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Netzneutralität: Konsortium ONF will die Vorfahrt

Die Meldung dürfte für reichlich Gesprächsstoff sorgen. Das Netz-Konsortium Open Networking Foundation, kurz ONF, will den Datenverkehr im Internet neu ordnen. Die Mitglieder wollen die Verbreitung von Software-Defined Networking (SDN) vorantreiben.

Ende 2010 flachte die Diskussion um eine Regulierung des Datenverkehrs im Netz etwas ab. Aus heiterem Himmel nun setzt sich ein Konsortium aus sechs Mitgliedern zusammen. Die Deutsche Telekom, Facebook, Google, Microsoft, Verizon, and Yahoo! wollen mit der gemeinnützigen Organisation den Datenverkehr im Netz in "wichtig und weniger wichtig" aufteilen. Dabei würden beispielsweise Anfragen bei Google vorrangig behandelt werden, als beispielsweise von einer weniger bekannteren Suchmaschine - die Datenpakete einiger Dienste müssten also warten.

Netzneutralität abschaffen

Was die Unternehmen und die dazugehörigen Kleinunternehmen wie Provider wollen ist klar. Die Netzneutralität soll abgeschafft werden. Bei dieser ist jedes Paket gleich zu behandeln. Über den Einsatz des Software-Defined Networking würden spezielle Dienste, die "vielleicht" auch bezahlen, eine datentechnische Vorfahrt erhalten. Auch wenn Kritiker schon jetzt ihren Unmut darüber äußern. In einigen Bereichen macht das Regulieren einfach Sinn - zumindest solange, wie es keine einheitlich schnellen Leitungen gibt, die zudem auch keine Staus verursachen.

Eingebaute Vorfahrt kaufen

Der SDN Ansatz entstand aus einer sechsjährigen Forschungszusammenarbeit zwischen der Stanford University und der University of California in Berkeley. Wesentlich für SDN gibt es zwei grundlegende Komponenten: Die Software-Schnittstelle OpenFlow zur Steuerung, wie letztendlich die Pakete durch das Netzwerk weitergeleitet werden und eine Reihe von globalen Management-Schnittstellen, auf denen fortgeschrittene Tools erstellt werden können.

Kritiker befürchten eine Dominanz der Großen und eine Chancenlosigkeit der Kleinen. Sie verfügen halt nicht über die nötigen Geldreserven, um die eingebaute Vorfahrt zu kaufen. Doch liest man die Kommentare der Industrie, die sich nun eindeutiger mit diesem Thema beschäftigen, wird ein politisches Einmischen immer wahrscheinlicher. Denn neben Google und Microsoft sind mittlerweile auch HP, Dell und IBM dem Bündnis beigetreten und gegen diese Riesen haben kleine Unternehmen alleine keine Chance.

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