebook voranzubringen.

Die angekündigte Änderung hatte diverse Landesdatenschutzbeauftragte erzürnt. In einer gemeinsamen Erklärung wurde kritisiert, dass die Datenverwendungsrichtlinien weder mit europäischem, noch mit deutschem Datenschutzrecht vereinbar sind.

Die mangelnde Aufklärung der Nutzer sowie die fehlende Möglichkeit, ihre Datennutzung zu untersagen, lasse eine wirksame Einwilligung unmöglich werden. Zeitgleich richtete man einen Appell an deutsche Unternehmen, nicht mit derartigen Angeboten zu kooperieren.

36.000 Stimmen zur neuen Richtlinie

Bei der Vorstellung der neuen Datenverwendungsrichtlinien hatten alle Facebook-Nutzer die Möglichkeit, sich zu diesen zu äußern. Bei 7.000 ablehnenden Stimmen wollte Facebook den Nutzern unterschiedliche Varianten zur Verfügung stellen. Insgesamt haben sich deutlich mehr Nutzer geäußert.

Facebook wurde somit zu einer Reaktion gezwungen. Eine Mitteilung auf der Facebook Site Governance geht nüchtern darauf ein. Die Abgabephase für Kommentare sei beendet, man bedanke sich für die Teilnahme. In den kommenden Tagen werde man diese prüfen und über die weiteren Schritte informieren.

Knackpunkte der Datenverwendungsrichtlinie

Zu den kritischen Punkten der neuen Datenverwendungsrichtlinie zählt unter anderem der deutlich gewachsene Zugriff auf persönliche Daten. So dürften Anwendungen zukünftig nicht mehr nur auf die eigenen Daten, sondern auch auf die von Freunden zugreifen.

Auch jetzt schon ist Facebook äußerst freigiebig, wenn es um Daten geht. Erst über die Privatsphäre-Einstellungen ist es möglich, diese Datenweitergabe weitestgehend zu unterbinden.

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