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Zensur: China blockt Proteste aus Ägypten

Unglaublich aber wahr. Die chinesischen Behörden haben das Wort "Ägypten" von Suchanfragen auf Twitter-ähnlichen Social-Media-Kanälen ausgeschlossen. Ein Indiz dafür, dass die chinesische Führung besorgt ist, dass die Unruhen in Afrika auf das kommunistische Land überschwappen könnten.

Suche nach Ägypten deaktiviert

Zensur im China ist ja nichts Neues. Aber seit Sonntag sind nun unter allen Nachrichten, die im Netz zur Verfügung stehen, die Kommentare verschwunden. Chinesische Internetnutzer können nicht mehr nach dem Hashtag "Ägypten" suchen. Sämtliche Streams, die diesen beinhalten, werden von den Behörden gefiltert. Selbst chinesische Video-Plattformen sollen teilweise abgeschaltet worden sein. Auch die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua musste Zensur über sich ergehen lassen. Einige Berichte durften gleich zu Beginn nicht online gehen, einige wurden von der Aufsichtsbehörde zensiert.

Kopieren verboten

Als wenn das noch nicht reichen würde, verschärfte auch die örtliche Polizei die Vorgehensweise. Die Ordnungsmacht hat das Fotokopieren und versenden via E-Mail von politisch sensiblem Material verboten. Auf dem Universitätsgelände in Peking etwa sollen in allen Räumlichkeiten Aushänge dazu zu lesen sein.

Die strengen Kontrollen zeigen, wie besorgt die Partei ist. Das Internet ist in China das Sprachrohr in die freie westliche Welt und könnte mit den hierzulande hochgeladenen Videos, Blogeinträgen und Kommentaren Chinas Bürger dazu ermuntern, ebenfalls auf die Straßen zu gehen. China verkauft zudem Waffen und wirtschaftliche Güter in die Region. Da will man sich die Handelswege nicht mit virtuellen Widersprüchen aus den eigenen Reihen versperren.